Wahl des Ministerpräsidenten Live-Ticker: Demos nach Polit-Beben in Thüringen - Union fordert Neuwahlen

Der Thüringer Landtag hat einen neuen Ministerpräsidenten gewählt. Im dritten Wahlgang erhielt FDP-Kandidat Thomas Kemmerich die meisten Stimmen - eine mehr als Bodo Ramelow. Von mehreren Seiten gibt es laute Kritik.

Demonstranten stehen vor der Erfurter Staatskanzlei
Demonstranten zogen in Erfurt vom Landtag vor die Staatskanzlei. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

20:15 Uhr | Kemmerich will regieren - nur mit wem?

Thüringens neuer Ministerpräsident Thomas Kemmerich will Gespräche mit CDU, SPD und Grüne führen und sich zugleich von links und rechts abgrenzen. Unklar ist, wie es in den kommenden Tagen und Wochen in Thüringen weitergeht. Wir bleiben für Sie dran, schließen den Live-Ticker an dieser Stelle und sind morgen wieder für Sie da.

19:10 Uhr | Thüringenweit spontane Demonstrationen

Thüringenweit gibt es im Verlauf des Tages einige spontane Demonstrationen mit mehreren tausend Teilnehmern. In Erfurt gab es eine Demo vor dem Landtag mit rund 1.000 Teilnehmern. In Jena bestätigte die Polizei rund 2.000 Demonstranten.

18:30 Uhr | Das sagen Adams, Hey, Höcke und Tiefensee

Reaktionen auf Kemmerichs Wahl

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, verfolgt die Reden bei der Landkreisversammlung des Thüringischen Landkreistages.
Bodo Ramelow (Linke) Thüringens abgewählter Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Wahl Thomas Kemmerichs (FDP) als "widerliche Scharade" bezeichnet. "Genau 90 Jahre, nachdem es in Thüringen schon mal passiert ist: Sich von Herrn Höcke und dem 'Flügel' wählen zu lassen - das war offenbar gut vorbereitet." In Thüringen war im Jahr 1930 die NSDAP erstmals in eine Landesregierung gekommen. Bildrechte: dpa
Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, verfolgt die Reden bei der Landkreisversammlung des Thüringischen Landkreistages.
Bodo Ramelow (Linke) Thüringens abgewählter Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Wahl Thomas Kemmerichs (FDP) als "widerliche Scharade" bezeichnet. "Genau 90 Jahre, nachdem es in Thüringen schon mal passiert ist: Sich von Herrn Höcke und dem 'Flügel' wählen zu lassen - das war offenbar gut vorbereitet." In Thüringen war im Jahr 1930 die NSDAP erstmals in eine Landesregierung gekommen. Bildrechte: dpa
Mike Mohring spricht zu Journalisten.
CDU-Landeschef Mike Mohring CDU-Landeschef Mike Mohring hat dem neuen Thüringer Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) die Zusammenarbeit angeboten. Allerdings müsse er klar stellen, dass es keine Koalition mit der AfD gebe, sagte Mohring am Mittwoch im Landtag. "Wir wollen dieses Land zusammenhalten". Wie genau das organisiert werden könne, dazu müsse Kemmerich einen Plan vorlegen. "Wir sind nicht in der Verantwortung." Er betonte, dass seine Fraktion mit ihren Stimmen "verantwortlich entschieden" habe. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Björn Höcke  AfD gratuliert Thomas L. Kemmerich, FDP, dem neu gewählten Ministerpräsidenten in Thüringen.
AfD-Landeschef Björn Höcke AfD-Landeschef Björn Höcke sieht in der Ministerpräsidentenwahl einen Neustart der Thüringer Politik. Die AfD habe ihr Wahlversprechen gehalten, sagte er am Mittwoch in Erfurt. "Wir wollten Rot-Rot-Grün beenden." Unter der Regierung von Linke, SPD und Grünen habe sich Thüringen zu einem Linksstaat entwickelt. "Dieser Prozess ist heute gestoppt worden." Er hoffe, dass von dieser Wahl ein Signal ausgehe, das bundesweit beachtet werde. Bildrechte: imago images/STAR-MEDIA
Wolfgang Tiefensee
SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee "Das ist politisches Kalkül, in Hinterzimmern geplant", sagte SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee. Er kündigte zugleich an, dass die SPD mit einer Regierung unter Thomas Kemmerich (FDP) weder kooperieren noch sie dulden werde. "Wir werden bei politischen Projekten keine Regierung fördern, an deren Spitze ein mit AfD-Hilfe gewählter Ministerpräsident steht." Bildrechte: MDR/Wolfgang Tiefensee
Susanne Hennig-Wellsow spricht mit Journalisten
Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow hat Thomas Kemmerich aus Protest einen Blumenstrauß vor die Füße im Landtag geworfen. Nun sei "ein Fünf-Prozent-Mensch" Ministerpräsident, der sich mit den Stimmen einer extrem rechten Partei ins Amt habe wählen lassen. Sie schäme sich für Kemmerich. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Anja Siegesmund
Umweltministerin Anja Siegesmund Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) forderte Thomas Kemmerich zum Rücktritt auf. Außerdem sollten die Thüringer Landesverbände von FDP und CDU aus den Bundesparteien ausgeschlossen werden. "Wer mit Nazis und Faschisten paktiert, kann nicht Thüringen regieren. Das war kein Unfall", schrieb sie auf Twitter. Bildrechte: MDR/Anja Siegesmund
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Februar 2020 | 18:00 Uhr

