Thüringer Lehrerverband Auch im neuen Schuljahr viele Unterrichtsausfälle befürchtet

An Thüringens Schulen ist im Frühjahr deutlich mehr Unterricht ausgefallen als in den Jahren zuvor. Das geht aus der jüngsten Erhebung des Thüringer Bildungsministeriums hervor. Insgesamt fielen an den staatlichen Schulen in Thüringen 8,3 Prozent der Unterrichtsstunden ersatzlos aus. 2017 und 2016 hatten die Vergleichswerte bei 5,3 Prozent gelegen. Der Thüringer Lehrerverband rechnet auch im kommenden Schuljahr mit vielen Unterrichtsausfällen. Nach einer Umfrage des Verbands können Dreiviertel der Schulen ihre Stunden nicht vollständig abdecken. An der Umfrage kurz vor Beginn des Schuljahres beteiligten sich 100 der etwa 800 allgemein- und berufsbildenden Schulen in Thüringen.

Lehrerberuf attraktiver machen

Der Verband forderte, dass der Lehrerberuf dringend attraktiver gemacht werden müsse. Die Forderungen sehen mehr Verbeamtungen auf Lebenszeit, mehr Geld und Zulagen für eine Stelle im ländlichen Raum vor. In anderen Bundesländern gebe es solche Anreize zum Eintritt in den Beruf bereits. Der Lehrerverband befürchtet, dass sich sonst auch zukünftig nur sehr wenige Lehrerstellen besetzen lassen. Zudem dauere das Bewerbungsverfahren in Thüringen zu lange. Unter dem Lehrermangel leidet nach Ansicht des Verbandes auch die Qualität des Unterrichts. Ausfallende Stunden würden oftmals von fachfremden Lehrern übernommen. Neben Lehrern fehlten in Thüringen außerdem fast 50 Schulleiter, so der Thüringer Lehrerverband.

Schultafel und Schultasche
Viele Lehrerplätze blieben in Thüringen im vergangenen Schuljahr unbesetzt. Bildrechte: IMAGO

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. August 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 21:48 Uhr

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2 Kommentare

09.08.2018 07:55 mueller 2

rrg hat versprochen nicht alles anders aber vieles besser zu machen. Hier wäre ihre Chance gewesen - ohne viel Geld in die Hand nehmen zu müssen!!
Nicht die Bezahlung oder die Verbeamtung ist das Grundproblem beim "Kampf" um junge Lehrer, sondern das im Vergleich zu anderen Bundesländern quälend lange Einstellungsverfahren. Wenn es hier richtig losgeht, habe die Länder rundherum schon lange die Verträge für das neue Schuljahr fertig. Da kann man es den jungen Leuten nicht verdenken, dass sie nicht ewig mit vager Hoffnung warten, um am Ende ohne etwas da zustehen. Dazu die ewigen Befristungen, also dass was rrg-Parteien, der sogenannten freien Wirtschaft immerzu vorwerfen.
Warum habt Ihr (rrg) das nicht gemacht????? Die allermeisten meiner Referendare wären gern geblieben!

09.08.2018 07:53 Jakob 1

Da ist wohl Polen offen. Ich darf mal darauf hinweisen, dass in NRW neulich eine Landesregierung wegen ihrer schlechten Schulpolitik ihren Hut nehmen musste. Doch wie revolutionslustig ist der Thüringer? Genügen die katastrophalen "Inklusions-" Reformen und nahezu 10% Unterrichtsausfall in der Fläche nicht?

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