24.03.2020 Corona-Liveticker: Große Nachfrage nach Wirtschafts-Soforthilfe in Thüringen

In Thüringen steigen die Fallzahlen von Infektionen mit dem Coronavirus. Das Land will Thüringer Unternehmen durch die Krise helfen. Die Entwicklungen im Liveticker.

Frau an PC
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So ging es weiter | Ticker vom Mittwoch, 25. März 2020

21:30 Uhr | Ticker-Ende

Wir verabschieden uns für den heutigen Tag mit einem Beitrag über Thüringens Wirtschaft und den Hilfen des Landes. Das ist heute unter anderem passiert:

  • Thüringen beschließt Kontaktverbot und weitere Einschränkungen ab Mittwoch | zum Artikel
  • Hort- und Kitagebühren sollen nicht mehr erhoben und zurückerstattet werden
  • Bus- und Straßenbahnfahrer sollen landesweit besser geschützt werden
  • Für die Wirtschaftshilfen des Landes gibt es eine starke Nachfrage | zum Artikel
  • Die vollständige Quarantäne von Neustadt am Rennsteig wird zunehmend missachtet | zum Artikel

21:16 Uhr | Weimarer Bäcker liefert auch aus

Der Alltag ist momentan eine ziemliche abgespeckte Version von dem, was man so kennt. So mancher rüstet um und bietet auch Online-Bestellungen an.

20:57 Uhr | Wer unterstützt Menschen, die sonst anderen helfen?

Jugendclubs, Kindergärten, Behindertenwerkstätten oder Schwangerschaftskonfliktberatungen - alle sind aktuell geschlossen. Deshalb fordern die Sozialverbände, dass auch sie unter den Corona-Rettungsschirm kommen dürfen.

20:47 Uhr | Corona-Update mit Virologe Alexander Kekulé

Der Virologe Alexander Kekulé geht von einer unauffälligen Immunisierung der Bevölkerung aus. 80 Prozent der getesteten Personen hätten nur leichte Symptome. Das Infektionsschutzgesetz zu verschärfen, lehnt Kekulé ab.

20:13 Uhr | Die gute Nachricht!

In Thüringen finden sich zahllose Freiwillige zusammen, die Bedürftigen während der Coronakrise helfen wollen. Anbei finden Sie eine Auswahl der zahlreichen ehrenamtlichen Angebote im Freistaat (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

19:46 Uhr | Nur noch drei Neuinfizierte in Jena

Die Ausbreitung des Corona-Virus in Jena hat sich verlangsamt. Laut Stadt wurden seit Montag drei neue Fälle bestätigt. Insgesamt sind es damit jetzt 93. In den Tagen zuvor war die Zahl der neuen bestätigten Infektionen jeweils im zweistelligen Bereich gestiegen. Die Stadt hatte mit drastischen Einschränkungen im öffentlichen Leben darauf reagiert.

19:34 Uhr | Gewerkschaft fordert höheres Kurzarbeitergeld

Nach Ansicht des DGB Hessen-Thüringen müssen die Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken. Der DGB-Bezirksvorsitzende Michael Rudolph forderte, das Kurzarbeitergeld für die Beschäftigten auf mindestens 80  Prozent des Nettolohnes zu erhöhen. Viele Beschäftigte seien derzeit von der kompletten Schließung ihrer Werke und Büros betroffen. Da reichten 60 Prozent des Kurzarbeitergeldes nicht aus.

19:09 Uhr | Finanzministerin will auf Schuldentilgung zunächst verzichten

Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) will Teile des Haushaltsüberschusses aus dem Jahr 2019 nun doch nicht in die Schuldentilgung stecken. Etwa die Hälfte des Überschusses von voraussichtlich rund 330 Millionen Euro solle in diesem Jahr für die Finanzierung des Investitionspakets für die Kommunen genutzt werden, bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums einen Bericht der Thüringer Allgemeine.

Etwa 160 Millionen Euro würden zurückgelegt, um auch Mehrausgaben für Hilfs- und Sonderprogramme in der Coronakrise finanzieren zu können. "Bisher sind schon Mehrausgaben in dreistelliger Millionenhöhe absehbar", sagte Taubert der Zeitung. Ein Nachtragshaushalt ist ihrer Ansicht nach aber nicht nötig.