18:16 Uhr | Mehr als 1500 Menschen protestieren in mehreren Städten

An die 1.000 Menschen sind inzwischen in Erfurt auf die Straße gegangen. Auch in Weimar, Gera und Jena haben unter anderem die Linke und die Grüne Jugend zu Protesten aufgerufen - nach dem Wahlsieg Kemmerichs mit AfD-Stimmen. Die Demonstranten fordern unter anderem Neuwahlen. Auf Plakaten ist zu lesen: "Schämt Euch". In Sprechchören war zu hören: "Alle zusammen - gegen den Faschismus“, oder - vor der Staatskanzlei - auch "Bodo ans Fenster!“. Vor dem Deutschen Nationaltheater ist die Zahl der Demonstranten inzwischen auf etwa 500 angewachsen. Auch vor den Parteizentralen der CDU und FDP haben Hunderte gegen die überraschende Wahl des FDP-Politikers zum neuen Regierungschef demonstriert.

18:11 Uhr | Ex-Ministerpräsident Ramelow: "Widerliche Scharade"

Der abgewählte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Wahl Thomas Kemmerichs (FDP) als "widerliche Scharade" bezeichnet. Der "Flügel" um den Thüringer Landes- und Fraktionschef Björn Höcke sei "umfassend gestärkt" worden. Ramelow sprach von einem "deutschen Tabubruch" und fügte hinzu: "Genau 90 Jahre nachdem es in Thüringen schon mal passiert ist: Sich von Herrn Höcke und dem Flügel wählen zu lassen - das war offenbar gut vorbereitet." In Thüringen war im Jahr 1930 die NSDAP erstmals in eine Landesregierung gekommen.

17:45 Uhr | Spontane Demonstrationen in Weimar und Erfurt

Demonstranten stehen vor dem Deutschen Nationaltheater.
In Weimar versammelten sich Mittwochabend Demonstranten vor dem DNT. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

