Starke Vermehrung Landwirte rechnen mit Mäuseplage in Thüringen

Aufgrund des milden Winters finden Feldmäuse reichlich Nahrung. Doch es gibt weitere Gründe, wieso sich die Nagetiere derzeit stark vermehren - zur Sorge der Thüringer Bauern.

Eine Feldmaus schaut Richtung Kamera.
Die Feldmaus ernährt sich von Getreide, Gras und Kräutern. Bildrechte: imago/Reiner Bernhardt

Thüringens Bauern rechnen in diesem Jahr aufgrund des bislang milden und schneearmen Winters mit einer neuen Mäuseplage.

"Abgefressene Pflanzen auf den Randstreifen und kreisrunde Flecken auf den Feldern zeigen, dass wir schon jetzt Probleme haben", sagte André Rathgeber, der Referent für Pflanzenbau und Umwelt beim Thüringer Bauernverband, der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe mehrere Faktoren, die eine starke Vermehrung der Nager momentan begünstigten.

Mehrere Gründe für Vermehrung der Mäuse

So fänden Mäuse aufgrund der Witterung derzeit reichlich Nahrung. Außerdem habe ein Großteil der Population überlebt, da Ende vergangenen Jahres keine Giftköder ausgelegt werden konnten. Grund hierfür sei, dass es eine Debatte um die Auflagen für den Einsatz von Rodentiziden gegeben habe, die zur Bekämpfung von Nagetieren eingesetzt werden. Diese Mittel dürften nun zwar weiter eingesetzt werden. "Aber es ist jetzt nicht die Zeit dazu."

In Gebieten, wo etwa der Feldhamster vorkomme, könne das Mäusegift erst wieder ab November ausgelegt werden. Die Giftköder müssten mit Legeflinten gezielt in die Löcher gelegt und diese anschließend mit Erde verschlossen werden, erklärte Rathgeber. Somit bestünde für Vögel und Hamster keine Gefahr. Das Mäusegift werde auch nur dann eingesetzt, wenn der zu erwartende Schaden durch Mäuse deutlich über den Kosten des Einsatzes der Rodentizide liege.

Mäuse vermehren sich alle drei bis fünf Jahre rasant

Um die Mäuseplage auf natürliche Weise zu bekämpfen, bräuchte es eine Schneedecke und einen durchgefrorenen Boden. Mit steigenden Populationen werde in ganz Thüringen, insbesondere aber in Gegenden mit guten Böden - wie dem Erfurter Becken oder dem Eichsfeld - gerechnet.

Rathgeber verwies darauf, dass es bei Feldmäusen alle drei bis fünf Jahre zu Massenvermehrungen komme. Zuletzt seien dadurch in Thüringen in den Jahren 2012 und 2015 großflächig Kulturbestände vernichtet worden. Die Ertragsverluste gingen laut dem Bauernverband damals in die Millionen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Februar 2020 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2020, 14:52 Uhr

1 Kommentar

Karl Gustav2 vor 5 Wochen

Pro Mäuseschwanz einen Euro, ich würde sie rotten.

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