Ticker vom 15.03.2020 Coronavirus in Thüringen: "Notfallbetreuung nur für wenige Kinder"

Das Coronavirus wirkt sich immer stärker auf das öffentliche Leben in Thüringen aus. Eine Veranstaltung wurde aufgelöst, die Bahn schränkt den Regionalverkehr ein und es werden neue Infektionen gemeldet. Die aktuellen Corona-Entwicklungen können Sie hier im Liveticker verfolgen.

So ging es weiter | Ticker vom Montag, 16. März

Die weitere Entwicklung finden Sie im Ticker für Montag, 16. März 2020.

20:00 Uhr | Ticker-Ende

Wir schließen den Ticker von Sonntag, den 15. März 2020. Den Corona-Virus-Ticker von MDR THÜRINGEN für Montag, 16. März, finden Sie hier.

19:30 Uhr | Bildungsminister Holter: "Notfallbetreuung nur für wenige Kinder"

Für die Notfallbetreuung an Thüringer Kitas und Schulen sind Kriterien aufgestellt worden. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte nach Gesprächen mit den staatlichen Schulämtern, es werde nur für wenige Kinder eine Notbetreuung geben. Das betreffe solche, deren beide Eltern in essenziell wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens arbeiten. Dazu gehören das Gesundheitswesen und der Pflegebereich, Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Ausnahmen sind im Einzelfall auch möglich für Bereiche von zentraler Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung mit notwendigen Gütern oder Diensten. Alle anderen Kinder sollen zu Hause lernen. Die Lehrerinnen und Lehrer bereiten laut Holter dafür die analogen und digitalen Lernmaterialien vor.

18:35 Uhr | Betreuungsangebote während Schulausfall nicht für alle Schüler

Wie läuft der Unterricht in den nächsten Tagen und Wochen? Das fragen sich nicht nur viele Eltern, sondern auch viele Lehrer und Schulleiter. Die Schulen seien oftmals auf sich allein gestelllt. Manche hätten aber auch schon Ersatz organisiert, sagt Frank Fritze vom Thüringer Lehrerverband im Interview mit MDR THÜRINGEN.

Für Schüler von Klasse 1 bis 6 müsse ein Betreuungsangebot vorgehalten werden. Das gelte aber nur für Kinder, deren Eltern in Betrieben arbeiten, die für die Infrastruktur wichtig sind. Als Beispiele nannte er Mitarbeiter von Stromversorgern, Krankenhäusern und der Polizei. Das komplette Interview können Sie sich hier anhören.

17:50 Uhr | Zwei neue Corona-Verdachtsfälle in Suhler Erstaufnahmeeinrichtung

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl gibt es zwei neue Corona-Verdachtsfälle. Das teilte Suhls Oberbürgermeister André Knapp am Sonntag mit. Gestern war einer der über 500 derzeitigen Bewohner der Einrichtung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Derzeit stehen alle Bewohner unter Quarantäne. Die Option die Bewohner auf verschiedene Flüchtlingseinrichtungen zu verteilen, um die Lage zu entzerren, hat Knapp vorerst ausgeschlossen. Weitere Infektionen sollen durch einen Aufnahmestopp der Einrichtung verhindert werden. Außerdem sagte Knapp, die Isolierstation der Gebäudes in Suhl könne bis zu 600 Menschen aufnehmen.

17:45 Uhr | Zahl der Corona-Infektionen in Erfurt auf zehn gestiegen

In Erfurt ist die Zahl der mit dem neuartigen Corona-Virus infizierten Menschen auf zehn gestiegen. Wie die Stadtverwaltung am frühen Sonntagabend mitteilte, sind die Neuinfizierten zu Hause in Quarantäne. Eine stationäre Aufnahme sei nicht notwendig gewesen, da sie nur leicht erkrankt seien. Der Pandemiestab der Stadt Erfurt tagte am Wochenende und klärte unter anderem die Frage der Kinderbetreuung für Mitarbeiter der Kernbereiche Feuerwehr, Pass- und Meldewesen, Klärwerk sowie für medizinisches Personal, damit diese nicht wegen der Kinderbetreuung ab Dienstag zuhause bleiben müssen. Vier bis fünf Ersatz-Kitas sollen eingerichtet werden. Am Montag soll daran weiter gearbeitet werden.