17:43 Uhr | Der Wahl-Tag in Bildern

Diese Bilder bewegen Deutschland

Abgeordnete der AfD begrüßen Christoph Kindervater.
Vor der Wahl: AfD-Abgeordnete begrüßen ihren Kandidaten im Landtag. Der parteilose Bürgermeister von Sundhausen wurde erst am Montag nominiert. Bildrechte: MDR/Jörg Pezold
Abgeordnete der AfD begrüßen Christoph Kindervater.
Vor der Wahl: AfD-Abgeordnete begrüßen ihren Kandidaten im Landtag. Der parteilose Bürgermeister von Sundhausen wurde erst am Montag nominiert. Bildrechte: MDR/Jörg Pezold
Bodo Ramelow (Die Linke)
Der Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) kurz vor dem ersten Wahlgang. Der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Ministerpräsident Thüringens geht als Favorit ins Rennen. Bildrechte: dpa
Abgeordnete im Plenarsaal des Thüringer Landtags
Der erste Wahlgang. Insgesamt sind drei Wahlgänge möglich. Ein zukünftiger Ministerpräsident benötigt 46 Stimmen. Erst im dritten Wahlgang reicht eine einfache Mehrheit. Dann gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Björn Höcke
Die Abgeordneten werden in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen. Einer der ersten an der Wahlurne ist AfD-Chef Björn Höcke. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Bodo Ramelow
Als gewählter Landtagsabgeordneter ist Bodo Ramelow stimmberechtig. Der Kandidat der AfD darf die Wahl nur von der Empore aus beobachten. Bildrechte: dpa
Ministerpräsident Wahl Landtag Demo
Vor dem Landtag protestiert eine kleine Gruppe gegen den amtierenden Ministerpräsidenten. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Bodo Ramelow
Der erste Wahlgang ist beendet. Bodo Ramelow erhielt 43 Stimmen. Das reicht nicht zur Wiederwahl. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Stephan Brandner und Christoph Kindervater
AfD-Kandidat Kindervater erhält 25 Stimmen. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Ministerpräsident Wahl Mohring
Wie verhält sich die CDU im zweiten Wahlgang. Die Wahl ist geheim. Nur wenige Abweichler könnten für eine Überraschung sorgen. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert
Bodo Ramelow (Die Linke), amtierender Ministerpräsident von Thüringen, sitzt während der Wahl des neuen Ministerpräsidenten im Landtag. Ramelow stellt sich zur Wiederwahl. Die AfD-Fraktion hat den parteilosen ehrenamtlichen Bürgermeister Kindervater nominiert. Ramelow ist im ersten Durchgang durchgefallen.
Mit 44 Stimmen im zweiten Wahlgang reicht es wieder nicht für Bodo Ramelow. Der amtierende Ministerpräisdent wirkt angespannt. Bildrechte: dpa
 Thomas Kemmerich, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag, kommt während der Wahl des neuen Ministerpräsidenten im Landtag aus der Wahlkabine. Die FDP-Fraktion hat Kemmerich vor dem dritten Wahlgang im Landtag als Kandidaten benannt.
Wie bereits im Vorfeld angekündigt schickt die FDP ihren Vorsitzenden Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang ins Rennen. Die Thüringer Verfassung erlaubt das. Bildrechte: dpa
Bodo Ramelow und Susanne Hennig-Wellsow
Fassungslosigkeit bei den Linken. Thomas Kemmerich gewinnt mit den Stimmen von CDU und AfD. Der AfD-Kandidat Kindervater erhält keine einzige Stimme. Bildrechte: dpa
Birgit Keller gratuliert Thomas Kemmerich
Landtagspräsidentinn Keller gratuliert dem neu gewählten Ministerpräsidenten von Thüringen kurz nach dessen Vereidigung. Bildrechte: dpa
Der Fraktionsvorsitzende der AfD Thüringens gratuliert dem neuen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich.
Glückwünsche kommen auch von AfD-Chef Björn Höcke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mike Mohring, (r) CDU-Fraktionschef gratuliert Thomas Kemmerich (l, FDP), dem neuen Thüringer Ministerpräsidenten.
Auch Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring gratuliert. Bildrechte: dpa
Susanne Hennig-Wellsow (r., Die Linke) hat Thomas Kemmerich (l., FDP), dem neuen Thüringer Ministerpräsident, die Blumen vor die Füße geworfen und wendet sich ab.
Dieser Blumenstrauß landet vor Thomas Kemmerich auf dem Boden. Linken-Chefin Susanne Hennig Wellsow wird später erklären: "Ich schäme mich für Kemmerich". Er habe sich mit Hilfe von Faschisten ins Amt wählen lassen, so Wellsow. Bildrechte: dpa
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17:31 Uhr | Union fordert nach Kemmerich-Wahl Neuwahlen in Thüringen

Die Union plädiert nach der überraschenden Ministerpräsidentenwahl für Neuwahlen in Thüringen. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer sagte: "Dies ist kein guter Tag, dies ist kein guter Tag für Thüringen, dies ist kein guter Tag für das politische System in Deutschland." Die Wahl Kemmerichs mit den Stimmen der AfD sei keine Grundlage für "bürgerliche Politik", sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Die Entscheidung "spaltet unser ganzes Land". Auch CSU-Chef Markus Söder kommentierte die Wahl: "Ich glaube nicht, dass Thüringen jetzt mit dem heutigen Tag regierungsfähiger geworden ist. Das Beste und Ehrlichste wären klare Neuwahlen", sagte der bayerische Ministerpräsident.

17:15 Uhr | Grüne fordern "unverzüglichen Rücktritt"

Von Seiten der Thüringer Grünen sind Rücktrittsforderungen laut geworden. Die Wahl des Ministerpräsidenten sei ein Dammbruch, teilten Thüringen Landesprecher der Grünen, Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt und Bernhard Stengele mit. Kemmerich müsse vom Amt unverzüglich zurückzutreten. Nur so könne er deutlich machen, dass er sich nicht von Rechten und Faschisten abhängig macht. CDU und FDP hätten einen Ministerpräsidenten bewusst mit Unterstützung der AfD gewählt.

16:48 Uhr | FDP-Chef Lindner: CDU, SPD und Grüne sollen Gesprächsangebot annehmen

FDP-Chef Christian Lindner hat nach der Wahl seines Parteikollegen Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten eine Kooperation mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. "Es gibt keine Basis für eine Zusammenarbeit", sagte Lindner. Er rief CDU, SPD und Grüne in Thüringen dazu auf, ein von Kemmerich gemachtes Gesprächsangebot anzunehmen. Sollten diese sich dem fundamental verweigern, wären baldige Neuwahlen zu erwarten und aus seiner Sicht auch nötig.

16:41 Uhr | Kommentar: "Pakt mit AfD in Kauf genommen"

16:35 Uhr | Gerhart Baum (FDP): "Ein Hauch Weimar liegt über der Republik"

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) hat die Wahl Kemmerichs zum Ministerpräsidenten scharf kritisiert. "Ein Hauch Weimar liegt über der Republik", sagte der Jurist. "Ich bin ein alter Mann, 87 Jahre alt. Mir stecken die Schrecken der Nazis und übrigens auch der Nachkriegszeit, in der das Naziwesen noch lebendig war, tief in den Knochen. Und ich sehe in dieser Entscheidung in Thüringen einen Schritt in Richtung Weimar." Die Parallele bestehe darin, dass der Rechtsextremismus wieder tief aus der Mitte des Bürgertums komme. Kemmerich hätte nie kandidieren dürfen, sagte Baum. Zumindest hätte er die Wahl ablehnen müssen.