Heike Taubert, 2015
Thüringens Finanzministerin Heike Taubert Bildrechte: dpa

18:42 Uhr | Strengere Regeln in Thüringer Geschäften

Aktives Aufklären der Kunden, verschärfte Desinfektionsregeln und Einlasskontrollen. Wegen der Corona-Krise hat die Thüringer Landesregierung die Regeln für Lebensmittelhändler sowie Bau- und Gartenmärkte verschärft.

18:10 | Ihre Geschichten! - Hilfe in der Corona-Krise

Ob Bücher-Lieferdienst, Studierende, die die verlängerten Semesterferien nutzen, um Einkäufe zu übernehmen oder die Catering-Firma, die einem Arzt ein Zelt für Untersuchungen zur Verfügung stellt: Wir suchen besondere Hilfsangebote aus Thüringen. Schicken Sie uns Ihre Bilder! Alle Infos:

17:54 Uhr | Blutspender dringend gesucht

Blut- und Plasmaspenden gehen seit Wochen zurück. Das DRK sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rufen dringend zur Blutspende auf. Blutspenden seien unverzichtbar, um die Behandlung von Patienten mit lebenswichtigen Blutpräparaten sicherzustellen. Es bestehe durch die geltenden Hygienestandards auf den Blutspendeterminen kein erhöhtes Risiko für Spender.

17:32 Uhr | Behandlungszelt in Silbitz soll Viren fernhalten

In Silbitz im Saale-Holzland-Kreis werden Patienten mit grippeähnlichen Symptomen in einem Zelt behandelt. Ziel ist es, dass mögliche Corona-Infizierte die Praxis gar nicht erst betreten, teilte ein Allgemeinmediziner vor Ort mit.

Coronavirus-Behandlungszelt in Silbitz

Partyzelt zur Behandlung von Coronapatienten
Das Zelt wurde am Sonntag aufgebaut. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm
Partyzelt zur Behandlung von Coronapatienten
Das Zelt wurde am Sonntag aufgebaut. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm
Partyzelt zur Behandlung von Coronapatienten
Coronapatienten sollen die Praxis nicht betreten müssen. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm
Partyzelt zur Behandlung von Coronapatienten
Das Partyzelt lässt sich einfach desinfizieren. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. März 2020 | 10:30 Uhr

17:25 Uhr | Große Nachfrage nach Coronavirus-Soforthilfe

Nach ersten Anlaufschwierigkeiten (Website nicht erreichbar) können Unternehmen bis 50 Beschäftigte, Selbstständige und Freiberufler in Thüringen nun die Soforthilfen des Landes beantragen. Allein bei der Thüringer Aufbaubank gingen bis Dienstagmittag rund 500 Anträge ein. Da sind die Anträge, die bei den Industrie- und Handelskammern eingingen, noch gar nicht mit eingerechnet. Auch der Bund will Kleinstunternehmen bis zehn Beschäftigte und Soloselbständige unterstützen. Alle Details:

16:56 Uhr | Arnstadt verteilt Wochenmarkt über die Innenstadt

Um Corona-Infektionen zu verhindern und Abstandsregeln einzuhalten, hat Arnstadt am Dienstag erstmals die Verkaufsstände des Wochenmarktes weiträumig über die Innenstadt verteilt. Der nächste Markt ist Freitag geplant. Die Bilder:

Ein Verkaufsfahrzeug auf einem Platz 1 min
Bildrechte: MDR Thüringen

16:42 Uhr | Speerwerfer Röhler begrüßt Verschiebung der Olympischen Spiele

Die Olympischen Spiele in Tokio werden auf das Jahr 2021 verschoben. Der Jenaer Olympiasieger Thomas Röhler begrüßt die Entscheidung. Er sei erleichtert, dass die Spiele nicht in den Herbst, sondern ins nächste Jahr verschoben wurden. Wegen der Coronavirus-Pandemie werden die Olympischen Spiele erstmals in ihrer 124-jährigen Geschichte verschoben.

Thomas Röhler
Speerwerfer Thomas Röhler bei den Olympischen Spielen in Rio 2016. Bildrechte: imago/Annegret Hilse

16:34 Uhr | Coronavirus trifft Thüringer Autobranche hart

Die Corona-Krise hat die Lage der Thüringer Automobilbranche noch einmal verschärft. Nach Angaben des Zulieferverbands "automotive thüringen" planen weitere Betriebe, ihre Produktion herunterzufahren.

