Bürgerentscheid Abstimmung in Neumark zum Schweinezuchtbetrieb

Rund 420 Wahlberechtigte entscheiden am Sonntag über die Zukunft der Schweinezuchtanlage der Firma van Asten in Neumark im Weimarer Land. Die Bürgerinitiative Neumark hat zum Bürgerentscheid aufgerufen. Die Schweinezuchtanlage in Neumark ist mit rund 42.000 Tieren die Zweitgrößte im Freistaat und soll laut Bebauungsplan deutlich erweitert werden.

In Neumark wird am Sonntag darüber abgestimmt, ob die Stadt einen neuen Bebauungsplan für van Asten auf den Weg bringt. Grund ist, dass sich die Firma erweitern will. Während die Bürgerinitiative befürchtet, der Betrieb könnte ins Gigantische wachsen, befürwortet die Gemeinde einen Bebauungsplan. Er sei aus ihrer Sicht der einzige Schritt, um mitgestalten zu können, hieß es. Die Schweinezuchtanlage in Neumark ist mit rund 42.000 Tieren die Zweitgrößte im Freistaat.

Mehr Schweine als Einwohner

Das Unternehmen will die Anlage um über 70 Prozent vergrößern. Damit soll Neumark der Standort der größten Schweineanlage in Thüringen werden. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Belastung für die kleine Gemeinde zu groß wird. Abgesehen vom Geruch drohen laut Bürgerinitiative viele zusätzliche LKW-Fahrten: Tiere, Futter, Medikamente und Gülle müssten in noch größeren Mengen transportiert werden.

Bereits 2010 sollte die Anlagengröße verdoppelt werden. Damals hatten 59 Prozent der Neumarker in einem Bürgerentscheid dafür gestimmt, dass der Stadtrat alles gegen eine Erweiterung des Schweinebetriebes tun müsse.

Statdtratsbeschluss soll gekippt werden

Der Stadtrat von Neumark hatte im Dezember 2018 beschlossen, einen Bebauungsplan für das Gelände der niederländischen Firma van Asten aufzustellen, auf dessen Grundlage das Unternehmen seinen Bestand von aktuell 42.000 auf 62.500 Schweine aufstocken kann.

Die Bürgerinitiative Neumark, die seit Jahren gegen jede Erweiterung der Anlage kämpft, hatte ein Bürgerbegehren beantragt, um diesen Beschluss zu kippen. Die nötigen Unterschriften für einen Bürgerentscheid kamen schnell zusammen. Er sollte im April stattfinden, fiel aber den Corona-Einschränkungen zum Opfer. Schließlich einigten sich Stadt, Bürgerinitiative und Kommunalaufsicht des Weimarer Landes auf den 12. Juli für den Urnengang.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Juli 2020 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

lobo56 vor 19 Wochen

Die Landwirtschafteminister der letzten Jahrzehnte haben nicht's mit Tierwohl am Hut, sonst wäre es gar nicht zu diesen schrecklichen Haltungsbedingungen gekommen.
Es sind Handlanger der Fleischindustrie und der Bauernverbände. So gibt es keine nachhaltige Agrarwende bzw. Tierhaltung.

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