Corona in Thüringen Ticker vom 23. März: Jena bestätigt ersten Corona-Toten in Thüringen

Bundesweit wurden die sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen verschärft, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. In Thüringen starb der erste Mensch an den Folgen des Virus. Die Entwicklungen im Ticker.

Jena von oben mit Eichplatz, Friedrich-Schiller-Universität und Intershop-Tower
Bildrechte: imago images / Karina Hessland

So ging es weiter | Ticker vom Dienstag, 24. März 2020

21:35 Uhr | Ticker-Ende

Wir schließen unseren heutigen Ticker mit einem Audio-Update des Virologen Alexander Kekulé aus Halle. Das ist heute passiert - alles nachzulesen im Ticker:

  • Jenas Oberbürgermeister und weitere Mitglieder des Krisenstabs mussten in Quarantäne - die Tests fielen bislang negativ aus
  • Das Thüringer Gesundheitsministerium verschärfte die Regeln für Geschäfte und Lieferdienste
  • Selbstständige und Freiberufler können ab sofort Corona-Hilfe beantragen
  • Im Zuge dessen war die Website der Thüringer Aufbaubank wegen enormer Klickzahlen stundenlang nicht erreichbar
  • Ganz Neustadt am Rennsteig unter Quarantäne: Eine Notversorgung wurde organisiert
  • Thüringer Rettungsdiensten geht so langsam die Schutzausrüstung aus
  • Jena bestätigt den ersten Corona-Toten Thüringens - es handelt sich um einen 83-Jährigen

21:20 Uhr | "Ich hoffe, die Leute hamstern nicht nur Klopapier"

Literatur ist ein Lebensmittel, findet Katja Cassing. Wer sie beim lokalen Buchhändler kaufe, unterstütze auch kleine Verlage, sagt sie im Gespräch mit MDR KULTUR und erklärt, wie sie durch die Corona-Krise kommt:

21:07 Uhr | Test von Jenas OB Thomas Nitzsche negativ

Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) hat sich nicht mit dem Coronavirus infiziert. Ein entsprechender Test fiel negativ aus, teilte die Stadt am Montagabend mit. Er könne somit wieder unter Einhaltung von strengen Hygienemaßnahmen an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Auch die vorliegenden Ergebnisse weiterer Mitglieder des Krisenstabs fielen bisher negativ aus. Hintergrund der Tests ist, dass ein Dezernent positiv auf Corona getestet worden war.

20:51 Uhr | Schutzmasken aus Thüringen - aus dem Werk oder handgenäht

In Deutschland sind Atemmasken schon länger knapp, aktuell spitzt sich die Situation zu. In Thüringen stellt jetzt eine Matratzenfirma Schutzmasken her und auch in der Textilstadt Apolda ist bei der Lebenshilfe eine kreative Lösung entstanden:

20:37 Uhr | Die Situation der Zahnärzte

Thüringens Zahnärzte sind verunsichert. Einerseits gilt auch weiterhin eine grundsätzliche Behandlungspflicht. Andererseits ist die Ausstattung mit Schutzausrüstung mangelhaft. Klare Anweisungen vom Land gibt es nicht.

20:09 Uhr | Warum die Corona-Pandemie nicht in wenigen Wochen vorbei ist

Unser Lese-Tipp von den Kollegen von Quarks:

19:29 Uhr | Jena bestätigt ersten Corona-Toten

In Jena stieg die Zahl bestätigten Corona-Fälle am Montagabend auf 90. Außerdem bestätigte die Stadt, dass ein 83-Jähriger an den Folgen des Coronavirus gestorben ist. Bei dem Mann war das Virus in der vergangenen Woche nachgewiesen worden. Allerdings war bis jetzt unklar, ob das Virus auch die Todesursache war.