Darunter seien auch Schwergewichte der Branche wie Mubea in Weißensee, MDC Power in Kölleda und Automotive Lighting in Brotterode. Auch Bosch in Eisenach will seine Produktion reduzieren. Bei Opel Eisenach stehen die Bänder bereits seit einer Woche still. Die IG Metall in Westthüringen sprach von einer dramatischen Situation.

15.59 Uhr | Flucht über Waldwege: Verstöße gegen Quarantäne in Neustadt

Die vollständige Quarantäne von Neustadt am Rennsteig wird zunehmend missachtet. Die Landrätin appelliert an die Vernunft der Einwohner. Die Zahl der Infizierten in der Stadt im Ilm-Kreis steigt derweil weiter an.

15.34 Uhr | Verbände warnen vor Folgen für Seniorenpfleger

In der Corona-Krise warnen weitere Berufs- und Sozialverbände vor wirtschaftlichen Folgen. So mahnt die Volkssolidarität Thüringen, Tagespflegeeinrichtungen für Senioren nicht zu vergessen. Die Stellen seien zum Schutz der Gesundheit geschlossen, die Kosten liefen aber weiter. Günstige Kredite der Thüringer Aufbaubank seien keine Lösung, teilte die Volkssolidarität mit. Der Heilmittelverband verweist auf darauf, dass immer mehr Heilbehandlungen abgesagt würden. Das bringe die selbstständigen Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden oder Podologen an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. Der Verband forderte finanzielle Soforthilfen von der gesetzlichen Krankenversicherung.

15:30 Uhr | Kontaktverbot gilt zunächst für zwei Wochen

In Thüringen gilt ab Mittwoch eine einheitliche Regelung, nach der der direkte Kontakt zwischen Menschen drastisch eingeschränkt werden soll. Außerdem sollen Hort- und Kitagebühren zeitnah nicht mehr eingezogen werden.

15:26 Uhr | 20 Verstöße gegen Kontaktverbot in Suhl

In Suhl hat es bislang 20 Verstöße gegen das Kontaktverbot gegeben. Wie ein Polizeisprecher am Dienstagnachmittag mitteilte, waren die betroffenen Menschen trotz Verbots in Gruppen unterwegs. Sie müssen nun mit Anzeigen rechnen. Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es in Suhl derzeit vier bestätigte Corona-Fälle. 28 Menschen seien in häuslicher Quarantäne.

15:08 Uhr | Regiomed bereitet sich auf angespannte Lage vor

Der länderübergreifende Klinikverbund Regiomed bereitet sich auf eine angespanntere Lage in der Corona-Krise vor. Wie Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke sagte, gebe es aktuell zwar noch keinen großen Zustrom von Corona-Patienten. Das könnte sich aber in den nächsten Wochen ändern. Die Vorbereitungen für diesen Fall laufen deswegen auf Hochtouren. Der Krisenstab treffe sich momentan täglich für mehrere Stunden. Spezielle Kriseninterventionsteams sollen sich auch um die Sorgen der Mitarbeiter in der Corona-Krise kümmern. Nach Angaben der Regiomed-Geschäftsführung steht allen Mitarbeitern entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung. Einen Engpass gebe es aktuell nicht. Planbare Operationen wurden zudem verschoben, um mehr Intensivbetten für den Notfall parat zu haben.

14:46 Uhr | 50 Betroffene wieder "Corona-frei"

In Thüringen haben inzwischen über 50 Personen die Coronavirus-Infektion überstanden. Das geht aus der Tagesstatistik der Landesregierung vom Dienstagvormittag hervor. Demnach gelten zum Beispiel im Kreis Greiz acht zuvor Infizierte wieder als gesund, im Kyffhäuserkreis, im Saale-Holzlandkreis und in der Stadt Erfurt sind es sechs. Bis Dienstagmittag haben die Landratsämter und Verwaltungen der kreisfreien Städte insgesamt knapp 390 bestätigte Corona-Infektionen für Thüringen gemeldet. Ein Mann in Jena ist bisher mit nachgewiesener Infektion gestorben. Ob das Coronavirus ursächlich war, soll eine Obduktion ergeben. Schwer erkrankt sind laut Staatskanzlei derzeit zwei Patienten.

