Mobit-Statistik Mehr rechtsextreme Konzerte in Thüringen

In Thüringen ist die Zahl der Neonazi-Konzerte weiter gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Statistik der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (Mobit) hervor. Den Angaben zufolge haben im Jahr 2017 im Freistaat 59 rechtsextreme Konzerte und Liedermacherabende stattgefunden, fünf mehr als im Vorjahr. Eines davon ist laut Mobit vorzeitig aufgelöst worden, ein weiteres wurde im Vorfeld verhindert.

Ein Sprecher der Mobilen Beratung sagte MDR THÜRINGEN, die Zahlen zeigten, dass sich die rechtsextreme Konzert- und Eventkultur in Thüringen verfestige. Dadurch drohe auch, dass sich antidemokratische und neonazistische Haltungen normalisierten. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte MDR THÜRINGEN, die Rechtsrockkonzerte stellten das Land auch in diesem Jahr vor große Herausforderungen. Starke Polizeipräsenz, das Versammlungsrecht ändern und Beratung der Behörden vor Ort seien nur ein Teil der Schritte, um den Rechtsrock-Veranstaltungen Herr zu werden.

Maier appellierte auch an die Thüringer Zivilgesellschaft, weiter gegen die Neonazi-Konzerte auf die Straße zu gehen. In großen Städten wie Leipzig oder Jena gebe es Strukturen, die breiten Protest organisieren könnten - damit habe man in Themar im Kreis Hildburghausen noch keine Erfahrung. Die Neonazis rechneten damit, in solchen ländlichen Regionen auf weniger Widerstand zu stoßen. Es müsse gelingen, mehr Menschen thüringen- und bundesweit zum Gegenprotest zu mobilisieren. Gewerkschaften, Kirchen aber auch die politischen Parteien spielten dabei eine große Rolle. Er selbst wolle den Protest auch weiter unterstützen, indem er als Minister auch vor Ort Gesicht zeige.

Im südthüringischen Themar hatten Neonazis im vergangenen Jahr mehrere Großkonzerte mit insgesamt mehreren tausend Teilnehmern organisiert. In diesem Jahr hat die Szene weitere Veranstaltungen in dem Ort angekündigt. Innenminister Maier sagte dem MDR weiter, aus Sicht der rechtsextremen Szene seien die großen Rechtsrockveranstaltungen des letzten Jahres in Thüringen sehr erfolgreich verlaufen. Infolge dessen seien in diesem Jahr nun weitere Veranstalter dazugekommen, unter anderem die NPD.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Februar 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2018, 19:47 Uhr

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13 Kommentare

08.02.2018 08:01 Micha 13

"Nazis töten! Seit 1990 mindestens 187 mal!
Von daher ist die Gewalt der Nazis die Gefahr.In Themar haben letztes Jahr ca. 6.000 Nazis rhythmisch den Hitlergruß zum "Sieg Heil!"-Gebrülle gezeigt.
Die Polizei stand mit dem Rücken zu ihnen und machte eher den Eindruck, als ob sie die Nazis bei ihrem Tun 'beschützen' wolle."

Reine Propaganda und Lüge! Und alles ohne handfeste Belege!

[Anm.d.Red.] Ohne diese Zahl bewerten zu wollen zur reinen Information: Bis 2015 zählte das BKA 75, die Amadeu Antonio Stiftung (AAS) zählt aktuell (Oktober 2017) 188 Todesopfer rechtsextremer Gewalt.

07.02.2018 18:57 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 12

@ 11:
DURCH das Abschneiden von sämtlichen 'Staatszuwendungen' wird die NPD noch weiter 'marginalisiert'. Leider nimmt die AfD keine NPD'ler aus - so zumind. die eigene Aussage.

@ 8:
Nazis töten! Seit 1990 mindestens 187 mal!
Von daher ist die Gewalt der Nazis die Gefahr.

In Themar haben letztes Jahr ca. 6.000 Nazis rhythmisch den Hitlergruß zum "Sieg Heil!"-Gebrülle gezeigt.
Die Polizei stand mit dem Rücken zu ihnen und machte eher den Eindruck, als ob sie die Nazis bei ihrem Tun 'beschützen' wolle.

MMn. paßt da 'kulturelle Bereicherung' als Beschreibung gar nicht.

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