Corona in Thüringen Ticker vom 4. April: Corona-Fälle bei der Polizei

Die Klage gegen eine Maskenpflicht in Jena wurde vom Gericht abgelehnt. Für Verstöße gegen die Corona-Regeln gelten in Thüringen jetzt landesweit einheitliche Strafsätze. Und die Landesregierung schätzt, dass etwa die Hälfte der in Thüringen mit dem Coronavirus Infizierten wieder gesund ist. Alle Entwicklungen hier im Ticker.

Eine Ärztin hält das Wattestäbchen eines Coronavirus-Tests in der Hand
In Thüringen sind bislang gut 1.000 Corona-Fälle nachgewiesen. Bildrechte: imago images/Frank Sorge

20:15 Uhr | Ticker-Abschluss

Hiermit beenden wir den Ticker für den heutigen Sonnabend. Am Sonntag halten wir Sie wieder über die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus in Thüringen auf dem Laufenden. Aktuelle Nachrichten und Zahlen sowie Hintergründen finden Sie auf unserer Corona-Übersichtsseite.

19:45 Uhr | Mehr als 1.100 Coronavirus-Infizierte in Thüringen

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Thüringen ist bis zum Samstagabend auf 1.126 gestiegen. Das sind 36 mehr als am Freitag, wie aus der über die Landkreise und kreisfreien Städte erstellten MDR THÜRINGEN-Statistik hervorgeht.

Demnach verlangsamt sich der Anstieg der Corona-Infektionen weiter. Laut der Statistik dauert es inzwischen neun Tage, bis sich die Zahl der Infektionen verdoppelt. Allerdings melden an den Wochenenden nicht alle Landkreise und kreisfreien Städte ihre aktuellen Fallzahlen. Nach Ansicht der Bundes- und Landesregierung können Kontaktverbote erst gelockert werden, wenn es mindestens zehn Tage dauert, bis sich die Infektionszahlen verdoppeln.

Den Angaben der Kreise und kreisfreien Städte zufolge sind bisher mehr als 210 Infizierte in Thüringen wieder genesen. Die Landesregierung schätzt diese Zahl sogar auf rund 500. Da es keine Meldepflicht gibt, ist unklar, wie viele Patienten das Virus tatsächlich überstanden haben. Elf Menschen starben im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Diese Zahl hat sich seit Freitag nicht erhöht.

19:00 Uhr | Aktivisten erinnern in Erfurt an Flüchtlinge in Corona-Krise

Fast menschenleer ist der Erfurter Domplatz an diesem Samstag. Vereinzelt gehen Pärchen spazieren, genießen Eis und Sonnenschein. Kinder drehen Runden auf dem Fahrrad, die Eltern schlendern hinteher - und wundern sich über Schuhpaare, die mitten auf dem Platz stehen. Zwei Frauen und ein Mann von der Initiative "Seebrücke Erfurt" informieren per Lautsprecher, dass sie damit an die Geflüchteten auf der Insel Lesbos erinnern wollen - die in der Corona-Krise in der öffentlichen Wahrnehmung weniger Platz finden. Doch gerade in den überfüllten Camps sei die Situation aufgrund einer ersten gemeldeten Covid-19-Erkrankung noch dramatischer als zuvor. "Wir werden weiterhin darauf hinweisen; natürlich anders als sonst: mit weniger Leuten und mit Abstand zueinander."

Ein Frau steht umringt von mehreren Paar Schuhen auf dem Domplatz in Erfurt. Mit der Aktion will die Initiative Seebrücke auf die Situation von Flüchtlingen in der Corona-Krise aufmerksam machen.
Mit der Aktion wollte die Initiative "Seebrücke" auf die Situation von Flüchtlingen in der Corona-Krise aufmerksam machen. Bildrechte: MDR/Martin Moll

17:20 Uhr | Kommunen begrüßen Corona-Bußgeldkatalog

Der neue Corona-Bußgeldkatalog des Landes stößt beim Thüringer Gemeinde- und Städtebund auf Zustimmung. Verbandsgeschäftsführer Ralf Rusch sagte MDR THÜRINGEN, der Katalog schaffe einheitliche Maßstäbe. Die Kommunen hätten damit die Möglichkeit, Verstöße gegen die Corona-Schutzauflagen zu ahnden. Gut sei auch, dass den kommunalen Ordnungsämtern ein Ermessenspielraum gelassen werde, ob in bestimmten Situationen ein Bußgeld angemessen sei oder nicht.

