Holzdorf Thüringer Bauern fordern faire Preise für Agrarprodukte

Faire Preise für gutes Essen - das fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Am Sonntag trafen sich die Bauern in Holzdorf bei Weimar. Von dort gingen klare Signale nach Berlin. Die großen deutschen Lebensmittelkonzerne treffen sich dort am Montag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Agrarministerin Julia Klöckner zu einem Handelsgipfel.

Kühe auf Bauernhof in Hedersleben
Am Montag soll es beim Handelsgipfel in Berlin um den Vorwurf des Preisdumpings gehen. Bildrechte: MDR/Pauline Vestring

Vor dem sogenannten Lebensmittel-Gipfel am Montag im Bundeskanzleramt in Berlin fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) höhere Preise für Agrarprodukte. AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janssen sagte bei einer Tagung in Holzdorf bei Weimar, Weidemilch werde vom Einzelhandel für 72 Cent je Liter verramscht. Das sei keine Wertschätzung bäuerlicher Arbeit.

Wenn Landwirte Qualität erzeugen sollten, dann müsse sich das auch in den Preisen ausdrücken. Gefordert sei hier die Politik, die den Rahmen für höhere Preise schaffen müsse. Laut Janssen brauchen die Agrarbetriebe die Einnahmen, um die anstehenden Aufgaben zu meistern.

Zum "Tag der Landwirtschaft" hatte die AbL am Sonntag auf das Landgut Holzdorf bei Weimar geladen. Bauern, Politiker und Verbände wollten ausloten, welche Bedingungen eine klimagerechte Landwirtschaft vor allem auf dem Acker braucht. Die Veranstaltung war öffentlich. In den Pausen präsentierte der Pomologenverein eine Apfelsortenausstellung mit über 100 Sorten.

Der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft gehören vor allem kleine und mittlere Agrarbetriebe an. Deutschlandweit hat der Verband nach eigenen Angaben rund 5.000 Mitglieder, davon in Thüringen etwa 200. Die großen deutschen Lebensmittelkonzerne treffen sich am Montag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Agrarministerin Julia Klöckner zu einem Handelsgipfel. Dabei geht es um den Vorwurf von Preisdumping bei Lebensmitteln.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Februar 2020 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2020, 15:38 Uhr

5 Kommentare

Grosser Klaus vor 2 Wochen

Für alle die hier jetzt nur nölen und jammern, sollten sich lieber erst einmal informieren, was die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft eigentlich ist und welche Ziele sie haben.

Fuerst Myschkin vor 2 Wochen

Rumnängern hilft nun gar nichts, liebe Bauern. Der grösste Teil von Euch ist doch stark CDU- affin. Warum wendet Ihr Euch dann nicht an euren Christdemokraten- Abgeordneten des Vertrauens? Mit viel Optimismus und Gottvertrauen wird's dann schon werden. Ihr müsst nur fest dran glauben liebe Bauern. Gelle.😎😂😂

martin vor 2 Wochen

Für mich ist das ein Paradebeispiel verfehlter Landwirtschaftspolitik. Die grossen Betriebe haben ihre Lobby und kassieren überproportional Subventionen - die kleinen und mittleren Betriebe schauen in die Röhre. Da hätte die Bundesregierung durchaus in den vergangenen Jahren anders entscheiden können.

Aber meiner Meinung nach sollte der Fingerzeig nicht nur auf "die bösen Politiker" gehen, sondern auch auf uns Verbraucher. Geiz ist auf Dauer eben nicht geil. Und wer glaubt, dass das Kilo Fleisch im Supermarkt für unter 4 Euro halbwegs vernünftig und auskömmlich erzeugt wurde, der glaubt vermutlich auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

So sehr ich das Anliegen der AbL auch berechtigt finde, so skeptisch bin ich, was die Ergebnisse in Berlin angeht ....

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