Corona in Thüringen Ticker vom 29. März: Zahl der Corona-Infizierten binnen sechs Tagen verdoppelt

In Thüringen ist die Zahl der Corona-Infizierten weiter gestiegen. Derzeit gibt es 760 bestätigte Fälle im Land. Alle Entwicklungen zum Coronavirus gibt's im Liveticker.

Corona Abstrich Test
Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

So ging es weiter | Ticker vom Montag, 30. März 2020

20:00 Uhr | 760 Infizierte in Thüringen

In Thüringen ist die Zahl der Corona-Infizierten weiter gestiegen. Nach Angaben des Landes sowie der Landkreise und kreisfreien Städte gab es Stand Sonntagabend 760 bestätigte Fälle im Land. Damit hat sich die Zahl der Infizierten binnen fünf bis sechs Tagen verdoppelt. Nach Ansicht der Bundes- und Landesregierung können Kontaktverbote erst gelockert werden, wenn es mindestens zehn Tage dauert, bis sich die Infektionszahlen verdoppeln.

Wir beenden an dieser Stelle den Ticker. Starten Sie gut und optimistisch in die neue Woche!

19:27 Uhr | Unser Balkonkonzert am Sonntag

Instrument schnappen, Fenster öffnen und spielen - oder einfach hier zuhören. Unser kleines Balkonkonzert am Sonntagabend kommt von Hansol Park und Luke Panni (Facebook-Link):

18:10 Uhr | Hilfe bei häuslicher Gewalt

Angesichts der Corona-Krise rechnet die Opferschutz-Organisation "Weißer Ring" mit einer deutlichen Zunahme der Fälle häuslicher Gewalt. Die gegenwärtige Situation versetze Menschen in einen Ausnahmezustand. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz befürchtet mehr Gewalt in den eigenen vier Wänden - auch gegen Kinder. Der Verein verweist auf telefonische Hilfsangebote:

  • Kinder- und Jugendsorgentelefon (für junge Menschen, die ein offenes Ohr suchen): ☎ 0800 008 00 80
  • Elterntelefon (bei Problemen, Fragen und Kummer der Eltern): ☎ 0800 111 0 550
  • Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen: ☎ 08000 116 016

17:00 Uhr | Verstöße gegen das Kontaktverbot

Nicht alle Thüringer haben sich am Wochenende an die Corona-Regeln gehalten. Während die meisten in der Öffentlichkeit den Mindestabstand und das Kontaktverbot einhielten, gab es laut Polizei aber auch Menschen, die gegen die Regeln verstießen. So musste am Stausee Oppershausen bei Mühlhausen eine Menschenmenge aufgefordert werden, diesen zu verlassen. Außerdem machte die Polizei in Mühlhausen ein Sonnenstudio dicht, in dem sich mehrere Personen sonnten. In Weimar feierten drei Gäste eine Geburtstagsparty. Zudem hätten sich am Samstagabend etwa 15 Jugendliche zu einem Lagerfeuer getroffen, meldet die Polizei.

16:00 Uhr | Musikschulen in Zeiten der Corona-Krise

In Corona-Zeiten herrscht Stille in Musikschulen. Einige Schulen und Lehrer verlegen den Unterricht kurzerhand ins Internet. Ein hundertprozentiger Ersatz ist das aber nicht.

15:25 Uhr | Skatturnier trotz Corona mit Online-Spielern

Einfallsreich muss man sein! Trotz Corona-Krise und Kontaktverboten haben Skatspieler aus Jena ein Turnier ausgetragen. Insgesamt 19 Spieler trafen sich nach Angaben des 1. studentischen Skat-Vereins "Skat Deluxe" an virtuellen Skattischen im Internet. Gespielt wurde mittels Messenger-Diensten und Telefonkonferenz-Apps.

Aufgrund der guten Erfahrungen bei diesem Quartalsturnier soll auch das Preisskat am 4. April auf diese Weise ausgetragen werden. Wegen der Corona-Epidemie hat der Deutsche Skatverband die komplette Ligasaison 2020 abgesagt und in das kommende Jahr verschoben.