16:33 Uhr | Erfurter Stadtrat sagt heutige Sitzung ab

Nach dem überraschenden Ausgang der Ministerpräsidenten-Wahl fällt die für Mittwochabend geplante Stadtratssitzung in Erfurt aus. Einem Sprecher zufolge hat die Mehrheit der Stadträte angekündigt, nicht zur Sitzung ins Rathaus zu kommen. Somit sei der Stadtrat nicht beschlussfähig. Eigentlich sollte über mehrere große Bauprojekte abgestimmt werden,

16:17 Uhr | Erster Minister der bisherigen Landesregierung verabschiedet sich

Der erste Minister der abgewählten rot-rot-grünen Landesregierung hat sich nach der Ministerpräsidentenwahl aus dem Amt verabschiedet. In einer kurzfristig einberufenen Personalversammlung verabschiedete sich der bislang geschäftsführende Agrarminister Benjamin Hoff (Linke) von den Mitarbeitern in der Staatskanzlei. Er bedankte sich auf Twitter zudem für die "kluge, loyale und wunderbare" Zusammenarbeit der vergangenen Jahre.

Benjamin-Immanuel Hoff
Benjamin-Immanuel Hoff gehörte seit Ende 2014 zum Kabinett Ramelow. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

16:13 Uhr | Stephan Fauth (VWT) wünscht Kemmerich "Kraft für Herausforderungen"

Der Geschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens, Stephan Fauth, spricht von einem überraschenden Ergebnis und gratuliert dem neu gewählten Ministerpräsidenten. Er "wünsche ihm Kraft für die großen Herausfordeurngen, die jetzt anstehen", sagte Fauth.

16:08 Uhr | Brandner (AfD): "Rot-grünes Feuchtbiotop austrocknen"

Der stellvertretende AfD-Bundessprecher Stephan Brandner hat den Wahlsieg Kemmerichs unter Vorbehalt begrüßt. "Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich ist mehr eine Notlösung, aber diese Nachteile mussten hingenommen werden", sagte Brandner. Dank AfD stehe eine bürgerliche Mehrheit in Thüringen. "Ich hoffe, dass die Thüringer Politik jetzt bürgerlich wird und wir alle gemeinsam in der Lage sind, das rot-grüne Feuchtbiotop auszutrocknen", so Brandner.

16:01 Uhr | Eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte

15:47 Uhr | Kemmerich: "Ich bin anti-AfD, ich bin anti-Höcke"

Die Demonstration vor dem Landtag , Hasstiraden in sozialen Netzwerken und "Drohanrufe" nach seinem Wahlsieg machen ihn betroffen, sagte Ministerpräsident Thomas Kemmerich bei einer ersten Pressekonferenz. Mit ihm werde es kein Angebot an die AfD geben. "Ich bin anti-AfD, ich bin anti-Höcke." Es habe auch vor der Wahl keine Absprachen mit der AfD gegeben. Die aufgeheizte Stimmung müsse nun eingefangen werden, "um sachorientierte Lösungen für Thüringen" zu finden.

15:39 Uhr | Demonstration vor dem Landtag

Nachdem in sozialen Netzwerken zu einer spontanen Demo "gegen den Faschismus" aufgerufen wurde, haben sich nach kurzer Zeit mehrere Dutzend Menschen vor dem Landtag versammelt. (Ergänzung: Bis 16 Uhr ist die Demo auf mehr als 200 Demonstranten angewachsen.)

Demonstranten protestieren nach der Wahl Kemmerichs vor dem Landtag. Bildrechte: MDR THÜRINGEN/Michael Frömmert

15:34 Uhr | Kemmerich: "Gegen jegliche Form des Faschismus"

Thomas Kemmerich hat nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten im Landtag gesprochen. "Die Brandmauern gegenüber den Extremen bleiben bestehen. [...] Wer Kemmerich gewählt hat, hat einen Gegner gegen jegliche Form des Faschismus." Er sprach eine Einladung aus an SPD, CDU und Grüne, um "gemeinschaftlich staatspolitische Verantwortung wahrzunehmen". Seine Rede wurde mehrfach von Zwischenrufen unterbrochen - unter anderem fielen die Wörter "Heuchler" und "Scharlatan"; dagegen wurden Ordnungsrufe verhängt.