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18:42 Uhr | Einlasskontrollen in Thüringer Geschäften nun Pflicht

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat die Bestimmungen für Geschäfte in der Coronakrise verschärft. Die Maßnahmen treffen Lebensmittelläden, aber auch Post- und Lieferdienste. Noch einmal alle Details:

18:30 Uhr | Kommunalwahlen im Unstrut-Hainich-Kreis abgesagt

Im Unstrut-Hainich-Kreis wurden wegen der Corona-Krise alle sieben Kommunalwahlen bis Ende Juni abgesagt. Laut Landratsamt sind davon die Wahlen der ehrenamtlichen Bürgermeister in Anrode, Mittelsömmern und Sundhausen betroffen. Auch in Weberstedt und Kleinwelsbach werden die Ortschaftsbürgermeister zu einem späteren Zeitpunkt gewählt als geplant.

Die zu Jahresbeginn gegründete Landgemeinde Nottertal-Heilinger Höhen bleibt ebenfalls zunächst ohne hauptamtlichen Bürgermeister und neugewählten Stadtrat. Der Wahltermin am 7. Juni 2020 ist ebenfalls aufgehoben.

Wahlzettel wird in eine Wahlurne geworfen
Im Unstrut-Hainich-Kreis wurden die kommenden Kommunalwahlen abgesagt. Bildrechte: Colourbox.de

17:55 Uhr | Knapp 700 Thüringer Schüler in Notbetreuung

Am Montag befanden sich an Thüringer Schulen 694 Schüler in der Notbetreuung, teilte das Land mit. Die Zahl sei damit im Vergleich zur Vorwoche wieder leicht gestiegen, bewege sich aber weiter auf dem niedrigen Niveau, dass zur Eindämmung der Pandemie notwendig sei.

17:22 Uhr | Corona-Hilfen: Internetseite der Aufbaubank überlastet

Seit Montagnachmittag können Freiberufler und selbstständige Unternehmer, die von der Corona-Krise betroffen sind, eine Soforthilfe beantragen. Die maximale Summe beträgt derzeit 30.000 Euro.

Kurz nach dem geplanten Start des Angebotes am Montagnachmittag war die Internetpräsenz der Thüringer Aufbaubank nicht mehr zu erreichen. Laut Angaben der Bank war auch das Hochladen der Antrags-Dokumente aufgrund der enormen Klickzahlen nicht möglich.

16:25 Uhr | Strengere Regeln im Supermarkt

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat zwei neue Erlasse für den Einzelhandel sowie für Post- und Lieferdienste erlassen. Dadurch sollen Kunden und Personal besser geschützt werden, teilte Gesundheitsministerin Heike Werne (Linke) am Montag mit. Beispielsweise sind Einlasskontrollen im Supermarkt Pflicht. Die Maßnahmen ergänzen die Erlasse über infektionsschützende Maßnahmen vom 19. März.

Künftig gilt für Einkaufsmärkte:

  • Abstand von mindestens 1,50 Meter zwischen den Kunden sicherstellen
  • Ausschluss von Teilnehmern mit erkennbaren Symptomen einer Covid-19-Erkrankung
  • verstärkte Reinigungs-und Desinfektionsmaßnahmen
  • aktive Information der Kunden über allgemeine Schutzmaßnahmen wie Händehygiene, Abstand halten und Husten- und Nies-Etikette
  • Bereitstellung von Desinfektionsmitteln
  • Steuerung des Zutritts (Einlasskontrollen)

Für Lieferdienste und Postdienstleistungen gilt folgendes:

  • Mitarbeiter mit Erkältungssymptomen und Rückkehrer aus Risikogebieten sind von der Arbeit freizustellen
  • Mitarbeiter sind über Hygieneregeln wie häufige Händereinigung und -desinfektion, Abstandsregeln und die Husten-und Nies-Etikette zu unterweisen
  • Abstand von mindestens 1,50 Meter zum Kunden ist sicherstellen; Gruppenbildungen und Warteschlangen am Abgabeort sind zu unterbinden
  • verstärkte Reinigungs-und Desinfektionsmaßnahmen
  • Bereitstellung von Desinfektionsmitteln für das Personal
  • beim Außerhaus-Verkauf von Speisen ist zu gewährleisten, dass kein Verzehr vor Ort stattfindet

15:45 Uhr | Besuche der Geraer Verwaltung nur noch in Ausnahmefällen

In der Stadtverwaltung Gera sind Bürgerbesuche nur noch in Ausnahmefällen möglich. Alle persönlichen Gesprächstermine entfallen ab sofort. Besuche soll es nur noch nach Terminabsprache per E-Mail oder Telefonanruf geben. Die Auszahlung von Geldleistungen hat laut Stadt oberste Priorität. Sie solle sichergestellt werden, indem die Sicherheitsregeln eingehalten werden.

