Extremismus 750 Teilnehmer bei Rechtsrock-Konzert in Apolda

Auf dem Marktplatz in Apolda hat am Freitagabend ein improvisiertes Rechtsrock-Konzert mit 750 Teilnehmern stattgefunden. Diese Schätzung veröffentlichte die Thüringer Polizei in der Nacht zum Samstag. Das Konzert war als politische Versammlung für Freitag und Samstag sowohl in Apolda als auch im nahegelegenen Magdala angemeldet worden. In Magdala hatten die Veranstalter auf einer angemieteten Fläche ein großes Zelt aufgebaut. Wenige Stunden vor Beginn erwirkte die Stadt Magdala jedoch vor Gericht ein Nutzungsverbot des einzigen Zufahrtsweges zu dem Konzertgelände. Der Weg gehört der Stadt. Die Anmelder wichen daraufhin nach Apolda aus, mussten wegen des verwehrten Wegerechts aber den Großteil der Ausstattung in Magdala zurücklassen.

Teilnehmer des als Versammlung angemeldeten Rechtsrockkonzerts auf dem Marktplatz in Apolda.
Teilnehmer des als Versammlung angemeldeten Rechtsrockkonzerts auf dem Marktplatz in Apolda. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

MDR-Reporter berichteten, das Konzert in Apolda habe ohne Bühne stattgefunden. Die Veranstalter bauten eine kleine Musikanlage auf. Getränke und Toiletten gab es nicht. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatte sich am Freitagabend in Apolda überzeugt gezeigt, dass es wegen des nicht stattfindenden Konzerts in Magdala "Ärger in der Szene" geben wird. Die Besucher hätten Eintritt bezahlt und die dafür versprochene Leistung nicht bekommen. Das Konzert und eine Gegenveranstaltung mit etwa 100 Teilnehmern wurden von der Polizei abgesichert. Im Einsatz waren Thüringer Polizisten sowie Einheiten der Bundespolizei und aus Baden-Württemberg, Brandenburg und Niedersachsen.

Elf Anzeigen - 119 Personen kontrolliert

Die Polizei nahm am Freitagabend elf Anzeigen auf. Laut Landespolizeidirektion geht es in sechs Fällen um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Drei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz wurden geschrieben und zwei wegen Beleidigung. Zudem sei drei Personen ein Platzverweis erteilt worden. Von 109 Konzertbesuchern und 10 Gegendemonstranten sei die Identität festgestellt worden. Nach Beobachtungen von MDR-Reportern lösten sich beide Versammlungen in der Nacht ohne größere Zwischenfälle auf.

Teilnehmer des Rechtsrockkonzerts in Apolda hebt den Arm zum "Hitlergruß".
Teilnehmer des Rechtsrockkonzerts in Apolda hebt den Arm zum "Hitlergruß". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Samstagvormittag nahmen rund 130 Menschen an einem Gottesdienst gegen das Rechtsrockkonzert in der evangelischen Martinskirche in Apolda teil. Die Thüringer Polizei hatte zuvor erklärt, sie gehe davon aus, dass der Anmelder sein Versammlungsrecht für das Konzert auch am Sonnabend in Apolda wahrnehmen wird. Eine zwischenzeitlich angemeldete Alternativveranstaltung in Kirchheim im Ilm-Kreis wurde nach Angaben von Innenminister Maier vom Landratsamt untersagt. Teilnehmer kehrten nun nach derzeitigen Erkenntnissen nach Apolda zurück. Die Veranstalter wollten laut Maier von Apolda nach Kirchheim umziehen, weil sie dort bessere Technik zur Verfügung haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2018, 13:27 Uhr

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17 Kommentare

06.10.2018 12:05 Matze1980 17

Ich möchte nur mal erwähnen das bei Teilnahme an einer "Rechten" Demo meist auch Leibeskontrollen Personalienkontrollen etc. durchgeführt werden. Es ist also normal wenn mehr Straftaten aufgedeckt werden. Wenn z.B. das gleiche am Hambacher Forst gemacht würde, was wäre dann die Schlagzeilen? "Einsatz der Polizei Grundgesetz widrig bei Personalienkontrolle oder Leibeskontrolle "? Wie Viele Waffen würden da gefunden werden? Gäbe es Schlagzeilen Politiker von Partei xy nimmt an Demo
"gewaltbereiter" oder "bewaffneter" Teil?

06.10.2018 11:54 D.o.M. 16

@NRW18 - 6 Ich tröste Sie damit: In Chemnitz wurde der Spruch " Wir sind mehr" bemüht. Für uns gilt: "Wir werden mehr".

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