Thüringen Lehrer an Regelschulen sollen mehr Geld erhalten

Thüringer Regelschullehrer sollen ab 1. Januar 2020 das gleiche Gehalt wie ihre Kollegen am Gymnasium bekommen. Entsprechende Pläne haben Finanzministerin Heike Taubert (SPD) und Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Dienstag in der Regierungsmedienkonferenz vorgestellt. Konkret werden Regelschullehrer jetzt genau wie ihre Gymnasialkollegen in die Besoldungsstufe A13 (verbeamtete Lehrer) und E13 (tarifbeschäftige Lehrer) eingestuft.

Mit der Angleichung soll unter anderem der Beruf attraktiver gemacht werden, sagte Holter. Mit den höheren Löhnen hofft Thüringen auch darauf, dass Gymnasiallehrer freiwillig zur Regelschule wechseln. Der entsprechende Gesetzentwurf muss noch vom Parlament abgesegnet werden. Den Angaben nach profitieren thüringenweit etwa 3.700 Lehrerinnen und Lehrer von den gestiegenen Gehältern. Thüringen muss dafür laut Taubert mit Mehrkosten in Höhe von 18 Millionen Euro pro Jahr rechnen.

Mehr Gymnasiallehrer an Regelschulen

Ein Lehrer wischt während des Mathematik-Unterrichts die Tafel sauber.
Eine Lehrerin wischt eine Tafel ab. Bildrechte: dpa

Die Linksfraktion wertete die Entscheidung als wichtigen Schritt, um die ungleiche Bezahlung von Lehrern abzubauen. Regelschulen würden gestärkt und die Laufbahn zwischen Regelschul- und Gymnasiallehrern angeglichen, sagte der Haushaltspolitische Sprecher, Torsten Wolf. Zukünftig könnten damit Gymnasiallehrkräfte ohne Abstriche in der Besoldung auch an den Regelschulen unterrichten.

Die SPD sprach von einer Trendwende. Die bessere Bezahlung werde helfen, mehr Gymnasiallehrer für die Arbeit an Regelschulen zu gewinnen. Die CDU spricht von einem längst überfälligem Schritt. Auf dieses Signal hätten Lehrer, Eltern und Schüler lange gewartet, sagte der bildungspolitische Fraktionssprecher, Christian Tischner. Auch der Thüringer Beamtenbund (tbb) begrüßte die Pläne. Es sei ein Kompromiss, der nach hartem Ringen gefunden wurde, sagte tbb-Vorsitzender, Helmut Liebermann. Auch die Grünen zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Die bessere Bezahlung sei ein wichtiger Schritt, um an Regelschulen attraktive Arbeitsbedingungen anzubieten und freie Stellen fachgerecht zu besetzen.

Die AfD sieht die Pläne mit Blick auf die Gleichstellung von Regel- und Gymnasialschullehrern kritisch. Die Lehrer hätten eine andere Ausbildung und andere fachliche Anforderungen, sagte die bildungspolitische Sprecherin, Wiebke Muhsal. Ihrer Ansicht nach darf die höhere Besoldung nicht zum Einheitslehrer führen.

Lehrerverband sieht noch offene Fragen

Der Thüringer Lehrerverband sieht trotz der Gehaltsanpassung noch viele offene Fragen. So habe bis heute die vor Monaten beschlossene Besoldungsstufe für die Regelschullehrer die Gesetzgebung nicht passiert. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die Gleichstellung von Gymnasial- und Regelschullehrern. Damit könnten nun auch Gymnasiallehrer, die an Regelschulen unterrichten, verbeamtet werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JORUNAL | 18. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 20:27 Uhr

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6 Kommentare

20.09.2018 15:24 Lichtbringer 6

Vieles richtig und falsch. Die Ausbildung der alten (DDR-) Pädagogen unterschied sich überhaupt nicht. An welchem Schultyp man in den Neunzigern landete, war Lotterie oder oft Vitamin-B-Komplex. Wer gern Lehrer war - auch mit schwierigen und zunehmend sozial gebeutelten Kindern - arbeitete sich in der "neuen" Regelschule ein. Die sensiblen, eher an Fachwissenschaft oder Karriere interessierten Lehrer verschwanden Richtung Gymnasium. Aus mancher Regelschule wurden inzwischen "Brennpunktschulen". Diese tragen inzwischen die Hauptlast von Inklusion, Integration sowie sozialer Verwerfung incl. der damit verbundenen Verhaltensauffälligkeiten. Wer sich Urteile zum Berufsalltag von Regelschullehrern anmaßt, sollte einfach für vier Wochen mal in einer Brennpunktschule hospitieren, besser noch mitarbeiten. Auch jetzt aufgebrachte Gymnasiallehrer sind willkommen, aber die meisten sind heilfroh, die Elite ausbilden zu dürfen (was keineswegs bedeutet, dass das einfach wäre)...

20.09.2018 14:53 martin 5

@4 klartexter: Dass die Studiengänge unterschiedlich sind, bedeutet meines Erachtens nicht, dass sie nicht gleichwertig sind.

Ein Verwaltungsbeamter im höheren Dienst und ein Ingenieur im höheren technischen Dienst fangen wie Gymnasiallehrer alle bei A13 (Beamte) bzw. E13 (Tarifkräfte) an - bei sehr unterschiedlichen Studiengängen.

Und ich würde mir bei manchem Gymnasiallehrer mehr pädagogische, didaktische und psychologische Kompetenzen wünschen. Nach meiner Meinung sollten sich Lehrer nicht nur als "Wissenseintrichterer" verstehen. Sie nennen sich ja auch Pädagogen.

Gegen die gleiche Bezahlung von Gymnasial- und Regelschullehrer habe ich keine Einwände.

Aus meiner Sicht hat die Idee einen ganz anderen Haken: Wenn der Beruf des Regelschullehrers so attraktiv werden soll, dass Gymnasiallehrer wechseln - wer unterrichtet dann am Gymnasium? Dort fehlen die Lehrer doch schon jetzt, ohne dass eine nennenswerte Menge an die Regelschulen wechselte.

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