Laut Stadtverwaltung sollte das Corona-Info-Telefon der Stadt Erfurt am Wochenende aus Personalgründen geschlossen bleiben. Doch am Samstagmorgen kamen praktisch im Minutentakt Anrufe von Ratsuchenden im Rathaus an, so dass die Hotline spontan vom städtischen Pressesprecher geöffnet wurde. Rund 170 Anrufe wurden registriert, fast alle von Erfurter Rückkehrern aus dem Skiurlaub in Österreich. Aber auch Anrufer und Anruferinnen aus dem gesamten Bundesgebiet meldeten sich. Nach Aussagen der Nicht-Erfurter war das städtische Infotelefon das Einzige, das am Wochenende deutschlandweit erreichbar war.

Corona-Hotline Erfurt
Rund 170 Anrufe wurden beim Erfurter Corona-Info-Telefon am Wochenende registriert. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Hauptsächlich wollten die Menschen wissen, was die häusliche Quarantäne genau bedeutet und wo sie diese anzeigen müssen. Die Mitarbeiter an der Hotline erklärten, dass bei Rückkehr aus Risikogebieten 14 Tage häusliche Isolation Pflicht sind, beginnend mit dem Tag der Ankunft in Erfurt. Mit einer Mail (infektionsschutz@erfurt.de) bzw. einem Telefonat (0361-655 4290) muss das Gesundheitsamt informiert werden. Dieses verschickt im Laufe der nächsten Tage eine Quarantäne-Anordnung, die alle weiteren Fragen zu Verdienstausfall und Entschädigung regelt. Unter den Menschen, die in Quarantäne müssen, waren auch sieben Ärzte/Ärztinnen und ein Apotheker.

16:45 Uhr | ARD-Sender passen ihr Programm für Kinder an

Viele ARD-Fernsehsender stellen ihr Kinderprogramm wegen den Schul- und Kitaschließungen um. Der WDR will ab Mittwoch "Die Sendung mit der Maus" täglich vormittags ausstrahlen. Ab Montag baut auch der SWR sein Programm um. Ab 8 Uhr sei ein "Tigerenten Club Spezial" zu sehen, danach folgten "Planet Schule" und "Planet Wissen". Der KiKA zeigt nach dem Vorschulprogramm "KiKANiNCHEN" zusätzlich Animationsserien für Schüler. Serien wie "Yakari" und "Garfield" sollen die Zeit zu Hause verkürzen. Danach folgen jeweils im täglichen Wechsel die Wissensmagazine "Wissen macht Ah!“, "PUR+", "Anna und die wilden Tiere" und "Löwenzahn". Der Bayerische Rundfunk kündigte an, montags bis freitags unter dem Motto "Schule daheim" zwischen 9 und 12 Uhr auf ARD-alpha ausgesuchte Lernformate zu zeigen.

16:15 Uhr | Seniorenheime schränken Besuche ein

Ein Aushang an einem Altenheim, wonach die Einrichtung für Besucher geschlossen ist.
Wie hier an einem Erfurter Seniorenheim schränken immer mehr Seniorenheime die Besuche von externen Gästen ein, um die Bewohner vor dem Coronavirus zu schützen. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder

16:00 Uhr | Zusammenfassung der Ereignisse bisher

Zwischenstand: Ein kurzer Überblick über die bisherigen Ereignisse des Tages rund um das Coronavirus in Thüringen:

  • Die Zahl der Corona-Infektionen ist weiter gestiegen. Aktuell sind in Thüringen laut Thüringer Gesundheitsministerium mindestens 51 Fälle bekannt.
  • Der Bahn- und Busverkehr soll in der neuen Woche deutlich eingeschränkt werden.
  • Im Wartburgkreis wurde eine Veranstaltung aufgelöst, nachdem gegen Auflagen des Corona-Erlasses verstoßen wurde.

