Durchsuchungen in mehreren europäischen Ländern Razzia gegen italienische Mafia 'Ndrangheta auch in Thüringen

Die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta war am Mittwoch im Fokus einer internationalen Europol-Aktion: Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, waren Ermittler in einer großangelegten Razzia in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien gegen Mitglieder der Organisation vorgegangen. Es habe in Deutschland 14 Festnahmen gegeben. Es wurden zudem hohe Bargeldsummen und mehrere Autos, die mutmaßlich als Kurierfahrzeuge genutzt wurden, beschlagnahmt, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte.

Thüringens Innenminister Georg Maier hat die Razzia gegen die italienische Mafia in Thüringen als Erfolg bezeichnet. Auch, wenn im Freistaat niemand festgenommen worden sei, habe der Rechtsstaat ein klares Zeichen gesetzt, sagte Maier MDR-THÜRINGEN. Bundesweit gab es dem BKA zufolge außerdem Einsätze in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Auch in Gera und Altenburg sind insgesamt vier Wohnungen durchsucht worden.

Federführend bei der Großrazzia war das Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Der Einsatz war deutschlandweit in drei Aktionen aufgeteilt. Das Polizeipräsidium Köln verantwortete dabei unter anderem die Durchsuchungen in Ostthüringen. Thüringer Polizisten wurden zur Unterstützung angefordert, waren aber den Verantwortlichen in Köln unterstellt.

Die betroffenen Clans sind nach MDR THÜRINGEN-Informationen auch in Erfurt aktiv. Dort gibt es seit 25 Jahren eine aktive Zelle der kalabrischen 'Ndrangheta. Sie ist die mächtigste Mafiaorganisation in Italien. Ihr Geschäft ist vor allem der Kokainhandel. Nach MDR THÜRINGEN Informationen sollten sich die aktuellen Ermittlungen gegen zwei Clans richten, die zu dieser Zelle gehören. Mitglieder dieser sogenannten "Erfurter Gruppe" unterhalten Restaurants in Erfurt, Eisenach, Weimar oder Jena.

Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordinierte die internationale Aktion mit dem Codenamen "Pollino". International habe es zahlreiche Festnahmen gegeben. Zudem sollen Vermögenswerte von mehreren Millionen Euro gegeben haben. Das sei das Ergebnis "einer intensiven gemeinsamen Ermittlungsarbeit, die im Jahr 2016 begann und europaweit koordiniert wurde", erklärte Eurojust.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Dezember 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 20:42 Uhr

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12 Kommentare

06.12.2018 01:15 Petra Stein 12

@9, Deutscher Patriot
Ich komme eher nicht aus Ihrem Spektrum, muss aber sagen, dass ich Ihrem Beitrag weitgehend zustimmen kann.

Zu Punkt 2) kann ich allerdings anmerken, dass genau dies gerade in Berlin bei bestimmten Clans praktiziert wird, also z.B. wenn Hartz4-Empfänger riesige Villen besitzen, werden sie enteignet, bis sie nachweisen, wie sie das finanziert haben. Das ist wohl ein neues Gesetz, vielleicht noch nicht so bekannt. Ich finde es "dufte" und hoffe, dass es auch in Thüringen vielfältige Anwendung finden wird - und natürlich nicht nur bei Ausländern.

06.12.2018 00:00 Und weiter? 11

@MDT Thüringen (siehe Kommentar 3).

Als ersten Einstieg bzgl. der Reichweite dieser ''putzigen kleine Familienbande'' empfehle folgenden Beitrag ihrer Kollegen.

''Kontraste: Die Clans - Arabische Großfamilien in Deutschland''

- hier bspw. Oer-Erkenschick NRW, 30 000 EW)

Anm.d.Red.: Und das ist automatisch auf jede Kleinstadt anwendbar?

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