Marktplatz und Rathaus in Gera
Marktplatz und Rathaus in Gera Bildrechte: IMAGO

15:15 Uhr | Schutzausrüstung für Rettungsdienste wird knapp

Obwohl eine Infektionswelle erst beginnt, haben Rettungsdienste in Thüringen zunehmend Probleme bei der Versorgung mit Schutzausrüstung. Das Sozialministerium will reagieren. Alle Details:

14:57 Uhr | Telefonsprechstunden bei der Lebensberatung

Die Lebensberatungsstellen in Erfurt bieten Telefonsprechstunden an. Geschlossene Kindergärten und Schulen sowie eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten würden viele Familien in den kommenden Wochen vor große Herausforderungen stellen, heißt es. Die drei Erfurter Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen seien sowohl telefonisch als auch auf ihren Online-Beratungsplattformen für Eltern und Kinder da, teilt die Stadtverwaltung mit.

So könnten beispielsweise bei der Psychologischen Beratungsstelle und Pro familia außerhalb der Sprechzeiten Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden. Spätestens am Folgetag werde reagiert und zurückgerufen. Auch das Online-Beratungsportal der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung kann genutzt werden.

14:32 Uhr | Niedergelassene Ärzte bereiten sich in Jena vor

In Jena werden momentan thüringenweit die meisten Fälle des Corona-Virus registriert. Dort bereiten sich gegenwärtig niedergelassene Ärzte auf eine größere Infektionswelle durch Covid-19 vor. Laut der Stadt arbeiten ab dieser Woche vier sogenannte Infektpraxen mit wechselnden Teams aus Ärzten und medizinischen Fachangestellten.

In fast jedem Jenaer Wohngebiet gibt es nun eine solche Praxis. Dort können sich Patienten mit Infektionssymptomen wie Husten, Fieber, Gliederschmerzen und Schnupfen vorstellen. Die Patienten werden aber gebeten, sich telefonisch oder per E-Mail anzumelden und Termine in der betreffenden Praxis zu vereinbaren.

Die Infektpraxen dienen auch dazu, das Uniklinikum Jena und insbesondere die zentrale Notaufnahme zu entlasten. Um für chronisch kranke und ältere Patienten das Infektionsrisiko so niedrig wie möglich zu halten, sollen sie auch weiter vor allem über Telefon- oder Videosprechstunden betreut werden.

13:57 Uhr | "Offene Gärten" thüringenweit abgesagt

Die beliebten Gartentouren "Open Gardens - Offene Gärten" sind in diesem Jahr thüringenweit abgesagt. Dazu haben sich die Organisatoren aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen strengen Regeln entschlossen. Einer Mitteilung zufolge vertrösten die Trägervereine Bund der Landschaftsarchitekten Thüringens und Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur Thüringen alle Gartenfreunde auf das nächste Jahr. Dann würden private Gartenliebhaber im Mai und Juni ihre Pforten wieder für Interessierte öffnen, teilten sie am Montag mit.

13:49 Uhr | Ein kompletter Ort unter Quarantäne

In Neustadt am Rennsteig (Ilm-Kreis) sind alle Zufahrten gesperrt - niemand darf den Ort verlassen. Eindrücke der Quarantäne in Bildern:

13:02 Uhr | Mundschutz mit Heidi und dem kleinen Maulwurf

Im Caritas-Altenzentrum St. Josef in Bad Langensalza ist ein Aufruf des Awo-Regionalverbands Mittelthüringen auf offene Ohren gestoßen. Eine Mitarbeiterin hat Mundschutz-Masken genäht - und zwar farbenfrohe mit bekannten Motiven.