Die Entwicklungen im Detail:

15:30 Uhr | Bericht: Deutschland schließt Grenzen

Deutschland schließt einem Medienbericht zufolge ab Montag seine Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz. Darauf hätten sich unter anderen Bundesinnenminister Horst Seehofer, Gesundheitsminister Jens Spahn und Länder-Ministerpräsidenten verständigt, berichtet "Bild". Die Schließung solle ab 8 Uhr am Montagmorgen gelten. Der Warenverkehr zwischen Deutschland und den Nachbarstaaten solle aber weiter gesichert bleiben. Auch dürften Pendler weiterhin die Grenzen passieren, schrieb die "Bild".  Hintergrund sei nicht nur die Eindämmung der Corona-Pandemie, sondern auch der Versuch, Hamsterkäufe von Ausländern zu unterbinden, die im grenznahen Raum bereits zu Versorgungsproblemen geführt hätten, berichtete das Blatt.

15:20 Uhr | Fragen zu Notbetreuung noch offen

Angesichts der geplanten Kita- und Schulschließungen in Thüringen soll eine Notbetreuungen für bestimmte Berufsgruppen eingerichtet werden. Der bildungspolitische Sprecher der Thüringer CDU-Fraktion, Christian Tischner, kritisierte, dass am Wochenende noch nicht feststand, wie genau die Kommunen diese Betreuung organisieren und welche Berufsgruppen berücksichtigt werden sollen. Ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte, man arbeite an dem Problem und wolle voraussichtlich am Montag genauere Informationen geben.

15:15 Uhr | Betreuung gesucht: Eltern von 100.000 Kindern arbeiten Vollzeit

Berufstätige Eltern von Zehntausenden Kindern stehen von Dienstag an vor großen Herausforderungen: So sind bei rund 102.000 Kindern bis 16 Jahren in Thüringen die Eltern in Vollzeit beschäftigt. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Um 24.000 Kinder kümmern sich Alleinerziehende, die Vollzeit berufstätig sind. Die Thüringer Landesregierung hatte am Freitag verkündet, dass die Schulen und Kitas im Freistaat ab Dienstag bis zum Ende der Osterferien geschlossen bleiben. Susanne Ferschl, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, forderte für betroffene Eltern eine Entgeltfortzahlung ähnlich wie im Krankheitsfall, nämlich sechs Wochen vollen Lohnausgleich.

14:30 Uhr | Corona-Impfstoff: USA wollen deutsche Firma

Die USA und Deutschland streiten nach einem Medienbericht über die Tübinger Firma Curevac, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln will. US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler, die an einem Corona-Impfstoff arbeiten, mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken beziehungsweise das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kritisiert den amerikanischen Übernahmeversuch: "Ich halte diesen Vorgang für politisch unsäglich und eine schwere Belastung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen", sagte Tiefensee. Er erwarte von Bundesregierung und von der Europäischen Kommission, "in der momentanen Krisensituation alle Mittel auszuschöpfen, um diese Standortverlagerung zu verhindern". Es liege im nationalen und im europäischen Interesse, wichtige medizinische Forschung, die noch dazu teilweise auch vom deutschen Steuerzahler finanziert worden sei, im Land zu halten.

Eine Frau in Schutzkleidung hält ein kleines Flächschen.
Unter anderem eine Firma aus Tübingen sucht nach einem Coronavirus-Impfstoff. Die USA wollen sich Zugang zu dem Unternehmen verschaffen. Bildrechte: MDR/MCS Grafik

13:30 Uhr | Bus- und Bahnverkehr deutlich eingeschränkt

Auch in Thüringen wird der Bus- und regionale Bahnverkehr in den kommenden Tagen deutlich eingeschränkt. Wie eine Bahnsprecherin MDR THÜRINGEN bestätigte, reagiert das Unternehmen damit auf die geringe Zahl an Fahrgästen als Folge der Coronavirus-Krise. Zudem erwarte man bei der Bahn, dass sich wegen der geschlossenen Schulen eine Reihe von Mitarbeitern nicht zum Dienst melden werden. Der neue Fahrplan, der sich laut Bahn am normalen Sonntagsfahrplan orientieren soll, wird voraussichtlich ab Dienstag gelten. Zudem würden in den Regionalzügen bis auf Weiteres die Fahrkarten nicht mehr kontrolliert. Dies geschehe zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern, sagte die Sprecherin. Fernverkehrszüge sind nicht betroffen, sie fahren planmäßig.

