Klimawandel In Thüringen boomt privater Brunnenbau

In Thüringen wächst das Interesse für eigene Brunnen auf dem eigenen Grundstück. Wachsam registrieren die zuständigen Behörden die steigenden Zahlen. Denn das Grundwasser kann nicht unbegrenzt anzapft werden. Wer es trotzdem macht, dem drohen Bußgelder, die weh tun.

Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Einen Brunnen zu bauen, ist heute sehr aufwendig. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier

Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum. Das uralte Volkslied könnte heute umgetextet werden, denn die Brunnen gibt es inzwischen in vielen privaten Gärten, also hinterm Tore. Kurz um, das Brunnengeschäft boomt, sagt Brunnenmeister Matthias Schreier. Mit seinem Sohn Sebastian betreibt er das Handwerk seit Jahrzehnten und sagt: "Das ist wie mit Weihnachten, kurz vorm Fest stürmen alle los und holen sich die Weihnachtsbäume. Wenn es super schönes, warmes Wetter ist und alles vertrocknet, rufen alle an und wollen Brunnen bohren".

Volle Auftragsbücher

Die Auftragsbücher der Springbrunnenfirma in Nermsdorf im Weimarer Land sind voll. Die Firma bohrt Brunnen mit Firmenpartnern in Thüringen, aber auch in angrenzenden Bundesländern und baut vor allem auch Springbrunnen für Städte, Gemeinden und private Auftraggeber.

Brunnenmeisterei Schreier in Nermsdorf

Seit 1984 arbeitet Brunnebauer Matthias Schreier in Nermsdorf mit Künstlern, Ingenieurbüros, Gartenbauern und Architekten zusammen. Inzwischen ist auch sein Sohn Sebastian dabei.

Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Die Auftragsbücher der Springbrunnenfirma in Nermsdorf im Weimarer Land sind voll. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Die Auftragsbücher der Springbrunnenfirma in Nermsdorf im Weimarer Land sind voll. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Es reicht ein tiefes Loch, eine Pumpe und meist ein schwerer Gullideckel. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Brunnenbohren bei den Schreiers in Nermsdorf. So ein Gartenbrunnenbau ist eine Großbaustelle. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Das  Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz sieht den Trend zum privaten Brunnenbau kritisch. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Wer sich für Brunnenbohren entscheidet, muss das bei der Unteren Wasserbehörde bei der Stadt oder dem Landratsamt, anzeigen. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Baufreiheit ist wichtig beim Brunnenbau. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Matthias Schreier deckt einen Brunnen provisorisch ab. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten
Brunnen sehen heute nicht mehr aus wie Märchenbrunnen. Ein tiefes Loch. Eine Pumpe und eine Abdeckung. Meist ein schwerer gullideckel. Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) stellen fest: seit einem Jahr hat die Nachfrage nach privaten Gärtenbrunnen rapide zugenommen
Von Jahr zu Jahr muss tiefer gebohrt werden. Bildrechte: MDR/Matthias Schreier
Die Brunnenbau-Experten Sebastian und Matthias Schreier
Trotzdem nimmt die Nachfrage zu, stellen die Brunnenbauer Sebastian und Matthias Schreier (rechts) fest. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 30. Mai 2020 | 09:00 Uhr

Allerdings sehen die Brunnenmeister den Boom eher kritisch. Sie fürchten, dass es damit wohl in einigen Jahren auch per Verordnung vorbei sein könnte.

Die Brunnenbau-Experten Sebastian und Matthias Schreier
Die Brunnenbauer Sebastian (lks) und Matthias Schreier. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Immer tiefer müsse gebohrt werden, um auf eine wasserführende Schicht zu stoßen, sagt Sebastian Schreier. Und es komme in der derzeitigen Klimasituation mit dem wenigen Regen auch kaum Frischwasser dazu. Die Wasserbehörden würden mittlerweile auch genauer hingucken als früher und kontrollieren, wieviel Wasser dem Grundwasser entzogen wird. Der Brunnenbesitzer muss die abzunehmende Jahres-Wassermenge schon beim Brunnenbau der Unteren Wasserbehörde angeben.

Landesamt rechnet mit Entnahmeverboten

Das  Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz sieht den Trend zum privaten Brunnenbau kritisch. Auch wenn der Behörde keine aktuellen Zahlen vorliegen, so stellt die Obere Wasserbehörde als Fachaufsicht seit vergangenem Jahr "erhöhte Aktivitäten hinsichtlich der Anzeigen von privaten Bohrbrunnen im Zusammenhang mit Ablehnungsentscheidungen der unteren Wasserbehörden" fest. "Wird sich der Trend der aufgrund der Trockenheit sinkenden Grundwasserneubildung in den kommenden Jahren verfestigen, wird es regional zu Einschränkungen bei der Entnahme kommen müssen", sagte Sprecher  Lutz Baseler MDR THÜRINGEN.

Empfindliche Bußgelder

Wer sich für Brunnenbohren entscheidet, muss das bei der Unteren Wasserbehörde, bei der Stadt oder dem Landratsamt, anzeigen. Andernfalls drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Ein nicht angemeldeter Gartenbrunnen zur Bewässerung gilt als Ordnungswidrigkeit. Die Wasserbehörde setzt auch das Limit der jährlichen Wasserentnahme fest.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 30. Mai 2020 | 09:00 Uhr

3 Kommentare

Blumenfreund vor 6 Wochen

„Einen Brunnen zu bauen, ist heute sehr aufwendig.“
Ach, und vor hundert Jahren war es wohl einfach ??
Ich selber habe einen alten Brunnen der zwölf Meter gemauert wurde. Das war aufwendig!

winfried vor 6 Wochen

Privater Brunnen ?! … find' ich gut.
"Die Wasserbehörde setzt auch das Limit der jährlichen Wasserentnahme fest."
Find' ich auch gut … der "Brunnen-Bürger" und die Behörde haben Info bzgl.
"Wasserstand".

wer auch immer vor 6 Wochen

Auch dieses Wasser versiegt irgend wann einmal wenn nichts Neues nach kommt.

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