Schiffscontainer
Drastische Verluste drohen Anlegern der Münchener P&R, die mit Schiffscontainern Geschäfte gemacht hat. Bildrechte: colourbox.com

Insolvenz der Münchener P&R Container-Pleite trifft auch Anleger in Thüringen

Die Münchener P&R Investmentgruppe ist insolvent und lässt Anleger in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt um ihre Einlagen bangen. Versprochen waren Gewinne aus dem Geschäft mit Schiffs-Containern.

von Matthias Thüsing

Schiffscontainer
Drastische Verluste drohen Anlegern der Münchener P&R, die mit Schiffscontainern Geschäfte gemacht hat. Bildrechte: colourbox.com

Container in Schieflage. Die Münchener P&R Investmentgruppe hat am Freitag, 16. März, für mehrere Firmen Insolvenz angemeldet. Tausende Anleger - auch in Mitteldeutschland bangen um ihre Einlagen. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Michael Jaffé eingesetzt.

P&R ist seit 1975 auf dem Anlegermarkt aktiv und hat in den vergangenen Jahren Milliarden bei Privatleuten eingesammelt - für den Kauf und die Vermietung von Schiffs-Containern. Im Gegenzug wurden den Anlegern stabile Renditen versprochen. Nach der Pleite haben sich die ersten Geschädigten auch aus Thüringen einen Anwalt gesucht. Einer der Anwälte ist Peter Mattil. Seine Kanzlei vertritt nach eigenen Angaben schon 2.000 der möglicherweise bis zu 70.000 Geschädigten, die ihr Geld in P&R investiert haben.

Betrieb soll dennoch weitergeführt werden

Container werden an einem Hafen verladen.
Container werden in einem Hafen verladen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Es haben sich aus allen Bundesländern Mandanten bei uns gemeldet", sagte Mattil MDR THÜRINGEN. Derzeit würden die Fälle in seiner Kanzlei zusammengeführt. Es zeichne sich ab, dass P+R die Container zuletzt zu billig an Schiffseigener vermietet und regelmäßig zu hohe Ausschüttungen erlaubt habe. Zudem steht der Verdacht im Raum, dass die Ausschüttungen an die Altinvestoren seit einiger Zeit aus den Einnahmen der Neuverträge finanziert wurden. Vertrieben wurden die Produkte von P&R vor allem über freie Finanzdienstleister oder von Mitarbeitern des Unternehmens selbst. "Mir ist noch kein Fall aufgefallen, bei dem Banken die Investitionen in P&R vermittelt hätten", sagte Mattil MDR Thüringen.

Von der Insolvenz betroffen sind konkret die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P&R Container Leasing GmbH. Die mögliche Schadenssumme könnte im Milliardenbereich liegen, ist aber derzeit noch nicht ermittelt. Der vorläufig eingesetzte Insolvenzverwalter Michael Jaffé wies darauf hin, dass die Container weiter Mieteinnahmen abwerfen. Jaffé plant nach eigenen Angaben den Betrieb der drei insolventen P&R-Firmen weltweit fortzuführen, um Einnahmen zu erzielen und ein Verwertungskonzept zu erstellen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 20. März 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2018, 12:19 Uhr

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9 Kommentare

21.03.2018 12:31 Gabriele Stumpf 9

Selbstverständlich haben Banken die Anlage von P+R angeboten und vertrieben.
Das Bankhaus Reuschel hat mir selbst sehr rege die Anlage verkauft.
Warum haben die Banken die Tricks nicht bemerkt ? Diese müsste man auch regresspflichtig machen.
Mit freundlichen Grüßen
Es war eine Anlage für unser Sterbegeld. 80 und 78 Jahre-

21.03.2018 07:00 Rasselbock 8

@6:"Sie reden Stuß: Diese Sorte Beteiligung wurde in diversen Portfolios anteilig verkauft und die Anleger wußten oft nicht genau (genau!), was sie da alles in der Wundertüte bekommen haben." Wer dazu zu blöd ist und nicht weiss was er tut hat es nicht besser verdient.

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