Ute Stoll, Leiterin des Ordnungsamtes in Weimar, sagte, der Bußgeldkatalog sei wichtig. Es gebe immer wieder einzelne Menschen, die nicht verstanden hätten, dass jeder beim Kampf gegen die Pandemie mithelfen müsse. Diese Menschen würden scheinbar nur mit einem Bußgeld begreifen, dass sie ihr Verhalten korrigieren müssten.

16:30 Uhr | Sechs neue Infektionen im Weimarer Land

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen im Weimarer Land ist auf 42 gestiegen. Seit Freitag kamen demnach sechs neue Fälle hinzu, wie das Landratsamt in Apolda mitteilte. Aktuell sei das Virus bei 17 Männern und 17 Frauen aktiv. Die Zahl der Genesenen liege weiter bei acht. Auch müssten weiter vier Patienten im Krankenhaus behandelt werden. Mehr als 350 Kontaktpersonen befinden sich den Angaben zufolge in Quarantäne.

16:00 Uhr | Corona-Fälle bei der Polizei in Eisenach

Wegen mehrerer Fälle von Corona-Infektionen in der Polizeiinspektion Eisenach unterstützt die Bereitschaftspolizei die Beamten in der Wartburgstadt. Wie eine Sprecherin des Innenministeriums MDR THÜRINGEN sagte, befinden sich einige wenige Polizisten in Quarantäne, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Sämtliche Kontaktpersonen seien ebenfalls in Quarantäne geschickt und getestet worden. Die ersten der betroffenen Polizisten können laut Ministerium voraussichtlich am Montag wieder ihren Dienst antreten. Die Polizeiinspektion sei zu jeder Zeit arbeitsfähig gewesen.

15:45 Uhr | Wartburgkreis meldet sieben Genesene

In der Wartburgregion sind seit Freitag keine neuen Corona-Infektionen hinzugekommen. Nach wie vor liegt die Zahl der Infizierten bei 37, wie das Landratsamt Samstagnachmittag mitteilte. Demnach wurden im Wartburgkreis 29 Menschen positiv auf das Virus getestet, in Eisenach acht. Fünf Patienten werden intensiv-medizinisch betreut, am Freitag waren es noch vier. In Eisenach und im Wartburgkreis zusammen gelten sieben Betroffene als genesen.

15:15 Uhr | Durchwachsene Bilanz zum Homeschooling in Thüringen

Nach drei Wochen Lernen zu Hause ziehen Schüler und Eltern eine gemischte Bilanz. Aufgaben werden seitens der Schulen unterschiedlich verteilt, Lehrer seien mal mehr, mal weniger gut zu erreichen. Und für die Eltern ist Homeschooling eine echte Herausforderung. Mehr dazu lesen Sie hier:

14:10 Uhr | Schätzung der Landesregierung zu Zahl der Genesenen

Nach Schätzungen der Landesregierung sind in Thüringen etwa 500 Coronavirus-Infizierte wieder genesen. Das entspräche etwa der Hälfte aller bis Sonnabend registrierten Fälle. Wie belastbar die Zahl tatsächlich ist, ist jedoch unklar. Vielfach kann nicht erhoben werden, wann Menschen wieder gesund sind. Darüber hinaus melden nicht alle Gesundheitsämter Zahlen zu Genesenen an die jeweilige Landesbehörde. Bei der Schätzung greift das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz daher auf bestimmte Algorithmen zurück, wie sie auch das Robert-Koch-Institut verwendet. Auf deren Grundlage wird die Zahl der wieder gesunden Patienten grob geschätzt.