Mundschutz-Masken mit bunten Motiven liegen nebeneinander.
Bildrechte: MDR/Annette Kämpf

12:58 Uhr | Gesprächsangebot für Senioren in Eisenberg

Der Seniorenbeirat der Stadt Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) bietet ein telefonisches Gesprächsangebot speziell für Senioren an. Dort können ältere Eisenberger anrufen, die allein sind und sich einfach mal wieder mit anderen austauschen wollen. Die kostenfreie Nummer (0800) 470 8090 ist täglich von 8 bis 22 Uhr geschaltet. Der Seniorenbeirat Eisenberg ruft die Senioren weiter dazu auf, zu Hause zu bleiben, um eine Ansteckungsgefahr zu vermeiden.

12:41 Uhr | Polizei warnt vor gefährlichen Mails

Die Thüringer Polizei warnt vor gefälschten Mails mit Corona-Bezug, die im Umlauf sind. Mit diesen sogenannten Phishing-Mails würden Betrüger versuchen, an die persönlichen Daten von Internetnutzern zu kommen, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion MDR THÜRINGEN. Nach seinen Angaben liegen in Thüringen noch keine Betrugsanzeigen von Betroffenen vor. Die Warnung sei aber vom Bundeskriminalamt (BKA) an alle Länderpolizeien gegangen. Demnach würden die Betrüger dem Empfänger vortäuschen, dass die Mail vom Gesundheitsamt, der Weltgesundheitsorganisation oder einer anderen Behörde stamme. Die Anhänge dieser Mails enthalten eine Schadsoftware. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt zudem vor einer "Corona-Karte", die angeblich in Echtzeit angibt, wo Corona-Infektionen registriert worden sind. Werde die Karte geöffnet, lädt sich im Hintergrund eine Schadsoftware hoch, die Passwörter ausliest.

12:31 Uhr | Rennsteig unterbrochen - Umleitung eingerichtet

Ein Rennsteigegweiser in der aufgehenden Morgensonne.
Wanderer müssen auf dem Rennsteig einen Umweg beachten - aufgrund der Qurantäne von Neustadt. Bildrechte: dpa

Die Quarantäne von Neustadt hat Auswirkungen auf den Rennsteig-Wanderweg: Thüringens bekanntester Höhenwanderweg ist nun unterbrochen. Der Rennsteig führt normalerweise mitten durch den Ort. Wie der Regionalverbund Thüringer Wald mitteilte, ist eine Umleitung eingerichtet. Sie verläuft auf einer alternativen Route um den Ort herum. Wanderer sollten sich über das Tourenportal Thüringer Wald informieren. Der Rennsteig führt auf rund 170 Kilometern von Hörschel bis nach Blankenstein.

12:12 Uhr | Rettungsdiensten fehlt Ausrüstung

Ein T-Shirt mit dem DRK-Logo
Der Eigenschutz bei Rettungseinsätzen müsse bestmöglich gewahrt sein, sagte ein DRK-Sprecher. Bildrechte: dpa

Die Bestände von Schutzanzügen, -Masken und Desinfektionsmitteln werden bei einigen Thüringer Rettungsdiensten knapp. Das sagte der Pressesprecher des DRK-Landesverbandes, Dirk Bley. Dabei befände man sich nach jetzigen Einschätzungen erst am Beginn der Infektionswelle. Die extrem steigenden Preise für die Hilfsmittel verschärften die Situation zusätzlich. Das Thüringer Sozialministerium kündigte noch für Montagnachmittag Gespräche an, um das Weiterverteilen der Schutzausrüstungen speziell an die Rettungsdienste zu regeln und zu sichern. Das DRK verweist auf die Vorschriften, wonach Rettungsfahrzeuge und Sanitäter mit einer bestimmten Ausrüstung ausgestattet sein müssen. Vor allem bei Einsätzen mit Corona-infizierten Patienten sei das Ansteckungsrisiko groß.

