Kontrollen der Polizei Neonazi-Konzert findet in Magdala statt

Das ursprünglich in Apolda geplante Neonazi-Konzert findet am Samstag in Magdala statt. Das hat die Thüringer Polizei am Donnerstag offiziell bestätigt. Deswegen werden ab Freitagmorgen einige Straßen rund um Magdala (Weimarer Land) gesperrt. Betroffen sind nach Polizeiangaben die Straßen nach Mellingen und nach Kleinschwabhausen. Der Verkehr wird umgeleitet. Außerdem kündigte die Polizei am Freitag und Samstag Kontrollen am Ortseingang von Magdala an. Im Fokus stehen demnach Autofahrer, die von der Autobahn kommen. Anwohner sollten ihren Personalausweis einstecken und nach alternativen Routen Ausschau halten.

Auf einem abgezäunten Gelände stehen Menschen eng gedrängt in einem und um ein Festzelt.
In Themar haben sich in diesem Jahr an die 1000 Rechtsextreme getroffen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rechtsextreme haben für Freitag und Samstag mehrere Versammlungen und Aufzüge sowie ein Konzert angemeldet. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass mehrere Tausend Neonazis aus Deutschland und wahrscheinlich auch aus dem europäischen Ausland anreisen werden. Damit könnten die Konzerte ähnlich groß werden wie das Rechtsrock-Konzert von Themar im Landkreis Hildburghausen im Jahr 2017. Damals waren etwa 6.000 Neonazis in die 2.800 Einwohner zählende Stadt in Südthüringen gekommen. Für die Veranstaltung sind mehrere Gegenproteste angemeldet.
Rechtsrock-Konzerte werden in der Regel als politische Kundgebungen angemeldet und stehen deshalb unter dem grundgesetzlichen Schutz der Versammlungsfreiheit. Pläne der Thüringer Landesregierung, etwa auf Bundesebene darauf hinzuwirken, diesen Schutz zu kippen, waren nach einigen Monaten aufgegeben worden. Ende August wurde in Mattstedt ein geplantes Rechtsrock-Konzert kurzfristig abgesagt.

24 aktive Neonazibands

In Thüringen gibt es derzeit 24 aktive Neonazi-Bands. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Thüringer Landtag hervor. Den Angaben nach soll es sich um zehn Liedermacher und 14 Bands handeln, die im vorigen Jahr aktiv waren. Zwischen 2011 und 2017 sollen sie fast 200 Mal auf einer Bühne gestanden haben. Die meisten Auftritte davon gab es in Thüringen. Aus der Antwort geht auch hervor, dass die rechtsextreme Musikszene von über 14 verschiedenen Vertrieben unterstützt wird. Als Rechtsrock gilt Musik, die zur Verbreitung rechtsextremen Gedankengutes verwendet wird.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 04. Oktober 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2018, 20:04 Uhr

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79 Kommentare

06.10.2018 11:35 Günter Kromme 79

Wichtig für die friedliche Zukunft dieses Landes ist es baldmöglichst einen gesellschaftlichen Konsens zu finden. Doch wenn ich die vielen Kommentare zu den Artikeln der letzten Zeit hernehmen erkenne ich nur das die Schutzengräben die das Land inzwischen durchziehen immer breiter und tiefer werden. Wäre es nicht an der Zeit miteinander anstatt gegeneinander zu sprechen? Wäre es nicht an der Zeit zu erkennen das es in Deutschland nicht nur zwei Schubladen gibt, die linke gefüllt mit Gutmenschen und die rechte gefüllt mit Nazis? Wäre es nicht an der Zeit die Stimme des Volkes zu hören, anstatt im Elfenbeinturm herumzumerkeln?

06.10.2018 11:16 Günter Kromme 78

[MDR THÜRINGEN: Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema]

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