Probleme mit Logistikzentrum Lesara hat Insolvenz beantragt

Der Onlinehändler Lesara hat Insolvenz beantragt. Es soll große Probleme mit dem neugebauten Logistikzentrum in Erfurt geben. Das erst im August eröffnete Logistizentrum ist mit zehn Millionen Euro vom Land Thüringen gefördert worden.

Der Onlinehändler Lesara hat am Freitag Insolvenz beantragt. Das betrifft die Lesara AG sowie die Lesara Logistics SE in Berlin, wie aus einer Veröffentlichung des Amtsgerichtes Charlottenburg hervorgeht. Nach Angaben des Branchenmediums Deutsche Startups hat Lesara gleichzeitig einen Rettungsplan vorgelegt, um das Geschäft stabilisieren und fortführen zu können. Auslöser für das drohende Aus soll eine geplatzte Millionen-Finanzierung sein.

Thüringen hat Logistikzentrum mit zehn Millionen Euro gefördert

Der Modeversender hatte erst im August dieses Jahres sein europäisches Versandzentrum im Güterverkehrszentrum in Erfurt bezogen. Lesara beschäftigt dort rund 150 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat das Logistikzentrum von der australischen Goodman-Gruppe gemietet. Der Immobilienkonzern hat das maßgeschneiderte Versandzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft von Zalando für 45 Millionen Euro errichtet. Das Land Thüringen hat die Ansiedlung mit rund zehn Millionen Euro gefördert.

Wirtschaftsminister Tiefensee: Insolvenz in so kurzer Zeit ist "absoluter Ausnahmefall"

Von den zehn Millionen Euro sei bislang "nur ein Bruchteil" geflossen, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee MDR THÜRINGEN am Rande des SPD-Landesparteitags in Arnstadt. Eine genaue Zahl konnte er nicht nennen. Die Förderung sei auf drei Jahre ausgelegt gewesen. Der Förderantrag sei von der Thüringer Aufbaubank gründlich geprüft worden. Dass ein gefördertes Unternehmen in so kurzer Zeit insolvent werde, sei ein "absoluter Ausnahmefall", so der Wirtschaftsminister. Er bedauerte die Insolvenz von Lesara. Tiefensee hoffe, dass es im Sinne der 150 Thüringer Beschäftigten eine gute Lösung geben werde.

Offenbar große Probleme mit dem neuen Logistikzentrum

Mit dem neuen Logistikzentrum gibt es offenbar große Probleme. Das Manager-Magazin berichtet, dass es seit der Eröffnung massive Lieferverzögerungen und Probleme mit der Abwicklung von Retouren gegeben habe. Außerdem hätten sich Kundenbeschwerden gehäuft. Vor der Eröffnung im August hatte das Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Mitarbeitersuche geklagt.

Der Modehändler Lesara mit Sitz in Berlin besteht seit 2013. Ziel des Unternehmens ist es, besonders schnell neue Modetrends zu erkennen und mit preiswerten Produkten aufzugreifen. Lesara liefert in mehr als zwanzig Länder.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. November 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2018, 19:36 Uhr

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24 Kommentare

11.11.2018 16:30 Frank 24

@ 12: Wenn Sie von etwas absolut keine Ahnung haben, dann von Betriebswirtschaft. Beim Verstehen von gelesenen Texten klemmt es auch unübersehbar.. Um was es auch geht, Sie müssen immer wieder belehren. Thema ist egal, Sie scheinen das zu brauchen. Lesen Sie sich den MDR-Artikel noch einmal aufmerksam durch. Danach überdenken Sie nochmal Ihre Belehrungen gegenüber anderen Foristen. Was Sie schreiben ist substanzloser (sorry) Bockmist. Eine Fa. mit tragfähigem Konzept gerät nicht von jetzt auf gleich in Schieflage. Kreditzusagen werden auch nicht aus Beliebigkeit anulliert. Befassen Sie sich einmal mit dem Thema Kreditvergaberichtlinien.

11.11.2018 13:43 martin 23

@20 gerald: Als Minister bekommt er doch nicht die einzelnen Auszahlungen vorgelegt. Wenn er über die Fakten detailliert informiert ist, kann er wissen, wieviel Mittel bewilligt wurden. Den Rest muss er auch erst erfragen bzw. bekommt es am Mo vorgelegt.

@22 part: Ein solcher Gedanke ging mir auch schon durch den Kopf. Ein Logistikzentrum vom Insolvenzverwalter kostet halt nur einen Bruchteil eines eigenen Neubaus. Aber wenn man dabei erwischt wird, dürfte es bei den Summen für Knast reichen - hoffentlich jedenfalls.

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