15:00 Uhr | 21 Infizierte im Kreis Gotha

Laut Landratsamt gibt es im Kreis Gotha nun 21 Corona-Infizierte. Innerhalb einer Woche sind zwölf neue Fälle bekannt geworden. Das war der stärkste Anstieg seit dem Bekanntwerden des ersten Falls am 14. März.

14:34 Uhr | Kreis Nordhausen sperrt weitere Spielplätze

Im Landkreis Nordhausen sind trotz landesweiter Vorgaben noch immer nicht alle Spielplätze abgesperrt gewesen. Mitarbeiter des Landkreises waren am Wochenende unterwegs, um das Einhalten der Corona-Regeln zu kontrollieren. Das teilte das Landratsamt am Sonntag mit. Bis zum 20. April müssen Spielplätze und Sportanlagen geschlossen bleiben, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern.

Gesperrter Spielplatz in Erfurt
So sieht es jetzt auch überall im Kreis Nordhausen aus: gesperrte Spielplätze. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

14:15 Uhr | Verstoß gegen Meldepflicht im Kreis Sonneberg

Ein Rückkehrer aus einem Risikogebiet hat sich nicht - wie vorgeschrieben - beim Landratsamt Sonneberg gemeldet. Die Behörde wurde durch ein Familienmitglied informiert und hat die häusliche Quarantäne angeordnet. Für Reiserückkehrer besteht seit dem 13. März eine Melde- und Quarantänepflicht. Sie gilt bis zum 19. April. Die Rückkehrer sind danach verpflichtet, sich unverzüglich telefonisch im Landratsamt Sonneberg zu melden und die Umstände des Aufenthalts im Risikogebiet (Datum, Ort, Kontakte) mitzuteilen. Verstöße werden den Angaben nach als Straftat oder Ordnungswidrigkeit geahndet. 21 Infizierte gibt es bereits im Kreis Sonneberg.

13:27 Uhr | Tiefensee: Milliardenschaden durch Stillstand der Wirtschaft

Wolfgang Tiefensee SPD Wirtschaftsminister Thüringen
Wolfgang Tiefensee appelliert an das verantwortungsbewusste Handeln der Thüringer. Bildrechte: IMAGO

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hofft darauf, dass durch verantwortungsbewusstes Verhalten der Thüringer nach dem 20. April die Wirtschaft wieder hochgefahren werden kann. Nur wenn die Regeln streng eingehalten würden, könne die Zahl der Neuinfektionen verringert, aber auch der Stillstand beendet werden, sagte Tiefensee am Sonntag. Sollte die Wirtschaft zwei Monate lang auf Sparflamme wie bisher laufen müssen, wäre das nach Schätzungen mit Wertschöpfungsverlusten von fünf bis zehn Milliarden Euro verbunden - allein in Thüringen.

12:55 Uhr | Zahl der Corona-Infizierten in Heiligenstadt auf 51 gestiegen

Im Eichsfeld hat es innerhalb von 24 Stunden sechs weitere bestätigte Corona-Fälle gegeben. Damit stieg die Zahl der Infizierten im Kreis auf 51 an, wie das Landratsamt am Sonntag mitteilte. Fünf Patienten werden stationär behandelt. In einem Fall spricht das Landratsamt von einem schweren Verlauf. Laut Landratsamt gibt es die meisten Corona-Fälle in Heiligenstadt und Dingelstädt.

12:33 Uhr | Drei weitere Infektionen in Erfurt

In Erfurt sind drei weitere Corona-Infektionen bestätigt worden. Damit gebe es jetzt 75 Fälle, teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit. Wie und wo sich die drei neuen infizierten Personen angesteckt haben, ist bislang unklar. Aktuell werden in Erfurt zwei Corona-Patienten stationär behandelt.

12:20 Uhr | Obst- und Gemüsebauern warten auf Erntehelfer

Wegen der Corona-Krise kommen ost- und südeuropäische Erntehelfer nicht nach Deutschland. Viele Bauern, die vorrangig Obst und Gemüse anbauen, bestehen aber auf den Kräften und verlangen nun vom Bund, die Saisonarbeiter herzutransportieren.