Bei der Erfurter Bahn ist ebenfalls mit Einschränkungen zu rechnen. Wie eine Sprecherin MDR THÜRINGEN mitteilte, werden auf den Strecken Saalfeld - Blankenstein, Weida - Zeulenroda und Arnstadt - Saalfeld weniger Züge fahren und Busse zum Einsatz kommen. Aufgrund der sich ständig ändernden Situation könne es kurzfristig zu weiteren Zugausfällen auf einzelnen Strecken beziehungsweise zur Sperrung ganzer Strecken kommen. Das private Bahnunternehmen Abellio plant nach eigener Aussage derzeit keine Einschränkungen im Bahnverkehr. Ein Sprecher sagte, alle Züge würden planmäßig fahren. Das könne sich aber aufgrund der Corona-Krise jederzeit ändern.

Neben dem Bahn- wird auch der Busverkehr in Thüringen deutlich eingeschränkt. Wie das Verkehrsministerium mitteilte, werden die Busunternehmen mit der Schließung der Schulen ihre Ferienfahrpläne aktivieren. Die finanziellen Einbußen will das Ministerium durch Abschlagszahlungen abmindern.

13:00 Uhr | Aufgelöste Veranstaltung im Wartburgkreis

Bei der aufgelösten Veranstaltung in Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis handelte es sich um die Feier einer größeren Gruppe junger Leute. Das teilte der Bürgermeister Christian Blum (parteilos) auf Facebook mit. Sie sollen die Auflagen für das Treffen nicht eingehalten haben, nachdem in Thüringen Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern untersagt sind und für kleinere Veranstaltungen Auflagen gelten. Der Bürgermeister und die Ordnungsamtschefin lösten schließlich die Veranstaltung auf und kassierten den Schlüssel zum Versammlungsraum ein.

Zwischenzeitlich hatten wir darüber berichtet, dass es sich um eine Veranstaltung der Feuerwehr gehandelt habe. Nach Angaben von Blum war das ausdrücklich nicht der Fall. Zwar sei ein Wehrführer ermahnt worden. Dies sei jedoch ein eigenständiger Vorgang und betreffe eine außerdordentliche Dienstanweisung, in der "alle Versammlungen und Ausbildungen sowie die Nutzung der Versammlungsräume untersagt" wurden. "Gegen diese wurde im kleinen Rahmen verstoßen, sodass ich mich in der gegenwärtigen Situation veranlasst sah, diesen Verstoß entsprechend zu rügen", wie Blum auf Facebook erklärte.

12:15 Uhr | Carl Zeiss Jena stellt Trainingsbetrieb ein

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Thüringen sagt der FC Carl Zeiss Jena jedes Training ab. Wie der Verein auf seiner Website mitteilte, seien alle Mannschaften des FCC betroffen. Der Trainingsbetrieb werde vorerst für eine Woche - also bis 22. März - eingestellt, eine Verlängerung schließt der Club jedoch nicht aus. "Oberste Priorität hat die Gesundheit unserer Aktiven, Trainer, Betreuer, Helfer und Mitarbeiter", schreibt der Verein. Ungeachtet dessen drängt der Drittligist auf eine schnelle Entscheidung der zuständigen Verbände zum Spielbetrieb. Erst dann könne der Club den "enormen wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise" mit "geeigneten Maßnahmen wie zum Beispiel Kurzarbeit" begegnen.