14:24 Uhr | 18 Corona-Fälle im Saale-Holzland-Kreis

Im Saale-Holzland-Kreis sind seit Dienstagmittag 18 bestätigte Corona-Infektionen bekannt. Wie das Landratsamt mitteilte, kam in den vergangenen 24 Stunden ein junger Mann hinzu, der sich in häuslicher Quarantäne befindet. Aktuell müssten 325 Einwohner behördlich angeordnet zu Hause bleiben. Mehr als 120 Menschen durften laut Landratsamt die Quarantäne wieder verlassen.

14:14 Uhr | Medizinisches "Reserve"-Personal in Gera gesucht

Der Krisenstab der Stadt Gera sucht im Kampf gegen das Corona-Virus medizinisches Personal. Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger oder Sanitäter, die helfen wollten, könnten ab sofort ihr Kontaktdaten an die E-Mail-Adresse coronahelfer@gera.de schicken, teilte die Stadtverwaltung mit. Das sei zunächst nur vorsorglich, um im Notfall auf diese Helfer zurückgreifen zu können. Gera habe derzeit mit sieben bestätigten Fällen noch relativ wenig Infizierte. Ein Patient sei auch wieder gesund. Dennoch bereite sich der Krisenstab darauf vor, dass sich das Virus weiter ausbreiten kann.

13:58 Uhr | Diskussion: Streifenwagen mit nur einem Polizisten?

In der Thüringer Polizei ist eine Debatte entbrannt, ob Polizisten angesichts der aktuellen Krise Streifenfahrten alleine leisten können. Ziel ist die Eindämmung des Coronavirus.

13:30 Uhr | Bau- und Gartenmärkte sollen geöffnet bleiben

Bau- und Gartenmärkte sollen in Thüringen nicht geschlossen werden. "Wir wollen, dass die Leute in ihren Garten gehen oder zu Hause Handwerksarbeiten erledigen", sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in Erfurt. "Wichtig ist nur, dass die Kunden genügend Abstand halten. Und dass Leute, die krank sind, den Markt nicht betreten. Wir wollen keinen ärgern; es geht darum, Ansteckungswege zu unterbrechen." Wenn die Regeln eingehalten würden und nicht gehamstert werde, spreche nichts dagegen, dass jemand im Baumarkt einkaufe.

13:12 Uhr | Straßenbahn- und Busfahrer besser schützen

Der Kontakt zwischen Fahrgästen und Bus- oder Straßenbahnfahrer soll so weit wie möglich reduziert werden. Dies sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Dienstag in Erfurt. Die Fahrer seien sonst einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. Die vorderen Türen sollen deshalb geschlossen bleiben, Fahrgäste werden gebeten, die hinteren Türen zu benutzen und Abstand zu den Fahrern und auch zu anderen Fahrgästen zu halten.

13:00 Uhr | Jetzt im Livestream: Bodo Ramelow zur Corona-Pandemie

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) informieren über die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie über Unterstützungsangebote der Landesregierung für die Thüringer Wirtschaft.

Bodo Ramelow
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Bildrechte: MDR THÜRINGEN

12:35 Uhr | Neustadt: Manche fahren heimlich aus dem Ort - und begehen Straftat

In Neustadt am Rennsteig gibt es inzwischen zehn bestätigte Corona-Infizierte. Das seien vier mehr als am Montag, teilte Landrätin Petra Enders (Linke) mit. Eine weitere Person sei schwer erkrankt und in die Ilm-Kreis Klinik in Arnstadt eingeliefert worden. Damit gibt es derzeit im Ilm-Kreis 20 Corona-Infizierte. Allein zehn Fälle kommen aus Neustadt am Rennsteig. Die Landrätin erwartet, dass die Zahlen noch steigen, da dutzende Testergebnisse noch ausstehen. Den Angaben nach versuchen immer wieder Neustädter den Ort über Schleichwege zu verlassen. Einige hätten den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden, sagte Enders. Auch die Schleichwege würden nun kontrolliert. Der Verstoß gegen die Auflagen sei eine Straftat und werde geahndet. Die 13 Kinder im Kinderheim verbleiben dort, teilte die Landrätin mit. Man habe sich darauf geeinigt, dass auch die fünf Erzieher sich dort mit für 14 Tage in Quarantäne begeben.

12:18 Uhr | Fahrt durch den "Corona-Drive-in"

Beim "Corona-Drive-in" müssen Testpersonen nur die Autoscheibe herunterlassen und werden getestet. Gera startete in der vergangenen Woche, am Dienstag folgen Jena und Sömmerda. In Erfurt wurden die Pläne vorerst gestoppt.