12:01 Uhr | Bewohner zünden Kerzen für tödlich verunglückten Jungen an

Mit Kerzen im Fenster erinnern Bewohner in Niederdorla im Unstrut-Hainich-Kreis an einen kürzlich tödlich verunglückten Jungen. Weil der 13-Jährige aufgrund der Corona-Krise nur im engsten Familienkreis beerdigt werden konnte, sind Bewohner, Mitschüler und Freunde auf das Internet ausgewichen und haben außerdem Kerzen ins Fenster gestellt. Es gelte jetzt, weiterhin die Daumen für einen ebenfalls verunglückten Jugendlichen zu drücken, sagte Ortsbürgermeister Eberhard Schill. Der 16-Jährige liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Der 13-Jährige war vor acht Tagen bei einem Verkehrsunfall bei Seebach ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben saß der Junge als Sozius auf dem Moped des 16-Jährigen, als das Fahrzeug mit einem Auto zusammenstieß.

11.43 Uhr | DRK richtet Quarantäne-Station in Jena ein

Der stillgelegte Bereich eines DRK-Gebäudes in Jena-Winzerla ist zur einer Quarantäne-Station umgerüstet worden. In dem separaten Wohnbereich können bis zu sechs Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten für die Dauer der Quarantäne-Zeit untergebracht werden.

11:28 Uhr | Anträge auf Soforthilfe ab Montagnachmittag möglich

Unternehmer und Freiberufler in Thüringen können ab Montagnachmittag Anträge auf Soforthilfe stellen. Federführend ist die Thüringer Aufbaubank, dort erhalten Betroffene alle nötigen Informationen und Unterlagen, sagte ein Sprecher des Thüringer Wirtschaftsministeriums. Hilfe und Informationen bieten auch die Wirtschaftskammern. Die Landesregierung hatte Ende vergangener Woche ein Corona-Soforthilfeprogramm für die Thüringer Wirtschaft beschlossen. Laut Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ist das Programm nur für jene Unternehmen gedacht, die wegen der Corona-Krise unverschuldet in eine finanzielle und existenzbedrohende Notlage geraten sind. Die Anträge können per Post oder E-Mail abgegeben werden. Das Wirtschaftsministerium rechnet mit etwa 1.500 Anträgen täglich. Die Auszahlung der Soforthilfen, die bis zu 30.000 Euro betragen können, soll binnen weniger Tage nach Antragstellung gewährleistet werden. Mit leichten Verzögerungen zu Beginn müsse gerechnet werden.

11:12 Uhr | Anstieg der Corona-Infizierten in Thüringen

Vom 1. bis 11. März wurden täglich nur einzelne bestätigte Corona-Fälle in Thüringen gemeldet. Wie die Grafik zeigt, geht die Kurve seitdem deutlich stärker nach oben.

10:51 Uhr | Neustadt unter Quarantäne: Notversorgung wird organisiert

In Neustadt am Rennsteig greift die Quarantäne. Zufahrten in den 900-Einwohner Ort im Ilm-Kreis wurden gesperrt. Nach Angaben des Landratsamtes darf in den kommenden zwei Wochen niemand Neustadt verlassen. Zutritt werde nur in Ausnahmefällen und unter Vollschutz zugelassen. Auch für zwei in dem Ort lebende Dialyse-Patienten gibt es Ausnahmen. Transporte wurden organisiert, um sie zur Behandlung und wieder zurückzufahren. Zudem werde gerade die Notversorgung mit Essen, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Dingen organisiert. So müssen unter anderem 13 Kinder, die in dem Kinderheim in Neustadt untergebracht sind, versorgt werden. Hintergrund der Quarantäne sei, dass sechs der derzeit insgesamt elf im Ilm-Kreis bekannten Corona-Infizierten aus Neustadt am Rennsteig kommen. Deshalb gelte dort ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Eine abgesperrte Straße.
Durchfahrt verboten: Die Wege nach Neustadt am Rennsteig sind gesperrt. Bildrechte: MDR / Michael Hesse

