Thüringer Landesregierung Kinder und Jugendliche sollen mehr mitbestimmen

Die Thüringer Landesregierung will Kinder und Jugendlichen mehr politische Mitspracherechte geben. Dazu hat die Regierung am Dienstag in Erfurt ihre "Strategie für die Mitbestimmung junger Menschen" verabschiedet und vorgestellt.

Schüler stimmen im Plenarsaal des Landtages während des Jugendparlaments 2018 über einen Antrag ab.
Künftig sollen Jugendliche mehr mitbestimmen dürfen Bildrechte: dpa

Demnach sollen unter anderem Kinder und Jugendliche angemessen an den Kinder- und Jugendhilfeplanungen in den Städten und Gemeinden beteiligt werden und in den entsprechenden Ausschüssen vertreten sein. Die Thüringer Ministerien wurden außerdem angewiesen, Gesetze und Verordnungen auf Möglichkeiten der Mitbestimmung für junge Menschen zu überprüfen und gegebenenfalls Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen.

Wie Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte, sollen zudem Jugendämter regelmäßig Bericht erstatten über sämtliche Angelegenheiten und Vorhaben, die junge Menschen vor Ort betreffen. Ziel ist außerdem, Schüler zu ermutigen, Klassenräte zu wählen. Darüber hinaus soll eine Ombudsstelle eingerichtet werden, an die sich Schüler bei Problemen wenden können.

Sozialkunde oder Projekttage anstelle von Schulstreiks

Erneut wandte sich Holter gegen Schulstreiks im Rahmen der "Fridays for Future"-Bewegung. Es sei gut, wenn Kinder und Jugendliche sich politisch engagierten. Allerdings seien Schulstreiks an Freitagen als Fehltage zu werten. Holter regte stattdessen Projekttage an oder Unterrichtsstunden in Sozialkunde, die auf jene Freitage gelegt würden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. März 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 15:27 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

27.03.2019 08:25 Beobachter 5

Ein erster Schritt zu einer Mitbestimmung wäre ja, dass man die Meinungen und Protestformen von Jugendlichen respektiert und sich damit auseinandersetzt. Streiks und Demos sind gelebte Demokratie. Sie spiegeln die Auffassungen einer breiten Masse wieder, aber sind natürlich nicht so schön, wie ein Ausschuss, wo man Ende wieder unter sich ist und alles zerreden kann. Die Abstimmungen bzgl. der Urheberrechtsreform und insbesondere bzgl. der Artikel 11 und 13 zeigen deutlich, welche Meinung die Berufspolitiker vom Willen/der Willensbekundung großer Gruppen, hier insbesondere Jugendlicher haben - keine, einfach ignorieren. Gleiches gilt für den Umweltschutz und erinnert sei auch an die Abstimmungen zu den Hilfspaketen für Griechenland. Am Ende geht es immer nur die Meinungen und Vorteile einiger weniger, um die Wiederwahl von Berufsjasagern und eine Handvoll Euro. Freiheit, der Wettstreit von Meinungen, Respekt vor anderen, gelebte Demokratie - alles Fehlanzeige.

26.03.2019 20:41 Walter 4

Wie geht das Lied?

Die Welt gehört in Kinderhände, sie wissen nicht was sie tun.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Jeder muss erst einmal seine Lebenserfahrung machen. Ich habe schon viele linke Jugendliche und junge Erwachsene erlebt, welche 10 Jahre später erzkonservative Einstellungen haben.

Deshalb wird die Beeinflussung durch Links auch immer ein Thema bleiben. Siehe Herabsetzung des Wahlalters.

In der Jugend ist man immer gegen...

Mehr aus Thüringen