Ku Klux Klan
Amerikanische Ku-Klux-Klan-Mitglieder bei einer Versammlung 2016 (Archivbild). Bildrechte: dpa

Apolda Razzia bei mutmaßlichen Ku-Klux-Klan-Mitgliedern in Thüringen

Am Mittwochmorgen haben LKA-Beamte eine Wohnung in Apolda gestürmt. Der Verdacht: Ku-Klux-Klan-Mitglieder sollen Waffen gehortet haben. Der Verdächtige ist den Behörden kein Unbekannter.

Ku Klux Klan
Amerikanische Ku-Klux-Klan-Mitglieder bei einer Versammlung 2016 (Archivbild). Bildrechte: dpa

Im Rahmen bundesweiter Durchsuchungen bei mutmaßlichen Mitgliedern des rechtsextremistischen Ku-Klux-Klan hat es auch eine Razzia in Thüringen gegeben. Nach MDR THÜRINGEN-Informationen wurde eine Wohnung in Apolda durchsucht. Die Ermittlungen richten sich dort gegen einen 35 Jahre alten Mann und seine 41 Jahre alte Lebensgefährtin.

Am Mittwochmorgen hatten Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Thüringer Landeskriminalamtes die Wohnung gestürmt. Es soll den Verdacht gegeben haben, dass in der Wohnung Waffen lagerten. Ob Waffen gefunden wurden, ist noch unklar. Der Mann soll vor einem Jahr aus Nordrhein-Westfalen nach Thüringen gezogen sein. Er soll zu den sogenannten "National Socialist Knights of Ku-Klux-Klan Deutschland" gehören. Nach MDR THÜRINGEN-Recherchen soll der Thüringer Tatverdächtige auch auf dem letzten Neonazi-Festival in Apolda dabei gewesen sein. Gegen die mutmaßlichen Mitglieder des "NSK-KKK" läuft bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Durchsuchungen in acht Bundesländern

Insgesamt sind am Mittwoch Gebäude in acht Bundesländern durchsucht worden. Dabei hätten die Beamten mehr als verbotene 100 Waffen sichergestellt, teilten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart mit. Im Zentrum der Ermittlungen stehen 17 Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren, der gesamte verdächtige Personenkreis wird mit 40 angegeben. Sie sollen eine kriminelle Vereinigung unter dem Namen "National Socialist Knights of the Ku-Klux-Klan Deutschland" gebildet haben.

Die Mitglieder eint ihre rechte Gesinnung, die sich unter anderem in einer Glorifizierung des Nationalsozialismus äußert.

Ermittler des LKA Baden-Württemberg

Teile der Gruppen hätten Gewaltfantasien gehegt und geplant, sich zu bewaffnen. Insgesamt gehe es um 40 Beschuldigte aus dem gesamten Bundesgebiet. Durchsucht wurden den Angaben zufolge zwölf Wohnungen in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Waffen und mit Ku-Klux-Klan-Symbolen bedruckte Devotionalien
Bundesweit sichergestellt wurden Schreckschusspistolen, Schwerter, Macheten, Faust- und Butterflymesser, Wurfsterne und Teleskop-Schlagstöcke. Bildrechte: MDR/Landeskriminalamt Baden-Württemberg


Von Festnahmen oder Haftbefehlen war zunächst nichts bekannt. Die Ermittler seien den Beschuldigten bei der Auswertung von Chatprotokollen eines Handys auf die Spur gekommen. Das Gerät war im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beschlagnahmt worden. Bei der Aktion stellten die Ermittler insgesamt mehr als 100 Waffen sicher, darunter Schreckschusspistolen, eine Vielzahl von Schwertern und Macheten, Faust- und Butterflymesser, Wurfsterne und Teleskop-Schlagstöcke.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 16. Januar 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 17:44 Uhr

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34 Kommentare

17.01.2019 18:50 @33. Agnostker 34

Sie sagen es - an Verharmlosung als Straftatbestand sind hohe Anforderungen gestellt - "kleinere Brötchen" könnte man backen, wenn man den Maßstab von Moral und Ethik z. B. auch an die Aktivitäten des KKK anlegt - aber diese Kategorien scheinen ja offensichtlich auch nicht so Ihr Ding zu sein (Zwinker-Smiley). - was Frau Mensah-Schramm betrifft, so BESEITIGT sie wohl eher den Schaden, den die Üblichen Verdächtigen angerichtet haben.

17.01.2019 18:13 Agnostiker 33

@ 20: Wenn ich mich recht entsinne, nannte man "die Gefahr von rechts" in der anderen deutschen Demokratie "Konterrevolution".
@ 24: Auch Sie machen sich zu viele Gedanken um "unsere" Demokratie.
Nehmen Sie Sich ein Beispiel an unserem grossen Staatsratsvorsitzenden, den bis zum Schluss optimistischen Erich "waehrt am laengsten" H.:
"Den Demokratismus in seinem Lauf,
haelt weder Ochs` noch Esel auf!".
@ 25: Die "Verharmlosung" als "Straftatbestand" ist noch lange nicht ausgeschoepft, da geht noch was! [prov. Smiley]
Meine Wurfsterne, Messer und Macheten gab`s uebrigens frueher bei Otto Boenicke. Ich weiss nicht, ob das immer noch so ist, denn mittlerweile interessiere ich mich mehr fuer Jagdwaffen.
@ 31: Warum helfen Sie eigentlich nicht dort, wo Sie keinen Schaden anrichten koennen? https://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/arnstadt-ilmkreis/katzen-gequaelt-riechheim-100.html

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