12:02 Uhr | Verbraucherzentrale warnt vor angeblichen Wundermitteln

Die Verbraucherzentralen in Thüringen warnen vor angeblichen Wundermitteln gegen das Corona-Virus. "Dubiose Anbieter nutzen die Angst einer Ansteckung gezielt aus, um ihre vermeintlichen Wundermittel zum Teil übers Internet zu verkaufen", teilte die Verbraucherzentrale mit. Angeboten würden Nahrungsergänzungsmittel wie Grüntee, Propolis, Kapuzinerkresse und hochdosierte Vitamin-D-Präparate. Damit würde den Verbraucher ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, das es nicht gebe, sagte Petra Müller, Referats- und Projektleiterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Thüringen. Wirklich gefährlich sei die Einnahme von Desinfektionsmittel und Arsen, was im Internet als Kleinstmenge empfohlen werde. Beide Mittel seien lebensgefährlich. Der zuverlässigste Schutz bleibe, Abstand zu halten und sich ausgewogen zu ernähren.

11:48 Uhr | Landesmedienkonferenz ab 13 Uhr im MDR THÜRINGEN-Livestream

Ministerpräsident Ramelow und Wirtschaftsminister Tiefensee informieren heute über die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie über laufende und geplante Unterstützungsangebote der Landesregierung für die Thüringer Wirtschaft. Anders als sonst sind auch Journalisten nur virtuell dabei. MDR THÜRINGEN überträgt die Landesmedienkonferenz ab etwa 13 Uhr im Livestream.

11:28 Uhr | Gemeldete Infektionen je 100.000 Einwohner

Bis Dienstag, 10.30 Uhr, waren in Thüringen 379 bestätigte Coronavirus-Fälle erfasst. Diese Karte gibt einen Überblick über die relative Anzahl von gemeldeten Infektionen - bezogen auf je 100.000 Einwohner.

11:25 Uhr | Stadt Sonneberg will Mundschutz für alle Einwohner

Alle 23.000 Einwohner von Sonneberg können aus Sicht der Stadt bis Ostern mit einem Mundschutz ausstattet sein. Wie Bürgermeister Heiko Voigt sagte, sollen sie sich ihre Masken selbst nähen. Ein entsprechendes Schnittmuster kann auf der Internetseite der Stadt heruntergeladen werden. Wenn jeder, der zu Hause eine Nähmaschine hat, nach verwendbaren Stoffen schaut und für sich und sein persönliches Umfeld näht, dann könnte das Ziel erreicht werden, sagte Bürgermeister Voigt. Die Stadtverwaltung sei sich dabei bewusst, dass ein selbst genähter Mundschutz die medizinischen Standards nicht erfüllt. Auf der Straße und zum Einkaufen müssten Bürger jedoch kein Profi-Exemplar tragen. Diese sollten Krankenhäusern, Ärzten und Rettungsdiensten überlassen werden.

11:01 Uhr | Party in Ilmenau - Mehrere Anzeigen

In Ilmenau hat die Polizei am Montagabend eine Party aufgelöst. Trotz des bestehenden Kontaktverbots hatten zeitweise mehr als zehn Personen in einer Ilmenauer Wohnung gemeinsam gefeiert. Dabei kam es laut Polizei auch zu einem Streit, bei dem ein Partygast einen anderen durch Schläge leicht verletzte. Die Beamten forderten die Gäste auf, umgehend die eigene Wohnung aufzusuchen und schrieben entsprechende Anzeigen.

10:38 Uhr | Nach Anlaufschwierigkeiten: Soforthilfe kann beantragt werden

Nach ersten Anlaufschwierigkeiten kann die Soforthilfe für Selbstständige und Freiberufler in Thüringen nun beantragt werden. Die Formulare seien auf der Website der Thüringer Aufbaubank zugänglich und könnten heruntergeladen werden, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Wegen der enormen Nachfrage war es beim Bereitstellen der Unterlagen am Montag zu Schwierigkeiten gekommen. Die Landesregierung hatte Ende vergangener Woche das Soforthilfeprogramm für die Thüringer Wirtschaft beschlossen. Es ist für jene Unternehmen gedacht, die wegen der Corona-Krise unverschuldet in eine existenzbedrohende Situation geraten sind.