Bei der Berechnung der offiziellen Zahlen von Landkreisen und Städten, die entsprechende Daten überhaupt veröffentlichen, ergab sich bis zum Freitag ein Wert von nachweislich etwa 200 Genesenen in Thüringen.

13:50 Uhr | Corona-Pandemie breitet sich in Thüringen weiter aus

In Thüringen ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen weiter gestiegen. Bis Samstagvormittag wurden 1080 Fälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit stieg die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages um 59. Inzwischen müssen 143 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 in Thüringer Krankenhäusern behandelt werden. Bei 19 Menschen liegt ein schwerer Krankheitsverlauf vor. Thüringenweit geht die Landesregierung von bislang zehn Todesfällen aus. In der Statistik nicht aufgeführt ist ein Todesfall im Kreis Hildburghausen. Dort war in der Nacht zu Freitag eine 71-jährige gesundheitlich vorbelastete Frau gestorben. Zunächst blieb unklar, ob ihr Tod eindeutig auf die durch das Sars-Cov2-Virus verursachte Erkrankung zurückzuführen war.

Die Thüringer Landesregierung veröffentlicht einmal täglich am Vormittag neue Zahlen. Die Werte im Überblick von MDR THÜRINGEN fallen in der Regel höher aus, da wir zeitnah aktuelle Meldungen direkt aus den Landkreisen einarbeiten.

13:00 Uhr | Wie Corona die Arbeit von Verkäuferinnen verändert

"Systemrelevante Berufe" - den Begriff hört man oft in diesen Tagen. Klingt gut. Auch Verkäuferinnen gehören dazu. Aber fühlen sie sich anders dadurch? Erfahren sie mehr Wertschätzung für ihre Arbeit? Haben sie Angst vor Ansteckung? Reichen die Sicherheitsvorkehrungen und halten sich die Kunden überhaupt daran? Wir sind diesen Fragen nachgegangen, hier lesen Sie den Bericht:

12:30 Uhr | Neue Infektionen im Unstrut-Hainich-Kreis

Im Unstrut-Hainich-Kreis sind zwei weitere Coronavirus-Infektionen gemeldet worden, damit liegt die Zahl der Fälle nun bei 31. Vier Patienten liegen im Krankenhaus, vier sind genesen. 23 Infizierte befinden sich in häuslicher Quarantäne.

12:20 Uhr | Ausflugsziele im Kreis Gotha werden kontrolliert

Für das Wochenende und die kommenden Osterfeiertage hat der Kreis Gotha Kontrollen beliebter Ausflugsziele angekündigt. Laut Landratsamt ist eine Liste mit bekannten Hotspots und Ausflugszielen erstellt worden, die kontrolliert werden sollen.

Im Kreis Gotha ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle am Sonnabend auf 35 gestiegen. Das ist einer mehr als am Freitag, wie das Landratsamt mitteilte. Bei 29 Infizierten ist das Virus demnach noch aktiv, sechs davon werden im Krankenhaus behandelt. Sechs Betrofffene gelten als genesen.

11:55 Uhr | 69 Corona-Fälle im Eichsfeld

Im Landkreis Eichsfeld ist die Zahl der Corona-Fälle auf 69 gestiegen. Das sind laut Landratsamt drei mehr als am Freitag. Demnach gibt es beispielsweise in Heiligenstadt 13 Infizierte, in Dingelstädt und Teistungen je neun, in Leinefelde fünf. Acht Patienten müssten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen seien schwer erkrankt. Die Zahl der wieder Genesenen stieg auf sechs.

10:50 Uhr | Mehr Menschen nutzen Warn-Apps

Thüringens Innenminister Georg Maier hat die Warn-App "NINA" empfohlen. Über diese Handy-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sendet der Freistaat Informationen wie Warnungen, Notfalltipps und wichtige Telefonnummern an die Bürger. Bundesweit nutzen nach Angaben von NINA immer mehr Menschen die App, im Moment 6,7 Millionen. Eine Alternative zu "NINA" ist die App "Katwarn" vom Fraunhofer-Institut, die Meldungen sind aber bei beiden Apps identisch.

10:30 Uhr | Krise als Chance?