Wacker Nordhausen hat das Training aller Nachwuchsmannschaften ausgesetzt. "Das Training unserer Regionalliga- und Oberligamannschaft wird vorläufig unter Einschränkungen weitergeführt und individuell koordiniert", teilte der Verein am Sonnabend auf seiner Website mit. Die Situation werde aber fortlaufend neu bewertet.

12:00 Uhr | Coronavirus erneut im Eichsfeld nachgewiesen

Das Landratsamt im Eichsfeld hat einen zweiten bestätigten Corona-Fall gemeldet. Nachdem am Sonnabend die erste Infektion in der Region registriert wurde, folgte am Sonntag die zweite. Eine Frau sei nach der Rückkehr aus dem Salzburger Land in Österreich positiv getestet worden. Sie werde zu Hause isoliert und zeige leichte Symptome. "Es ist davon auszugehen, dass aufgrund des derzeitigen Reiserückkehrerstroms mit dem Auftreten weiterer Fälle gerechnet werden muss", heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes.

10:50 Uhr | Hygiene-Expertin: Soziale Kontakte einschränken

Die Hygiene-Expertin Iris Chaberny von der Uniklinik Leipzig hat dazu aufgerufen, die sozialen Kontakte wegen des Coronavirus so weit wie möglich einzuschränken. Die Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Umweltmedizin sagte MDR AKTUELL, je weniger man sich bewege, um so schnell werde es gelingen, die Ausbreitung des Virus zu beenden. Es sei absolut sinnvoll, Großveranstaltungen abzusagen und Schulen und Kitas zu schließen. Zum einen gehe es darum, Zeit zu gewinnen, damit das Gesundheitssystem funktionsfähig bleibe. Zum anderen müsse das Virus zur Ruhe kommen. Chaberny erinnerte an die Jahre 2002/2003. Damals sei das erste Sars-Virus auch zum Stillstand gekommen.

10:15 Uhr | Verstoß gegen Thüringer Corona-Erlass

Gegen das Verbot größerer Versammlungen in Thüringen hat es den ersten Verstoß gegeben. In Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis gab es nach Angaben der Gemeindeverwaltung ein Treffen mit mehr als 50 Teilnehmern. Wie Bürgermeister Christian Blum (parteilos) mitteilte, haben er und die Leiterin des Ordnungsamts die Veranstaltung am Samstagabend deshalb aufgelöst. Der Schlüssel zu dem Raum sei einbehalten worden. Um welche Art von Veranstaltung es sich handelte, war zunächst unklar.

In Thüringen sind zum Infektionsschutz Versammlungen mit mehr als 50 Menschen verboten. Das Landesverwaltungsamt hatte am Freitag einen entsprechenden Erlass veröffentlicht. In Erfurt sind alle Veranstaltungen untersagt worden. Die Stadt kündigte an, dies durch Stichproben zu kontrollieren.

10:00 Uhr | Jena schließt Kneipen, Restaurants und Sporthäuser

Als erste Großstadt in Thüringen hat Jena angekündigt, wegen des Coronavirus Kneipen, Cafés und Restaurants ab Dienstag schließen zu lassen. Untersagt sei der Betrieb von gastronomischen Einrichtungen, hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Stadtverwaltung am Sonntag. Zusätzlich untersagt die Stadt alle organisierten Veranstaltungen. Auch Sport- und Fitnesseinrichtungen sollen ab Dienstag geschlossen werden.

Allerdings sollen auch Ausnahmen gelten: So bleibt die Gästeversorgung in Hotels weiter erlaubt, ebenso sei der Einzelhandel sowie Lieferservice-Dienste nicht von der Anordnung betroffen. Bäckern ist der Straßenverkauf erlaubt, der Café-Betrieb jedoch nicht.