10:13 Uhr | Sonneberg schaltet wegen Corona-Krise Parkscheinautomaten ab

Die Stadt Sonneberg schaltet wegen der Corona-Krise die Parkscheinautomaten ab. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung mitteilte, soll damit die Infektionsgefahr weiter eingedämmt werden. Das Ordnungsamt weist aber daraufhin, dass Parkverstöße unter anderem im Halteverbot, in Feuerwehrzufahrten oder auf Behinderten-Parkplätzen weiter bestraft werden.

Ein Schild mit der Aufschrift "Parkscheinautomat".
Wie gewohnt ist das Parken weiterhin nur auf den entsprechenden Flächen erlaubt. Bildrechte: dpa

09:49 Uhr | Medizinische Untersuchungen im Festzelt

Patienten mit grippeähnlichen Symptomen werden in Silbitz (Saale-Holzland-Kreis) jetzt in einem Festzelt behandelt. So sollen mögliche Coronavirus-Erkrankte die Praxis gar nicht erst betreten, sagte Allgemeinmediziner Dr. Constantin Kubsch. Auch sei das Zelt mit den abwaschbaren Wänden leichter zu desinfizieren als eine Arztpraxis. Die Idee hatte Kubsch am Wochenende, über den Bürgermeister kam die Anfrage zu Stefan Borzym. Der Eventcaterer hat mit seiner Crew noch am Sonntag ein komplettes Festzelt mit Heizung und den nötigen Möbeln vor der Arztpraxis aufgebaut. Dafür solle keine Rechnung gestellt werden, sagte Borzym.

09:28 Uhr | Nordbrand liefert Alkohol an Apotheken

Die Firma Nordbrand aus Nordhausen versorgt Apotheken mit Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln. So liefert der Spirituosen-Hersteller reinen Alkohol an 200 Apotheken aus, teilte das Unternehmen MDR THÜRINGEN mit. Nordbrand ist die größte Brennerei in Thüringen. Auch eine Spezialitäten-Destillerie aus Magdeburg beteiligt sich an der Hilfe. Der Alkohol, der sonst für die Herstellung von Absinth, Gin und Likören verwendet werde, eigne sich auch für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. Das steuerrechtliche Problem der Brandweinsteuer hat der Gesetzgeber demnach kurzfristig durch eine Verfügung gelöst.

08:56 Uhr | Psychologen und Ärzte bereiten Video-Sprechstunden vor

Das Uniklinikum Jena will bis Ende März Videosprechstunden für psychisch belastete Patienten einrichten. Wie das Klinikum mitteilte, sollen Ärzte und Psychologen therapeutische Gespräche mit Patienten führen können, ohne dass Letztere die Kliniken betreten müssen. Für viele Menschen sei die derzeitige Situation rund um das Coronavirus mit der Fülle an Informationen, Unsicherheiten und Einschränkungen belastend und auch beängstigend. Gerade bei psychisch belasteten Menschen könnten sich dadurch Symptome weiter verstärken, sagte Professor Martin Walter, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKJ.

08:45 Uhr | Mühlhausen unterstützt Händler beim Online-Verkauf

Die Stadt Mühlhausen unterstützt die von der Corona-Krise betroffenen lokalen Händler. Ab sofort können die geschlossenen Geschäfte ihre Angebote kostenlos auf dem Mühlhäuser Online-Marktplatz anbieten. Bürgermeister Johannes Bruns appellierte an die Einwohner, dieses Angebot zu nutzen, um die lokale Wirtschaft zu sichern. Bereits jetzt sind 50 Händler, Gastronomen und weitere Unternehmen bei dem Mühlhäuser Online-Marktplatz dabei. Angeboten werden regionale Spezialitäten, Mode, Schuhe, Sport-und Elektronikartikel, Souvenirs sowie Medikamente und Essen aus Restaurants.

08:24 Uhr | Leichter Anstieg der Corona-Fälle in Nordthüringen

In Nordthüringen ist die Zahl der Corona-Fälle leicht angestiegen. Nach aktuellem Stand gibt es im Kreis Nordhausen sechs, im Unstrut-Hainich-Kreis sieben und im Eichsfeld 19 Fälle. Im Kyffhäuserkreis ist die Zahl seit dem Wochenende konstant geblieben. Insgesamt waren dort zwölf Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Fünf davon sind inzwischen wieder genesen. (Anmerkung: In einer ersten Meldung war von insgesamt siebzehn Fällen im Kyffhäuserkreis die Rede, diese Zahl wurde später auf zwölf korrigiert.)