10:15 Uhr | Musikjahr 2020 im Wohnzimmer statt im Konzertsaal

Klassik mal anders. Unter dem Motto "Wir hören uns aus Thüringen" werden Konzerte in heimische Wohnzimmer verlegt. Wie die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) mitteilte, wird das erste Konzert am Samstag ab 15 Uhr auf Facebook auf dem Kanal "Thüringen entdecken" übertragen. Den Auftakt bildet eine Aufführung der Weimarer Bachkantaten-Akademie aus der Eisenacher Georgenkirche. Sie fand 2017 während der Thüringer Bachwochen statt. Weitere Konzerte werden laut TTG jeden Mittwoch ausgestrahlt.

09:30 Uhr | Keine Lotto Thüringen Ladies Tour

Die Lotto Thüringen Ladies Tour findet wegen des Coronavirus nicht statt. Der Radsport-Weltverband UCI hat alle Radrennen bis Anfang Juni untersagt. Das Traditionsrennen hätte Ende Mai mit sechs Etappen durch den Freistaat stattfinden sollen.

08:45 Uhr | Gericht bestätigt Maskenpflicht in Jena

Das Verwaltungsgericht Gera hat die Maskenpflicht in der Stadt Jena bestätigt. Die Richter lehnten einen Eilantrag gegen das Tragen der Masken am Freitag ab. Zur Begründung hieß es unter anderem, es werde nicht das Tragen zertifizierter Mundschutzmasken verlangt. Vielmehr dürfe der Mund- und Nasenschutz auch selbstgenäht sein oder aus einem Gesichtstuch oder Schal bestehen.

08:20 Uhr | Mund-Nase-Maske selber nähen

08:00 Uhr | Nothilfe in Höhe von 26 Millionen Euro bewilligt

Die Auszahlung der Corona-Nothilfen für die Wirtschaft kommt in Thüringen voran. Insgesamt rund 26 Millionen Euro seien inzwischen bewilligt und könnten damit an Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen in Not ausgezahlt werden, teilte das Wirtschaftsministerium der Deutschen-Presse-Agentur mit.

07:44 Uhr | Bußgeldkatalog in Kraft

07:40 Uhr | Guten Morgen

Wir wünschen Ihnen einen guten Morgen und einen erfolgreichen Tag. Wir sind auch am Samstag, 4. April, für Sie am Start. Hier im Ticker informieren wir Sie wieder wie gewohnt über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Thüringen.

Was bisher geschah | Der Liveticker vom Freitag zum Nachlesen

  • Etliche neue Corona-Fälle gab es in Thüringen. Der Anstieg von Infektionen insgesamt verlangsamt sich aber weiter.
  • In Triptis starb eine Frau im Alter von 93 Jahren und im Kreis Hildburghausen eine 71-Jährige.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besuchte in Apfelstädt das Verteil- und Lagerzentrum für medizinische Schutzausrüstung.

Mehr Informationen zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs,maf

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 04. April 2020 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

jackblack vor 34 Wochen

Wenn wir das NORMALE Leben mit angemessenen Vorsichtsmaßnahmen nicht BALD wieder aufnehmen dann bekommen wir eine Krise, die NIEMAND mehr beherrscht und das bei fast 8 Mrd. Menschen, wenn ich im Krieg eine Schlacht gewinnen will kann ich KEINE Rücksicht auf einzelne Soldaten nehmen !!!

Quentin aus Mondragies vor 34 Wochen

Ich hoffe doch nicht, dass das Ganze manuell überwacht wird. Wozu muss ich denn meine Handydaten mit Persönlichkeitsdaten verknüpfen. Ist doch jetzt locker zu überprüfen, wo ich gerade bin. Bußgeld kann ich dann direkt an Pflegekräfte oder Schutzausrüstung zahlen. Und falls wieder Grundrechtler und Datenschützer herummaulen. Es ist Pandemie. Menschen sterben. Ist zwar für Manche nicht fühlbar, ist trotzdem so.

CrizzleMyNizzle vor 34 Wochen

Was meinen Sie? Dass die Maskenpflicht überprüft wird?

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