Schnittwunde über Schulter Toter Hund im Weimarer Land gibt Rätsel auf

Der Kadaver eines Hundes ist an einem Waldrand bei Kromsdorf gefunden worden. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Tierquälerei.

Sonnenaufgang am Waldrand
Ein Spaziergänger entdeckte den Kadaver des Tieres an einem Waldrand. (Symbolbild) Bildrechte: Unsplash/Jake Givens

Der Fund eines toten Hundes am Speicher Kromsdorf im Weimarer Land beschäftigt das Veterinäramt. Nach Angaben des Landratsamts hatten Spaziergänger den mit Laub bedeckten Kadaver am Waldrand gefunden. Der Hund sei gut genährt gewesen. Über der rechten Schulter befand sich den Angaben zufolge eine Schnittwunde. Es wird vermutet, dass dem Tier ein Chip entnommen werden sollte, allerdings erfolglos.

Toter Hund in Kromsdorf gefunden
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beim Versuch der Identifizierung des Tieres half die Chip-Nummer jedoch nicht weiter, da sie nur aus zwölf Zahlen bestand - 15 sind normal. Die Ziffern für die Länderkennung fehlten. Das Veterinäramt ermittelt wegen schweren Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und sucht Zeugen, die den Hund oder dessen Besitzer kennen. Woran genau das Tier starb ist noch nicht geklärt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Dezember 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2019, 11:36 Uhr

8 Kommentare

Schwarzkittel vor 5 Wochen

@Elsburg
zu 4.) Personen, denen Hunde zugelaufen sind oder gefunden haben, u. die über ein Chip-Lesegerät verfügen, können den Code auslesen u. anhand des Transponders entweder über das Tierregister „Tasso“ (sofern der Hund dort registriert ist) oder über die Behörden eine Kontaktaufnahme veranlassen. Es erfolgt keine Herausgabe der Halterdaten. Die Halter werden durch Tasso od. die Behörden direkt kontaktiert. Es empfiehlt sich, das Fundtier im Tierheim abzugeben.

zu 5.) siehe 3. Möglicherweise gibt es technische Möglichkeiten, einen Mikrochip zu manipulieren, vielleicht existiert auch ein Schwarzmarkt für gebrauchte Transponder (z.B. aus Tierkadavern). Aufwand und Nutzen stehen m. E. in keinem Verhältnis. Im geschilderten Fall halte ich jedoch „menschliches Versagen“ (Ablesefehler) für wahrscheinlicher, zumal versucht wurde, den Chip zu entfernen. Wäre dieser manipuliert/dupliziert u. damit „sauber“ bzw. nicht zurückverfolgbar, hätte man sicher keinen derartigen Versuch unternommen.

Schwarzkittel vor 5 Wochen

@Elsburg
zu 2.) Laut dem Tierschutzgesetz, darf der Tierchip von einer Person vorgenommen werden, die dazu qualifiziert ist. In der Regel - und im überwiegenden Teil aller Fälle - ist das der Tierarzt. Die Eintragung der Transponder-ID erfolgt im Heimtierausweis oder Impfpass des Tieres.

Der Halter hat die Kennzeichnung des Tieres nach § 2 Abs. 4 ThürTierGefG bei der zuständigen Behörde (z.B. Ordnungsamt) anzuzeigen. Die Zuwiderhandlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. In der für den Wohnort zuständigen Behörde erfolgt die Speicherung der Transponder-ID inklusive der spezifischen Merkmale des Hundes. Ein thüringenweites Hunderegister befindet sich noch im Aufbau.

Schwarzkittel vor 5 Wochen

@Elsburg
zu 1.) Nach meiner Kenntnis erfolgt die Herstellung der RFID Transponder durch verschiedene Unternehmen. Das International Committee for Animal Recording (ICAR) überwacht die Vergabe der Transpondernummern. Dadurch ist die Einmaligkeit der Nummer und die Einhaltung der ISO-Norm gewährleistet.

Die Form der Nummern ist durch die ISO-Norm vorgegeben. Der Hersteller der Tierchips kann auf Grund der Codestruktur ermittelt werden.

Es existieren aber auch Chips mit Länderkennung (für Deutschland: 276). Der Ländercode darf nur genutzt werden, wenn eine nationale Vergabestelle zur Verwaltung aller Nummern mit Ländercodes eingerichtet ist, die dafür sorgt, dass die Transpondernummern mit dem Ländercode nicht tierartübergreifend dupliziert werden. Für Deutschland ist das nicht der Fall.

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