Eine große Gruppe Polizisten auf dem Marktplatz von Apolda.
Die Polizei räumt den Apoldaer Marktplatz. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Extremismus Polizei löst Rechtsrock-Konzert in Apolda auf

Die Polizei hat das Rechtsrock-Konzert auf dem Marktplatz von Apolda am Samstagabend aufgelöst. Grund sind gewalttätige Ausschreitungen der rechtsextremen Teilnehmer gegen die Polizei. Acht Beamte wurden verletzt.

Eine große Gruppe Polizisten auf dem Marktplatz von Apolda.
Die Polizei räumt den Apoldaer Marktplatz. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Die Polizei hat das Rechtsrock-Konzert auf dem Marktplatz von Apolda am Samstagabend nach nur einer Stunde aufgelöst. Gleichzeitig erklärte der Veranstalter das Konzert für beendet. Begonnen hatte es wie geplant um 19 Uhr. Als Grund für die Auflösung nannte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass aus der Menge der Konzertteilnehmer heraus Flaschen geflogen sind.

Die Polizei stieß bei der Räumung nach eigenen Angaben auf massive Gegenwehr der Rechtsextremen. Acht Polizisten seien während der Eskalation auf dem Marktplatz leicht verletzt worden. Alle seien aber weiter dienstfähig. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN war der Platz um 21 Uhr vollständig geräumt. Gegen 23 Uhr gab die Polizei - ebenfalls über Twitter - bekannt, dass es auch Flaschenwürfe von Dächern am Marktplatz gegeben hat. Es gebe davon Videobeweise, zudem habe ein Zeuge davon berichtet.

Mehrere Männer an einem Brunnen
Konzertbesucher versuchen, das Pfefferspray auszuwaschen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

MDR THÜRINGEN-Reporter vor Ort berichteten, dass es vor der Eskalation an einer Einlass-Schleuse zum Platz hin zu mehreren gewalttätigen Zwischenfällen gekommen war. Einige der Rechtsextremisten hätten versucht, an der Schleuse durchzubrechen. Die Polizisten setzten daraufhin Pfefferspray ein. Auf dem Marktplatz sollen sich zu dem Zeitpunkt rund 700 Neonazis befunden haben. Bei der Auflösung der Veranstaltung sollen nach Beobachtung von MDR THÜRINGEN-Reportern Neonazis skandiert haben: "Irgendwann werdet ihr Euch wünschen, wir hätten nur Musik gemacht."

Gottesdienst und Gegendemonstrationen in Apolda

Der leere Marktplatz von Apolda
Um 21 Uhr war der Marktplatz geräumt. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Zuvor hatten auf dem übrigen Marktplatz ein Herbstfest und eine friedliche Gegendemonstration stattgefunden. MDR THÜRINGEN-Reporter berichten, dass rund 700 Menschen an beiden Veranstaltungen teilgenommen haben. Am Nachmittag hatten zudem hunderte Gegendemonstranten die kleine abgesperrte Fläche für das Konzert besetzt. Gegen 16 Uhr hatte die Polizei dann diesen Teil des Marktplatzes geräumt, um den Rechtsextremisten den Zugang zum angemeldeten Veranstaltungsort zu ermöglichen.

Am Samstagvormittag hatten rund 130 Menschen an einem Gottesdienst gegen das Rechtsrockkonzert in der evangelischen Martinskirche in Apolda teilgenommen. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Innenminister Georg Maier (SPD) und Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne).

Improvisiertes Konzert bereits am Freitag

Bereits am Freitagabend hatte ein improvisiertes Konzert der Neonazis mit rund 750 Teilnehmern stattgefunden. Die als Versammlung angemeldete Veranstaltung sollte ursprünglich im nahegelegenen Magdala stattfinden. Die Anmelder waren aber nach Apolda ausgewichen, weil die Stadt Magdala ihnen die Nutzung des einzigen Zufahrtsweges zum Gelände verwehrt hatte. Der Weg gehört der Stadt. Eine zwischenzeitlich angemeldete Alternativveranstaltung in Kirchheim im Ilm-Kreis wurde nach Angaben von Innenminister Maier vom Landratsamt untersagt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2018, 23:26 Uhr

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