15:30 Uhr | Zweiter Ministerpräsident mit FDP-Mitgliedschaft seit Gründung der BRD

Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland gab es bis heute laut Wikipedia-Einträgen nur einen Ministerpräsidenten mit FDP-Mitgliedschaft: Reinhold Maier. Von 1945 bis 1952 war er Ministerpräsident von Baden- Württemberg. Maier war zunächst Mitglied der DVP, die sich 1948 der FDP anschloss.

15:22 Uhr | Hennig-Wellsow (Linke): "Ich schäme mich für Kemmerich"

Linken-Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow erklärt, wieso sie Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße geworfen hat: Der Ministerpräsident habe sich mit der Hilfe von Faschisten ins Amt wählen lassen. "Diese Regierung werden wir nicht unterstützen." Ihre Partei werde sich für Neuwahlen einsetzen.

Ein Blumenstrauß liegt vor Thomas Kemmerich auf dem Boden.
Der Blumenstrauß landete vor Thomas Kemmerich auf dem Boden. Bildrechte: dpa

15:11 Uhr | Politikwissenschaftler Brodocz: "Ministerpräsident einer Fünf-Prozent-Partei"

Politikwissenschaftler André Brodocz kommentiert den Ausgang der Wahl bei MDR THÜRINGEN: "Programmatisch liegen AfD und FDP weit auseinander. Dass man sich dennoch von der AfD ins Ministeramt wählen lässt, ist erklärungsbedürftig." Es sei historisch, "dass wir einen Ministerpräsident einer Fünf-Prozent-Partei haben".

15:08 Uhr | Björn Höcke (AfD): "Wir haben die taktische Karte gespielt"

15:00 Uhr | Ministerpräsident Kemmerich nach dem Wahlsieg

14:52 Uhr | Bernd Riexinger: "Bitterer Tag für die Demokratie"

Die Linke hat die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum neuen Ministerpräsidenten als "Dammbruch" kritisiert.  Gemeinsam mit den Stimmen der AfD hätten CDU und FDP die Wiederwahl Bodo Ramelows zum Regierungschef verhindert, erklärte Parteichef Bernd Riexinger. "FDP und CDU werden damit zum Steigbügelhalter der rechtsextremen AfD."  Der Linken-Chef sprach von einem "bitteren Tag für die Demokratie".

14:47 Uhr | Kevin Kühnert (SPD): "Wachsamkeit ist das Gebot der Stunde"

Kevin Kühnert, SPD-Vize-Vorsitzender, schrieb auf auf Twitter: "Der Tabubruch, der AfD zu echter Macht verholfen zu haben, wird nun für immer mit CDU und FDP verbunden sein. Die Masken sind gefallen. Es werden jetzt spannende Tage. Wachsamkeit ist das Gebot der Stunde."

14:42 Uhr | Fragen und Antworten nach der Wahl

14:39 Uhr | Minister werden nicht heute ernannt

Am heutigen Mittwoch werden keine Minister ernannt. Es gibt auch keine Kabinettssitzung. Das gab die Thüringer Staatskanzlei nach Rücksprache mit der Geschäftsführung der FDP-Fraktion bekannt

14:32 Uhr | Mike Mohring (CDU): "Für Kandidaten der Mitte entschieden"

CDU-Fraktionschef Mike Mohring hat sich nach der Wahl gegenüber MDR THÜRINGEN geäußert. "In einer Konstellation mit drei Bewerbern haben wir entschieden, für den Kandidaten der Mitte zu stimmen. Das ist unsere Verantwortung für Thüringen." Kemmerich solle erklären, dass er für eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht zur Verfügung steht "Wenn er das tut, steht die CDU für Gespräche bereit."

Mike Mohring (rechts) gratuliert Thomas Kemmerich, dem neuen Thüringer Ministerpräsidenten.
Mike Mohring (rechts) gratuliert Thomas Kemmerich, dem neuen Thüringer Ministerpräsidenten. Bildrechte: dpa

14:25 Uhr | Der dritte Wahlgang in voller Länge zum Nachschauen

14:20 Uhr | Gauland und Weidel werten Ministerpräsidentenwahl als Sieg für AfD

Die Spitzen der AfD-Fraktion im Bundestag haben die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum neuen Ministerpräsidenten in Thüringen als Erfolg für ihre Partei begrüßt. "An der AfD führt kein Weg mehr vorbei", twitterte die Kofraktionsvorsitzende Alice Weidel. Kofraktionschef Alexander Gauland erklärte: "Das Ausgrenzen der AfD funktioniert nicht." Die AfD wünsche Kemmerich "eine glückliche Hand."

14:14 Uhr | Video: So reagierten die drei Kandidaten

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Thomas Kemmerich 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

14:10 Uhr | AfD-Abgeordneter Möller: "Die AfD ist Königsmacher"

Der Thüringer AfD-Abgeordnete Stefan Möller gab auf Twitter bekannt, dass die AfD geschlossen Thomas Kemmerich gewählt habe. Laut Möller geschah dies aus „Staatsräson“, um Thüringen "R2G 2.0 zu ersparen". Wenig später twitterte Möller folgenden Satz: „Die AfD ist Königsmacher“.