EIn Mann beugt sich über ein Feld. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR THÜRINGEN JOURNAL Sa 28.03.2020 19:00Uhr 01:26 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

10:55 Uhr | Schwere Zeiten für Trennungskinder

Aufgrund der aktuellen Corona-Ansteckungsgefahr stoßen auch die Jugendämter an ihre Grenzen. Viele Trennungskinder in Thüringen müssen auf Kontakt zu Vater oder Mutter verzichten.

10:12 Uhr | Verkehrsministerium: Ab aufs Rad!

Wer in der Corona-Krise weder Auto noch Bus nutzen möchte, sollte nach Ansicht des Thüringer Verkehrsministeriums mit dem Fahrrad fahren. "Mit der Nutzung des Fahrrades können die Anforderungen der Kontaktminimierung gut erfüllt werden", sagte eine Sprecherin. In der Corona-Krise haben die Behörden angeordnet, dass Menschen, die nicht in einem Haushalt miteinander wohnen, einen Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten müssen. Grundsätzlich sollen sich Menschen soweit es geht ohnehin zu Hause aufhalten. Allerdings sind wichtige Dinge wie Einkaufen oder Arztbesuche weiterhin erlaubt.

09:33 Uhr | Polizei löst Treffen in Gera auf

Menschen halten sich in einem Park auf.
In den Thüringer Städten, im Bild der Luisenpark in Erfurt, kontrollieren Polizei und Ordnungsamt die Einhaltung des Kontaktverbots. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

In Gera haben Polizei und Ordnungsamt bei Frühlingswetter am Samstag mehrere Treffen und "Trinkgelage" im Freien aufgelöst. Die Beamten seien auf Zusammenkünfte mit bis zu 20 jungen Leuten gestoßen, teilte die Polizei mit. Obwohl sich die meisten Bewohner an die Kontaktverbotsregeln hielten, gebe es doch immer wieder Verstöße. So hatten zum Beispiel am frühen Abend einige Männer auf dem Parkplatz eines Supermarktes gemeinsam getrunken. Ein 32-Jähriger bedrohte einen Ordnungsamtsmitarbeiter und stieß ihn weg. Wenig später fiel der 32-Jährige erneut auf, weil er in der Gutenbergstraße andere Männer grundlos angriff. Er kam in Polizeigewahrsam.

09:06 Uhr | Experten-Chat zum Nachlesen

Die Corona-Krise wirft zahllose Fragen auf - auch die Thüringer Verbraucherzentrale bekommt das zu spüren. Was wird aus dem Urlaub, der für Mai geplant war? Muss das Fitness-Studio weiter bezahlt werden? Wie sieht es mit dem Abo-Ticket für den Nahverkehr aus? Antworten gab Jurist Ralf Reichertz am Samstagabend im Chat.

09:00 Uhr | Im Weimarer Land 19 Infizierte

Im Weimarer Land ist die Zahl der Corona-Patienten leicht gestiegen. Wie das Landratsamt mitteilte, gibt es derzeit 19 Erkrankte. Zwei Personen werden stationär im Krankenhaus behandelt. Einen speziellen Ort als Coronavirus-Schwerpunkt gibt es im Weimarer Land nicht.

08:55 Uhr | Vermehrt Anfragen beim Tierheim Weimar

Das Tierheim in Weimar registriert seit Beginn der Corona-Krise einen Anstieg an Vermittlungsanfragen. Mehr Leute als üblich würden sich für ein Haustier interessieren, teilte eine Mitarbeiterin mit. Die Menschen hätten Zeit sich zu informieren und suchten nach einer Beschäftigung. Das Tierheim hat auf Notbetrieb umgestellt: Besuche sind nicht mehr möglich, auch Ehrenamtler dürfen nicht aushelfen.