08:15 Uhr | Erfurt zieht Kita- und Hort-Gebühren vorerst nicht ein

Wegen der aktuellen Situation setzt jetzt auch die Stadt Erfurt die Gebühren für Hort und Kindergärten aus. Auch für die Musikschulen und Volkshochschulen würden bis Ende Mai keine Gebühren eingezogen, teilte die Stadtverwaltung mit. Gleichzeitig entfallen in diesen Bereichen vorübergehend die Mahnungen. Bereits vor einer Woche hatten Jena und Weimar angekündigt, den Einzug von Kindergarten- und Hortgebühren vorübergehend auszusetzen. Die Stadt Altenburg hatte vor wenige Tagen angekündigt, noch zu prüfen, inwiefern Die Gebühren erstattet werden können.

08:02 Uhr | Jenaer Soziologe: "Super-Verlangsamung des Lebens"

Der "Corona-Shutdown" in weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens ist nach Einschätzung des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa historisch einmalig. So eine rasende Entschleunigung sei einzigartig. Zugleich zeige das Virus der modernen Gesellschaft Grenzen auf. Die Menschen könnten heute sehr schlecht mit Unwägbarkeiten des Lebens umgehen. Menschen wollten die Kontrolle behalten. Doch derzeit stellten sie fest, dass sie dabei an Grenzen stoßen. Rosa bezeichnete den "Shutdown" als die "Super-Verlangsamung des Lebens". Die biete aber auch Möglichkeiten, mit sich und anderen auf andere Art in Kontakt zu treten. Beispiele dafür sind Hilfen unter Nachbarn oder das Musizieren auf Balkonen trotz Quarantäne und Isolation.

Gesperrter Spielplatz in Erfurt
Spielplätze sind gesperrt, aber Familien dürfen spazieren gehen oder sich in Parks aufhalten - mit Abstand zu anderen Personen. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

07:48 Uhr | Zentralklinik Bad Berka erhöht Kapazitäten für Covid-19-Patienten

Die Zentralklinik Bad Berka (Weimarer Land) hat zusätzliche Kapazitäten für Patienten mit einer Corona-Infektion geschaffen. Wie eine Kliniksprecherin mitteilte, wurden sowohl die ambulante Aufnahme, als auch die stationäre Versorgung aufgestockt. Zudem wurden Intensivbetten eigens für Covid-19 Patienten hergerichtet, hieß es. Die infizierten Personen würden streng räumlich von allen anderen Patienten getrennt. Außerdem hat die Klinik für Freiräume bei Mitarbeitern gesorgt. Operationen, die geplant waren, aber keinem Zeitdruck unterliegen, wurden zurückgestellt, teilte der ärztliche Direktor mit. Dennoch weist die Klinik darauf hin, dass der Ort keine zentrale Abstrichstelle ist. Dafür gebe es Einrichtungen vom Gesundheitsamt.

07:39 Uhr | Zahlen in Südthüringen weitgehend konstant

Laut der aktuellen Statistik ist die Zahl der Corona-Infizierten in Südthüringen weitgehend konstant. Es gibt seit Sonntag kaum neu infizierte Menschen. Die letzte Neuinfizierung wurde am Sonntagmittag im Kreis Sonneberg gemeldet. Nach letztem Stand von Montagabend gibt es in Suhl vier Infizierte, im Kreis Hildburghausen einen, im Kreis Sonneberg sechs. Im Kreis Schmalkalden-Meiningen gibt es bisher 17 bestätigte Corona-Fälle. 15 davon sind noch mit dem Virus infiziert. Zwei gelten als genesen.

07:26 Uhr | Zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern im Supermarkt

In Einkaufsmärkten und für Lieferdienste gelten ab sofort neue Bestimmungen. So ist vor allem auf einen ausreichenden Abstand zum Personal und zu anderen Kunden zu achten. Die Maßnahmen im Überblick:

07:17 Uhr | Quarantäne-Pflicht für Auslandsrückkehrer in Meiningen

Auch der Kreis Schmalkalden-Meiningen hat jetzt eine Quarantäne-Pflicht für alle Ausland-Rückkehrer erlassen. Wer seit dem 9. März außerhalb Deutschlands gewesen ist, muss nach seiner Rückkehr 14 Tage in seiner Wohnung oder auf seinem Grundstück bleiben, teilte das Landratsamt mit. Kinder dürfen in dieser Zeit keine Notbetreuung besuchen. Anlass ist laut Landrätin Peggy Greiser die aktuelle Entwicklung der Corona-Fälle. Derzeit gebe es fast ausschließlich Neuinfektionen bei Reiserückkehrern, vor allem aus dem Alpenraum. Diese hätten danach häufig viele Kontakte zu anderen Menschen im Ilm-Kreis gehabt. Um die Bevölkerung vor weiteren importierten Fällen mit großem Streueffekt zu schützen, könne und wolle der Ilm-Kreis nicht mehr auf ein landeseinheitliches Vorgehen warten. Eine Quarantäne-Pflicht für alle Auslands-Rückkehrer hatten zuvor schon die Stadt Jena und der Unstrut-Hainich-Kreis erlassen.

07:13 Uhr | Erfurter Hauptausschuss erklärt Krisenfall

Andreas Bausewein
Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Erfurter Hauptausschuss hat am Montagabend den Krisenfall erklärt. Damit übernimmt das Gremium in der Corona-Krise die Aufgabe des Stadtrates. Es werden nur unaufschiebbare Projekte oder Vergabeleistungen beschlossen, sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Politik werde nicht gemacht. So hat der Hauptausschuss am Abend fünf Bauvorlagen beschlossen; unter anderem ging es um Vergabeleistungen am Petersberg, dem Leitungsbau im Ortsteil Alach und zwei Tiefbauvorhaben unter anderem in Büßleben. Der Hauptausschuss sei in der Corona-Krise das Gremium, das die Arbeit am Laufen halte, so Bausewein. Vorgesehen sind wöchentliche Treffen - digital oder per Telefonkonferenz sei das bislang nicht möglich. Spätestens Ende Juni muss sich nach der Erfurter Stadtrat wieder treffen, der im Moment pausiert. Die Thüringer Kommunalordnung schreibt vor, dass ein Stadtrat mindestens einmal im Quartal tagen muss.

07:05 Uhr | Sömmerda testet Verdachtsfälle in "Drive-in"

Mögliche Corona-Infizierte sollen ab Dienstag auch in Sömmerda in einem "Drive-in" getestet werden. Die Medizinische Versorgung GmbH Kielstein richtet die mobile Abstrichstelle für ihre eigenen Patienten auf dem Praxis-Gelände ein. Chef Volker Kielstein sagte MDR THÜRINGEN, damit entfielen die Abstriche in der Praxis. Das Ansteckungsrisiko würde noch einmal minimiert. Die Stadt Jena und die Praxis haben ihren Drive-In für ganz Jena am Montag offiziell in Betrieb genommen, getestet wird ab Dienstag. Termine dafür vergibt die Stadtverwaltung an ihrer Hotline. In Erfurt ist Kielstein nach eigenen Angaben in einer "Lauerposition". Ein Corona-Drive-in an einer ehemaligen Tankstelle stehe in den Startlöchern und könne über Nacht starten. Die geplante Eröffnung in der vergangenen Woche hatte sich allerdings verschoben, weil es "keinen Konsens" gibt. Die Stadt baut gerade eigene Abstrichstellen weiter aus.

Ein Schild mit der Aufschrift "Corona Drive in"
In den mobile Teststellen können die zu testenden Personen in ihrem Auto sitzen bleiben. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

07:00 Uhr | Corona-Liveticker am Dienstag

Guten Morgen und einen sonnigen Dienstag,
wir halten Sie in diesem Liveticker über die Entwicklungen der Corona-Pandemie in Thüringen auf dem Laufenden. Denken Sie beim Einkauf daran, dass ab sofort verschärfte Bestimmungen gelten. Am Eingang und auch im Laden muss sichergestellt werden, dass Kunden mindestens 1,50 Meter Abstand zueinander halten.

Was bisher geschah | Der Liveticker von Montag zum Nachlesen

  • Jenas Oberbürgermeister und weitere Mitglieder des Krisenstabs mussten in Quarantäne
  • Das Thüringer Gesundheitsministerium verschärfte die Regeln für Geschäfte
  • Selbstständige und Freiberufler können ab sofort Corona-Hilfe beantragen
  • Neustadt am Rennsteig unter Quarantäne: Eine Notversorgung wurde organisiert
  • Jena bestätigt den ersten Corona-Toten Thüringens
  • Thüringer Rettungsdiensten geht die Schutzausrüstung aus

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. März 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2020, 07:15 Uhr

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