13:58 Uhr | Jan Böhmermann spricht von "Zivilisationsbruch"

13:54 Uhr | Astrid Rothe-Beinlich (Grüne): "Mustergau Thüringen"

13:51 Uhr | Jurist: Ministerpräsident eindeutig gewählt

Jurist Michael Brenner sagte gegenüber MDR EXTRA: „Verfassungsrechtlich ist dieses Ergebnis in jedem Fall unproblematisch. Wir haben einen eindeutig gewählten Ministerpräsidenten.“

13:47 Uhr | Knapper ging es nicht: Eine Stimme macht den Unterschied

13:43 Uhr | Henfling (Grüne): "Von Faschisten ins Amt" gehoben

Die Thüringer Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling twitterte kurz nach der Wahl Kemmerichs zum Ministerpräsidenten:  „Das ist ein unfassbares Ergebnis. Die FDP lässt sich von Faschisten ins Amt heben und die CDU ist willfähiger Gehilfe!“

13:38 Uhr | Hennig-Wellsow wirft Blumenstrauß vor Kemmerichs Füße

Linken-Chefin Hennig-Wellsow wirft dem neuen Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich nach seiner Vereidigung einen Blumenstrauß vor die Füße, sie scheint außer sich.

Ein Blumenstrauß liegt vor Thomas Kemmerich auf dem Boden.
Dieser Blumenstrauß landete vor Thomas Kemmerich auf dem Boden. Bildrechte: dpa

13:34 Uhr | Kemmerichs nächster Schritt: Regierungsbildung

Nach dem Sieg Kemmerichs, der für viele überraschend kommt, ist die Landtagssitzung für zwei Stunden unterbrochen worden. Nun lautet die Frage: Wie könnte eine erste Regierungsmannschaft aussehen? Kemmerich zieht sich zu Beratungsgesprächen zurück.

13:32 Uhr | Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten vereidigt

FDP-Politiker Thomas Kemmerich ist zum Regierungschef gewählt worden. Er setzte sich im entscheidenden dritten Wahlgang gegen den bisherigen Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) durch. Der von der AfD aufgestellte parteilose Kandidat Christoph Kindervater erhielt im dritten Wahlgang keine Stimme.

13:27 Uhr | Thomas Kemmerich gewinnt die Wahl

Das Ergebnis liegt vor: 45 Stimmen für Thomas Kemmerich, 44 Stimmen für Ramelow, 0 für Kindervater.

13:20 Uhr | Stimmen werden gezählt

Die Wahlhandlung ist geschlossen. Nun wird wieder gezählt - wie zuvor per Hand. Anschließend gibt die Landtagspräsidentin das Ergebnis bekannt.

13:06 Uhr | Die Wahl geht weiter

Landtagspräsidentin Birgit Keller macht vor dem dritten Wahlgang klar: Wer die meisten Stimmen erhält, ist gewählt. "Die Wahlhandlung ist eröffnet." Wieder beginnt Dirk Adams (Grüne), denn die Abgeordneten werden alphabetisch zur Wahl aufgerufen. Zur Wahl stehen Ramelow (Linke), AfD-Kandidat Kindervater (parteilos) und Kemmerich (FDP).

Christoph Kindervater
Kandidat Christoph Kindervater brachte sich erst wenige Tage vor der Wahl ins Spiel. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

13:00 Uhr | Die Spannung steigt - vor dem dritten Wahlgang

Zwei Stunden nach Beginn der Sitzung steht die Anspannung Kandidaten und Abgeordneten ins Gesicht geschrieben. Im dritten Wahlgang zählen nun die meisten Stimmen.

12:56 Uhr | Abgeordnete König-Preuss (Linke) twittert zum möglichen Wahlverhalten

12:53 Uhr | Blick in die Thüringer Verfassung

In der Pause werfen wir einen Blick in die Verfassung des Freistaats Thüringen:

Ministerpräsident Wahl Verfassung
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

12:49 Uhr | Protest vor dem Landtag

Demonstranten halten ein Schild mit der Aufschrift: Ohne Ramelow und Co wird Thüringen wieder froh.
Vor dem Landtag protestieren einige Leute in Reimform gegen Bodo Ramelow. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

12:46 Uhr | Stimmzettel für dritten Wahlgang werden gedruckt

Die Stimmzettel für den dritten Wahlgang werden vorbereitet. Die Fraktionen haben 20 Minuten Zeit, sich neu zu beraten.

12:45 Uhr | FDP schickt Kemmerich ins Rennen

Thomas Kemmerich tritt im dritten Wahlgang für die FDP an - gegen Bodo Ramelow und Christoph Kindervater. Die CDU hat auch im dritten Wahlkampf keinen eigenen Kandidaten aufgestellt.