10:42 Uhr | Sechs Corona-Patienten im Landkreis Sömmerda

Im Landkreis Sömmerda gibt es inzwischen sechs Corona-Patienten. Darüber hat das Landratsamt Montagvormittag informiert. Über das Wochenende sei die Zahl der Infektionen gestiegen. Alle sechs Patienten befänden sich in häuslicher Quarantäne, hieß es. Das Gesundheitsamt ermittele nun die Kontaktpersonen, um Infektionsketten nachvollziehen zu können. Die erste Corona-Infektion war erst in der vergangenen Woche bestätigt worden.

10:18 Uhr | Pandemieplan für Staatsanwaltschaften

Die Thüringer Staatsanwaltschaften stellen ab Montag wegen der Corona-Pandemie ihre Arbeit auf Notbetrieb um. Der Pandemieplan bedeutet auch für die Strafverfolger im Freistaat Homeoffice und Schichtsystem. Dies funktioniert jedoch bisher nur bedingt. Nach MDR THÜRINGEN-Informationen können die Staatsanwälte von ihrem Laptop nicht auf die zentralen Systeme zugreifen. Es fehlen entsprechende Sicherheitsprogramme, heißt es. Also müssen die Staatsanwälte später, im Büro, alles von Hand ins elektronische System einpflegen. Die Strafverfolgung laufe dennoch in vollem Umfang weiter, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft in Jena. Haftbefehle könnten bei den Amtsgerichten jederzeit beantragt werden.

10:04 Uhr | Supermarkt begrenzt Verkauf von Toilettenpapier

Entgegen aller Aufforderungen, keine Hygieneprodukte oder Lebensmittel in Massen zu kaufen, sind manche Produkte in vielen Supermärkten häufig vergriffen. Ein Geschäft im Erfurter Hauptbahnhof reagiert nun mit besonderen Hinweisen auf die hohe Nachfrage - und begrenzt den Verkauf. Ziel sei es, allen Kunden die Möglichkeit zum Kauf zu bieten. In den vergangenen Tagen gingen viele Kunden leer aus, da andere zu viel "gehamstert" hatten.

09:55 Uhr | Mobile Teststation geht in Jena in Betrieb

In Jena nimmt am Montag die erste mobile Corona-Teststation ihren Betrieb auf. Sie ist kurzfristig auf einem Parkplatz unterhalb der Lobdeburg errichtet worden. Nach Anmeldung können Patienten dort mit dem Auto durch ein Zelt fahren, in dem Abstriche genommen werden. Laut Stadtverwaltung handelt es sich um ein gemeinsames Projekt mit der ambulanten medizinischen Versorgungs GmbH Kielstein. Das Unternehmen betreibt an mehreren Standorten in Thüringen separate Anlaufstellen für infektiöse Patienten und deren Angehörige. Mit der neuen Teststelle in Altlobeda konnten die Kapazitäten für Corona-Tests im Süden der Stadt erweitert werden, heißt es aus der Stadtverwaltung Jena.

09:34 Uhr | Polizei schickt Jugendliche von Fußballplatz

Die Polizei in Suhl hat am Sonntagabend sechs Jugendliche des Stadions verwiesen. Sie waren über den Zaun zum Stadion "Haseltal" geklettert. Als die Beamten am Bolzplatz ankamen, saßen die Jugendlichen in geselliger Runde zusammen. Nach einem Platzverweis verließen sie das Stadion. Mehr als zwei Personen dürfen sich derzeit öffentlich nicht treffen - mit Ausnahmen von Personen aus einem Haushalt.

09:09 Uhr | Abellio schränkt Fahrplan ein

Der Bahnanbieter Abellio schränkt ab Montag seinen Fahrplan ein. Wie Sprecher Matthias Neumann mitteilte, betrifft das in Nordthüringen die Linie RB 51 zwischen Nordhausen und Heiligenstadt. Demnach entfallen die Fahrten um 6:31 Uhr von Nordhausen nach Leinefelde, um 13:25 Uhr von Leinefelde nach Heiligenstadt und 14:20 Uhr von Heiligenstadt nach Nordhausen. Wie lange der neue Fahrplan gelten soll, hänge davon ab, wie sich die Situation weiterentwickelt, so Neumann. Das Kundencenter ist zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern bis auf Weiteres geschlossen.