08:34 Uhr | Sprunghafter Anstieg bei Kurzarbeit erwartet

Mehrere Tausend Arbeiternehmer in Thüringen sind wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit - und ihre Zahl wird wohl weiter steigen. Arbeitgeberverband, IG Metall und Landesarbeitsagentur rechnen damit, dass ihre Zahl sprunghaft in die Höhe schnellen wird. "Wir gehen davon aus, dass Firmen verstärkt Kurzarbeit anmelden müssen", sagte die Sprecherin des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie, Ute Zacharias. Das gilt nach ihren Worten nicht nur für eine Reihe von Automobilzulieferern.

Bereits Mitte März hatten innerhalb einer Woche fast 3.000 Thüringer Firmen den Arbeitsagenturen Kurzarbeit angezeigt. "Wir haben aktuell eine neue, noch nie dagewesene Situation", sagte der Sprecher der Landesarbeitsagentur, Kristian Veil, der Nachrichtenagentur dpa. Wie dramatisch die Situation ist, zeigt ein Vergleich: 2019 gab es nur 650 Anzeigen von Unternehmen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld im Freistaat.

08:00 Uhr | Corona-Liveticker am Sonntag

Guten Morgen! Haben Sie den Wechsel zur Sommerzeit gut überstanden? Wir sind auch am Sonntag, 29. März 2020, wieder für Sie da und berichten in unserem Liveticker über das Coronavirus und dessen Auswirkungen in Thüringen. Alle aktuellen Artikel, Hotlines und Informationen seitens des Robert-Koch-Instituts finden Sie auch auf unser Übersichtsseite. Hintergründe zur Situation in Mitteldeutschland finden Sie hier.

Was bisher geschah | Der Liveticker vom Samstag zum Nachlesen

  • Im Eichsfeld ist ein 88 Jahre alter Mann, der mit dem Coronavirus infiziert war, gestorben. Ob er auch an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben ist, steht noch nicht abschließend fest.
  • Die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Suhl soll Außenstellen bekommen. So will das Land möglichen Quarantäne-Maßnahmen mehr Platz verschaffen.
  • Forderungen nach Einreise-Erlaubnissen für Erntehelfer werden lauter.
  • Thüringens Innenminister Georg Maier fordert ein Ausstiegs-Szenario nach dem 20. April.

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka/dvs/sar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. März 2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Sven vor 9 Wochen

Milliardenverluste sind leider ein Synonym für Tausende private Tragödien die folgen und diese sind eben auch nicht völliig irrelevant.

Wenn die medizinische Versorgung so grottenschlecht ist wie sie sagen, wieso ist sie dann besser als bei den europäischen Nachbarn?

Nur negative Kritik bringt uns hier nicht weiter.

Erichs Rache vor 9 Wochen

@jackblack

Ehrlich, Tiefensee hat Recht?
Wenn Tiefensee Recht hätte, dann würde dieser Staat ganz zügig Milliarden in den Kita-Ausbau und in Schulsanierung investieren.
Bis heute fehlen in der Bundesrepublik rund 300.000 Kita-Plätze, auch in Thüringen

https://www.mdr.de/thueringen/kita-plaetze-fehlen-mangel100.html

Durch diese staatliche Investitionen könnten kleinere Handwerksunternehmen, Messebauer etc ihren Umsatzausfall kompensieren, ihre Mitarbeiter in "Lohn und Brot" halten und die Durststrecke überwinden.
Damit wäre allen mehr geholfen, da diese Investitionen sowieso notwendig sind und daher nur vorgezogenen werden und andererseits Nachfrage- und Kaufkraftverluste kompensiert werden. Dann wären auch die Steuerausfälle nicht so hoch wie prognostiziert.

Aber dazu bedarf es erstmal Ahnung von ökonomischen Zusammenhängen bei politisch Verantwortlichen. Und diesen Eindruck habe ich leider eher nicht.

jackblack vor 9 Wochen

Es geht auch um die Zukunft ganzer Wirtschaftszweige, immerhin sind in der Zwischenzeit viele Thüringer auch OHNE Corona GESTORBEN, und das waren sicher VIEL MEHR.

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