12:41 Uhr | Der Wahl-Krimi geht wieder

Die Abgeordneten betreten wieder den Plenarsaal im Thüringer Landtag - vor dem dritten Wahlgang.

12:32 Uhr | Dritter Wahlgang steht bevor

Bisher gibt es keinen Sieger. Im folgenden dritten Wahlgang reicht die relative Mehrheit - anders als in den beiden vorigen Wahlgängen. Doch was das genau bedeutet, darüber gibt es Streit.

Thomas Kemmerich
Thomas Kemmerich (FDP) zwischen den Wahlgängen. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

12:13 Uhr | Auch kein Sieger im zweiten Wahlgang

Die Wahl geht weiter. Im zweiten Wahlgang erzielte Bodo Ramelow 44 Stimmen, Christoph Kindervater 22. Es gab 24 Enthaltungen.

12:07 Uhr | Zweiter Wahlgang abgeschlossen

Es wird wieder gezählt, die Abgeordneten haben im zweiten Wahlgang abgestimmt.

Björn Höcke gibt seinen Stimmzettel ab.
Björn Höcke (AfD) bei der Stimmabgabe. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

12:06 Uhr | CDU bisher ohne eigenen Kandidaten

André Brodocz, Politikwissenschaftler der Universität Erfurt, geht nicht davon aus, dass die CDU in einem möglichen dritten Wahlgang einen eigenen Kandidaten aufstellt. Vor einigen Tagen hatte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Weiler selbst ins Gespräch gebracht.

Mike Mohring (CDU)
Mike Mohring (CDU) im Landtag. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

12:00 Uhr | Zweiter Wahlgang beginnt - mit gleichen Kandidaten

Es gibt keine weiteren Kandidaten im zweiten Wahlgang. Wieder können die Abgeordneten für Bodo Ramelow oder Christoph Kindervater abstimmen - oder sich enthalten. Dies sind die drei Optionen; "Nein"-Stimmen sind auch auf den Stimmzetteln im zweiten Wahlgang nicht vorgesehen.

11:55 Uhr | Polizeigewerkschafter: Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün zu unkonkret

Kai Christ, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, findet den Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün "schlicht zu allgemein gefasst", er müsse viel konkreter werden, Details müssten besprochen werden.

11:49 Uhr | "Fridays for Future" zur Wahl des Ministerpräsidenten

Auch wenn Mittwoch ist, verfolgt die Erfurter "Fridays for Future"-Gruppe die Wahl im Landtag ganz genau.

11:45 Uhr | So geht es weiter: Fraktionen dürfen weitere Bewerber vorschlagen

Auch im zweiten Wahlgang muss ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, um zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden.Das schreibt die Verfassung vor. Allerdings könnten neue Kandidaten auf den Plan treten.

11:38 Uhr | AfD-Fraktion beantragt Sitzungsunterbrechung

11:28 Uhr | 30 Minuten Unterbrechung - Um 12 Uhr geht die Sitzung weiter

Der amtierende Regierungschef Bodo Ramelow ist im ersten Durchgang durchgefallen. Der Linke-Politiker verfehlte die erforderliche absolute Mehrheit ebenso wie sein parteiloser Gegenkandidat Christoph Kindervater, den die AfD ins Rennen schickte. Kindervater erhielt im ersten Wahlgang 25 Stimmen - und damit drei Stimmen mehr als die AfD Abgeordnete im Thüringer Landtag hat. Ramelow bekam 43 Stimmen - und damit eine mehr als Linke, SPD und Grüne zusammen Abgeordnete haben.

Bodo Ramelow, umgeben von Abgeordneten und Fotografen.
Bodo Ramelow verfehlte im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

11:23 Uhr | Erster Wahlgang beendet: Ramelow nicht gewählt

Bodo Ramelow (Linke) erhält im ersten Wahlgang 43 Stimmen, AfD-Kandidat Christoph Kindervater 25 Stimmen.

11.18 Uhr | Erster Wahlgang ist beendet

Die Stimmen des ersten Wahlgangs werden gezählt - und dann ein weiteres Mal gegengezählt.

Abgeordnete im Plenarsaal des Thüringer Landtags
Die Abgeordneten haben im ersten Wahlgang abgestimmt. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

11.15 Uhr | Erfurter Politikwissenschaftler im Gespräch mit MDR THÜRINGEN

"Bodo Ramelow hat nichts zu verlieren", sagt André Brodocz, Politikwissenschaftler der Universität Erfurt. Wenn er nicht gewählt werde, dann hätten die anderen Parteien ein Problem.

11.12 Uhr | AfD-Kandidat Kindervater im Landtag

Der Kandidat Christoph Kindervater (parteilos), den die AfD aufgestellt hat, verfolgt die Wahl im Landtag mit. Vor zwei Tagen hatte er zuerst mitgeteilt, dass er aufgrund einer Dienstreise nicht in Thüringen sein könne, hatte die Aussage aber einen Tag später korrigiert.