08:51 Uhr | Weitere Rückkehrer aus Risikogebieten

Im Weimarer Land und in Weimar ist die Zahl der mit Corona-Infizierten in den vergangenen Tagen nahezu konstant geblieben. Die Behörden meldeten Sonntagabend 13 Infizierte im Weimarer Land und zwölf in Weimar. Das ist jeweils ein Fall mehr, als Ende vergangener Woche. Allerdings stieg die Zahl der Menschen in häuslicher Quarantäne, hieß es. Nach wie vor kehrten Menschen aus Risikogebieten zurück.

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08:34 Uhr | Zufahrten nach Neustadt am Rennsteig gesperrt

In Neustadt am Rennsteig greift die Quarantäne: Zufahrten in den 900-Einwohner Ort im Ilm-Kreis wurden gesperrt. Nach Angaben des Landratsamtes darf in den kommenden zwei Wochen niemand Neustadt verlassen. Zutritt werde nur in Ausnahmefällen und unter Vollschutz zugelassen. Zu den Ausnahmen gehören Pflegedienste, Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei. Hintergrund der Quarantäne sei, dass sechs der derzeit insgesamt elf im Ilm-Kreis bekannten Corona-Infizierten aus Neustadt am Rennsteig kommen.

08:05 Uhr | Polizei verteilt 50 Platzverweise in Thüringen

In Nordthüringen hat die Polizei am Wochenende verschärft die neuen Regeln zum Schutz vor dem Corona-Virus kontrolliert. So haben Beamte in Leinefelde am Sonntag drei Menschen vor einem Döner-Imbiss vom Platz verwiesen, wie die Polizei mitteilte. Sie hätten zu nahe beieinander gestanden. Landesweit erteilte die Polizei mehr als 50 Platzverweise wegen Verstößen gegen sogenannte Corona-Regeln. Die meisten Menschen hätten sich nach einer Belehrung einsichtig gezeigt, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei appellierte nochmals an die Vernunft, solche Treffen zu unterlassen. Seit Montag sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben.

07:53 Uhr | Musiker setzen Zeichen der Solidarität

Auch in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben Musiker am Sonntagabend für ihre Nachbarn musiziert. Mit der "Ode an die Freude" von Ludwig van Beethoven spielten sie für alle, die aufgrund von Corona zu Hause bleiben müssen.

So setzten unter anderem Musiker in der Mühlhäuser Innenstadt ein Zeichen der Solidarität. Sängerin Tina Zwickies und Gitarrist Olaf Meinel standen gut eine Stunde am Fenster. Die beiden Mitglieder von "Simple Live" spielten auch Wunschlieder und eigene Songs in deutscher und englischer Sprache. Auch Gemeindepädagogin Susanne Henning hatte ihre Klarinette ans Fenster geholt. In Dingelstädt war Trompeter Thomas Johannes Wiederhold und im Mühlhäuser Ortsteil Grabe Eventsängerin Theresa Käppler zu hören. In Nordhausen musizierten Melissa Hart und Artur Hubert vom Loh-Orchester am Fenster des Theaters. Ebenfalls in Nordhausen spielten Superintendent Andreas Schwarze auf der Trompete und Ehefrau Kathrin auf dem Cello. In Erfurt griffen unter anderem Sängerin Christina Rommel und "Osaka Rising"-Musiker Stephan Janson auf dem Balkon zur Gitarre.