09:50 Uhr | Bischof rät: Besser zu Hause beten

Beim Sonntagsgottesdienst in Heiligenstadt bleiben erstmals die Kirchenbänke in beiden Stadtkirchen leer. Wie die katholische Stadtgemeinden mitteilen, wird die Messe per Livestream ab 10.30 Uhr aus der Aegidienkirche übertragen. Pfarrer Michael Messer wird die Predigt zum dritten Fastensonntag halten, die über die Facebookseite der Gemeinde zu sehen ist. Propst Bischof Ulrich Neymeyr hatte bereits am Freitag alle Gemeinden aufgefordert, vorerst bis Ostersamstag keine Sonntags- und Vorabendmessen zu feiern und besser zu Hause zu beten sowie kleine Hausandachten zu feiern.

09:45 Uhr | Thüringen sichert Kulturschaffenden Unterstützung zu

Das Land Thüringen fördert Kulturveranstaltungen trotz Corona-Absagen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte am Samstag, an Zuschauerzahlen gebundene Zuschüsse würden dennoch voll ausgezahlt. Als Beispiel nannte er die Thüringer Bachwochen. "Wir können natürlich keine Absagen empfehlen und dann wegen des ausgebliebenen Publikums das Geld zurückfordern", sagte Ramelow. Die Thüringer Bachwochen hatten im Vorjahr rund 17.000 Musikliebhaber angezogen. Generell sicherte der Ministerpräsident speziell auch Künstlern, Kreativen und Veranstaltern unbürokratische Unterstützung in dieser Ausnahmesituation zu. Es müsse sichergestellt werden, dass wir "das öffentliche Leben so herunterfahren, dass wir es nach der Corona-Welle auch wieder hochfahren können", so Ramelow.

09:30 Uhr | Weitere Coronavirus-Infektionen in Thüringen

Die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle ist in Thüringen auf 44 gestiegen. In Jena registrierten die Behörden sechs neue Infektionen. Fünf der Betroffenen kamen aus einem Urlaub in Tirol zurück und gingen dann direkt zum Universitätsklinikum. Eine weitere Frau hatte sich in der Schweiz angesteckt. Alle Rückkehrer seien in Quarantäne und hätten in Jena keine weiteren Kontaktpersonen gehabt, teilte die Stadtverwaltung Jena mit.

Im Wartburgkreis gibt es ebenfalls einen neuen Fall. Eine junge Frau wurde nach ihrer Rückkehr von einer Reise nach Tirol positiv auf das Coronavirus getestet. Ihre Kontaktpersonen seien ermittelt, zwei von ihnen in Quarantäne, wie eine Sprecherin des Landkreises sagte.

09:00 Uhr | Thüringen will Corona-Notfallzentren einrichten

In Thüringen sollen nach dem Willen von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Notfallzentren zur Behandlung von Menschen mit schweren Covid-19-Krankheitsverläufen eingerichtet werden. "Wir müssen Corona-Zentren aufbauen und dafür brauchen wir Zeit", sagte Ramelow am Samstag in Erfurt. Thüringen müsse nach derzeitiger Datenlage damit rechnen, dass in den nächsten 24 Monaten etwa 60.000 Patienten eine intensivmedizinische Betreuung nötig hätten. Im Moment stünden 650 Betten zur intensivmedizinischen Betreuung zur Verfügung, sagte Ramelow. Man gehe davon aus, dass eine Kapazität von 1400 Betten nötig sein wird.

08:30 Uhr | Ticker zum Coronavirus in Thüringen am Sonntag

Guten Morgen! Auch heute beschäftigen uns in Thüringen die Ereignisse rund um das Coronavirus. Hier im Ticker halten wir Sie auf dem Laufenden. Wichtige Telefonnummern sowie aktuelle Nachrichten und Hintergründe zu Corona in Thüringen finden Sie auf unserer Übersichtsseite. Weitere Informationen - auch zur überregionalen Situation - bietet MDR Aktuell im Schwerpunkt "Das neue Coronavirus".

Was bisher geschah | Liveticker vom Sonnabend zum Nachlesen

Am Sonnabend wurden weitere Coronavirus-Infektionen in Thüringen gemeldet, darunter in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl. Die wichtigsten Ereignisse:

Alle Entwicklungen können Sie im Detail hier im Liveticker vom Sonnabend, dem 14. März, nachlesen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. März 2020 | 20:00 Uhr

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