Weimarer Land Fleischwerk Nohra entlässt 58 Mitarbeiter

Das Fleischwerk Nohra im Weimarer Land entlässt rund zwei Drittel seiner Belegschaft. Ende August müssen 58 der derzeit 90 Mitarbeiter gehen.

Die Hoffnung war so groß: Die Tönnies-Tochter "Zur Mühlen" sollte den Karren aus dem Dreck ziehen und das Fleischwerk in Nohra retten. Im vergangenen Jahr hat die "Zur Mühlen Gruppe" den Standort Nohra übernommen. Die Produktionsstätte hatte zum Unternehmen "Lutz Fleischwaren" gehört, das Insolvenz anmelden musste.

Die Zeichen standen zunächst gar nicht so schlecht. Schließlich haben die Thüringer Rostbratwurst sowie Thüringer Leberwurst und Thüringer Rotwurst deutschlandweit einen hervorragenden Ruf und werden in ganz Europa verkauft. Dennoch offenbart der genaue Blick in die Bücher eine wirtschaftliche Schieflage, mit der auch der neue Investor nicht gerechnet hat. Firmensprecher Markus Eicher muss zugeben: Produktionsvoraussetzungen, Kundenbeziehungen und Produktangebot - das alle passt nicht mehr zusammen.

Vor einem Betriebsgelände stehen Autos auf einem Parkplatz.
Das Fleischwerk in Nohra Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Standort muss umstrukturiert werden. "Zur Mühlen" konzentriert sich auf die Herstellung der Bratwurst, will in diesem Bereich auch in neue Technik investieren. Doch dafür müssen Mitarbeiter gehen. Lange verhandeln Geschäftsführung und Betriebsrat. Auch dort hat man erkannt: So kann es nicht weitergehen. Betriebsratsvorsitzende Beate Böhme weiß, ohne Entlassungen muss das Werk über kurz oder lang ganz geschlossen werden. Es wird ein Sozialplan ausgearbeitet. Ein Interessenausgleich findet statt. Der neue Inhaber achtet auf die sozialen Umstände seiner Mitarbeiter, berichtet Böhme.

Nur 32 der einst 90 Mitarbeiter werden bleiben. Die anderen, ist sich Böhme fast sicher, werden in neuen Jobs unterkommen, wenn sie nicht in Rente gehen. Das Arbeitsamt hat bereits Kontakt aufgenommen. In der Region ist die Lebensmittelindustrie sehr stark vertreten. Keiner soll ohne neue Arbeit bleiben. Bis zum Sommer haben die Männer und Frauen nun Zeit. Ihre Kündigung gilt zum 31. August.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2018, 20:30 Uhr

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10 Kommentare

22.02.2018 19:41 Kein Protestant 10

@7 Graf von Henneberg: Zeigt dass du als "Scheinfranke" keine Ahnung von Geschmack hast.

MDR Thüringen:
Egal ob es heute zum Abendessen diese oder jene Senf- oder Wurstsorte gab, hoffen wir, dass es danach hier keine kulinarische Diskussion mehr gibt ;-)

22.02.2018 17:27 Graf von Henneberg 9

Sehr geehrte(r) Diddy, das Thema trägt die Überschrift "kapitalistische Gesellschaftsordnung", die wurde 1989 vom DDR - Volk herbeidemonstriert - Montags. Das was sich da in Nohra abspielt haben wir seinerzeit in der Schule gelernt. Soll ich jetzt auch noch Karl Marx zitieren?

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