07:40 Uhr | Busse in Weimar fahren nach Ferienplan

In Weimar fahren ab Montag weniger Busse. Wie die Stadtwirtschaft mitteilte, gilt dann der ausgedünnte Ferienfahrplan. Grund sind die geschlossenen Schulen. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen bleibt der Fahrplan dagegen unverändert, hieß es. Bereits vor einiger Zeit hat die Stadtwirtschaft zudem den Ticketverkauf eingeschränkt. Fahrkarten können nicht mehr beim Fahrer erworben werden. Der Zutritt über die Vordertür ist gesperrt, um Kontakt zu vermeiden.

07:32 Uhr | Erzieherinnen nähen Schutzmasken

Im Eisfelder Ortsteil Sachsenbrunn nähen Erzieherinnen ab Montag Schutzmasken für Krankenschwestern und Pfleger. Wie Bürgermeister Sven Gregor MDR THÜRINGEN sagte, hat ihn ein Hilferuf aus dem Krankenhaus in Hildburghausen erreicht. Demnach würden dringend Schutzmasken gebraucht. Der Eisfelder Heimatverein und Erzieherinnen der Kindergärten besorgten daraufhin Material. Wie ein Vereinssprecher sagte, sollen die Masken aus Baumwolle gefertigt werden, damit sie zur Desinfektion gekocht werden können. Die Schutzmasken sollen ab Montag im Kindergarten genäht werden. Auch der Vizelandrat des Landkreises Sonneberg, Jürgen Köpper, spricht von einer schwierigen Lage in den Krankenhäusern der Region. Noch reiche die Zahl der Schutzausrüstungen zwar aus, aber es müsste dringend Nachschub her.

07:13 Uhr | Handwerker spüren Folgen der Pandemie unterschiedlich stark

Eine Verkäuferin greift in einer Bäckerei nach einem Brot.
Bäckereien dürfen in Thüringen weiterhin geöffnet haben. Bildrechte: dpa

Die Handwerker in Thüringen sind von der Corona-Pandemie unterschiedlich stark getroffen. Vor allem Friseure oder Kosmetiksalons leiden stark unter den staatlich angeordneten Schließungen ihrer Läden, wie der Sprecher der Handwerkskammer Ostthüringen, André Kühne, sagte. Weil wegen abgesagter Veranstaltungen Catering-Aufträge weggebrochen seien, verzeichnen auch Fleischer und Bäcker teilweise deutliche Auftragseinbrüche. Dagegen hat laut Handwerkskammer das Bauhandwerk bisher keine größeren Probleme signalisiert. Bei der Ostthüringer Kammer hatten sich in den vergangenen Tagen mehr als 1.000 Handwerker mit Corona bedingten Problemen gemeldet. 

07:05 Uhr | Jenas Oberbürgermeister Nitzsche in Quarantäne

Der Corona-Krisenstab in Jena ist unter Quarantäne gestellt worden. Stadtsprecher Kristian Philler sagte MDR THÜRINGEN, betroffen seien rund 15 Personen von mehreren Institutionen. Auch Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) steht vorläufig unter Quarantäne. Hintergrund ist laut Philler, dass ein Dezernent positiv auf Corona getestet wurde. Er sei aber symptomfrei. Inzwischen seien auch die anderen Stabsmitglieder getestet worden. Die Ergebnisse werden am Dienstag erwartet. Bis dahin arbeite der Stab im Homeoffice, erklärte der Stadtsprecher. Der Krisenstab koordiniert die Arbeiten im Zusammenhang mit den Corona-Fällen in der Stadt.

07:00 Uhr | Corona-Liveticker am Montag

Guten Morgen, wir wünschen einen guten Start in die sonnige, aber kalte Woche. Auch heute informieren wir hier über die Entwicklungen der Corona-Pandemie in Thüringen.

Was bisher geschah | Der Liveticker von Sonntag zum Nachlesen

  • Neustadt am Rennsteig unter Quarantäne: Ort für zwei Wochen abgeriegelt
  • "Ode an die Freude" gespielt: Thüringer musizieren auf Balkonen
  • Ramelow: "Dem Virus nicht die Macht über unser Leben geben"
  • Regionalbahnen verändern ihre Fahrpläne

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm/sar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. März 2020 | 19:00 Uhr

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