Nach Vorschlag von Innenminister Maier Debatte um Hubschrauber-Pool für Notfälle geht weiter

Die Forderung von Thüringens Innenminister Georg Maier nach einem bundesweiten Löschhubschrauber-Pool hat Irritationen hervorgerufen. Das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland (MHW) zeigte sich verwundert darüber. Ein Sprecher sagte dem MDR, es gebe bereits einen solchen Pool an Lösch-Hubschraubern. Allein in Deutschland stehen laut MHW, einem Zusammenschluss privater Rettungsdienstunternehmen, 15 derartige Helikopter ziviler Firmen bereit. Über 30 sind es sogar, wie es hieß, wenn man zusätzliche Maschinen aus der Schweiz und Österreich hinzunimmt.

Ein CH-53 Hubschrauber mit Feuerlöschbehälter der Bundeswehr
Ein CH-53 Hubschrauber der Bundeswehr mit Feuerlöschbehälter (Symbolbild). Bildrechte: imago/imagebroker

Weiteren Angaben zufolge sind die Hubschrauber jederzeit abrufbar, über eine Alarmzentrale in München. Das wisse auch das gemeinsame Lagezentrum des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Auf all dies ging das Thüringer Innenministeriums auf Anfrage von MDR THÜRINGEN nicht direkt ein. Stattdessen verwies es auf den Behördenweg.

Meldeweg ist einzuhalten

Danach muss sich ein betroffener Landkreis an das Thüringer Landeseinsatzzentrum wenden. Das nimmt dann Kontakt auf mit dem Lagezentrum des besagten Bundesamtes.

Minister schlägt Altenburg-Nobitz als Hubschrauber-Standort vor

Innenminister Georg Maier verteidigte seine Forderung nach einem bundesweiten Löschhubschrauberpool am Freitagnachmittag. Maier sagte MDR THÜRINGEN, der Zivil- und Katastrophenschutz sei in erster Linie Aufgabe des Staates. Der müsse in Ostdeutschland mehr Hubschrauber für solche Zwecke stationieren. Als möglichen Standort schlug Maier den Flugplatz Altenburg-Nobitz vor.

Löschhubschrauber über ein Waldgebiet 1 min
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Feuerwehrverband will ebenfalls mehr Hubschrauber

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) forderte am Mittwoch vor dem Hintergrund der erhöhten Waldbrandgefahr ebenfalls mehr und größere Löschhubschrauber. DFV-Präsident Hartmut Ziebs sagte, jedes Flächenbundesland müsse im Schnitt einen Löschhubschrauber zur Verfügung haben, "um in der diesjährigen Waldbrandsaison adäquat auf Vegetationsbrände reagieren zu können".

Seit Tagen sind Löschhubschrauber der Polizei und Bundeswehr bei Waldbränden in Saaldorf im Saale-Orla-Kreis und Plaue im Ilm-Kreis im Einsatz. Ihre Wärmebildkameras spüren Glutnester auf, mit Großbehältern wird Löschwasser über den Brandstellen abgelassen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 26. April 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2019, 15:55 Uhr

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28 Kommentare

28.04.2019 12:57 Mediator 28

@bertram(25): Was stört sie denn an einer korrekten Buchführung, bei der zwischen Kommunen, Ländern und dem Bund Kosten ausgewiesen werden. Fänden sie einen großen Sack Geld aus dem sich jeder ohne Planung bedient besser? Hat ja in der DDR super geklappt wo jeder gesagt hat <Scheiß drauf ist doch eh Volkseigentum>.

@martin(27): Es lag mir fern etwas lächerlich zu machen. Rüstungsprojekte sind jedoch was die Rahmenbedingungen angeht deutlich schwieriger als sonstige Projekte: Planung und Finanzierung folgen eigenen Regeln und dann kommt noch die Industrieförderungspolitik dazu. Ist das Projekt politisch durch und nicht mehr abzublasen, dann werden Forderungen nachgelegt die man vorher aus Kostengründen nicht benannt hat. Je nach Haushaltslage wird die bestellte Anzahl der Systeme nach unten korrigiert. Im Fall der F125 kommt noch dazu, dass nach über 10 Jahren ein Schiff zuläuft, dass für eine andere Sicherheitslage geplant wurde.

28.04.2019 12:28 martin 27

@25 rene: Rechte Tasche - linke Tasche gibt es halt "aus haushaltssystematischen Gründen". Ich finde den Föderalismus grundsätzlich gut, denn er mindert das Risiko von Machtmisbrauch - allerdings treibt er in der Tat zuweilen "seltsame Blüten".

@23 mediator: Ich halte Ihre Ausführungen für "Schönfärberei". Dass die Einführung komplexer Systeme eine entsprechende Zeit bedarf, ist (nicht nur) der Bw bekannt. Die entsprechenden Zeiten sollten folglich eingeplant werden. Wenn dies nicht oder völlig unzureichend passiert, ist das in meinen Augen ein Organisationsverschulden. Und diesbezüglich scheint bei der Bw einiges im Argen zu liegen. Und meinen Hinweis auf die SeaLynx bzw. F125 brauchen Sie nicht versuchen lächerlich zu machen - ich hatte ihn ausdrücklich als Beispiel für eine m.E. falsche Organisation / Strategie benannt.

Insoweit ist das meines Erachtens nicht offtopic - aber für mich ist unser Disput an diesem Punkt trotzdem beendet.

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