11:07 Uhr | Livestream mit Gebärdendolmetscherin

11:01 Uhr | Sondersitzung im Thüringer Landtag hat begonnen

Die Präsidentin des Thüringer Landtags, Birgit Keller (Linke), hat die Sitzung eröffnet. Es geht weiter mit dem ersten Wahlgang zur Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten. Die Abgeordneten stimmen in alphabetischer Reihenfolge ab.

10:59 Uhr | Livestream ab 11 Uhr aus dem Landtag

10:54 Uhr | Carsten Schneider (SPD) spricht von AfD als "Feinde der Demokratie"

10:47 Uhr | Bernhard Vogel (CDU) warnt vor taktischen Manövern der AfD

Der frühere Thüringer Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) hat Landeschef Mike Mohring vor taktischen Manövern der AfD gewarnt. Darüber berichtet die "Rheinische Post". Für den dritten Wahlgang habe die CDU laut Vogel zwei Möglichkeiten: "Gehen AfD und FDP mit eigenen Kandidaten ins Rennen, sollte die CDU den FDP-Kandidaten mitwählen oder Mike Mohring als eigenen Kandidaten aufstellen.“

10:41 Uhr: | SPD weist Angebot Kemmerichs zurück

Der SPD-Landesvorsitzende Wolfgang Tiefensee hat neue Avancen der FDP ausgeschlagen. Dabei ging es um ein Angebot, nach dem unter einem FDP-Ministerpräsidenten die sozialdemokratischen Minister ihr Amt behalten könnten. Das Angebot sei "ein politischer Dammbruch" und "eine Anmaßung", schrieb Tiefensee am Mittwochmorgen auf Twitter. Die SPD werde weder im Parlament noch in der Regierung einen Ministerpräsidenten "von Gnaden der AfD" unterstützen. Der Thüringer FDP-Vorsitzende Thomas Kemmerich hatte der Zeitung "Freies Wort" gesagt, sollte er zum Regierungschef gewählt werden, "müssten auch nicht alle jetzt noch amtierenden Minister ausgetauscht werden, zum Beispiel die der SPD".

10:31 Uhr | Was geschieht bei einem Unentschieden?

Die Ausgangslage der Wahl ist kompliziert, Überraschungen sind möglich. Denkbar ist auch ein Unentschieden - schließlich sitzen 90 Abgeordnete im Landtag. Was dann passieren würde, ist allerdings völlig unklar. 

10:16 Uhr | Das bedeuten die Namen der Kandidaten

Ramelow, Kindervater, Kemmerich, Weiler ... Was bedeuten eigentlich die Namen der Ministerpräsidenten-Kandidaten? Wir haben Namenforscher Professor Jürgen Udolph gefragt. Hier sind seine Antworten.

10:08 Uhr | Deutschland blickt auf Thüringen

Übertragungswagen stehen vor dem Erfurter Landtag.
Medien aus ganz Deutschland berichten diesen Mittwoch aus Erfurt. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

Die ersten Übertragungswagen verschiedener Medien haben vor dem Landtag im Erfurter Süden geparkt. Deutschland schaut heute auf Thüringen.

10:01 Uhr | Heute wird ein neuer Ministerpräsident in Thüringen gewählt

Guten Morgen, liebe User! Heute wird es spannend. Wer wird der nächste Thüringer Ministerpräsident? Um 11 Uhr beginnt die Sitzung im Thüringer Landtag, bis zu drei Wahlgänge sind vorgesehen. Wir halten Sie im Live-Ticker auf dem Laufenden.

Hier haben wir zusammengefasst, auf was es bei der Wahl ankommt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 05. Februar 2020 | 19:00 Uhr

54 Kommentare

Freiheit vor 33 Wochen

Welchen Fehler hat denn der Herr Kemmerich gemacht, dass man gegen ihn demonstrieren müsste.
Beim BK fällt mir so Einiges ein, was dessen Rücktritt rechtfertigen würde!

Freiheit vor 33 Wochen

Was willst du denn? AFD, CDU und FDP haben doch eine Mehrheit! Daher hat der Rammelow ja auch die Wahl verloren, weil RRG eben nicht die Mehrheit hat!

Leipzscher vor 33 Wochen

Meiner Meinung nach ist es ein Skandal, der hier passiert. Sich mit Hilfe von einer faschistischen Partei wählen zu lassen. Auch die Wahltaktik. Entweder skandalös, oder einfach nur dämlich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Soll sich jetzt doch Herr Kemmering seine Mehrheiten suchen, wo er will. Wer sich auf Faschisten stützt, der ist selbst schuld und sollte sein Tun auch ausbaden.
Meine persönliche Konsequenz: weder die CDU noch die FDP werden jemals wieder eine Wählerstimme von mir bekommen. Eher fallen Ostern und Weihnachten auf einen Tag!

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