Weimarer Land Tauschen ist im Trend - nun auch in Schöten bei Apolda

Ich geb' dir meins, dafür gibst du mir deins. Dass Tauschen nicht aus der Mode gekommen ist, beweisen sogenannte Tauschhäuser, von denen es in Thüringen immer mehr gibt - so wie im Apoldaer Ortsteil Schöten.

Ein Regal mit gebrauchten Gegenständen
Vom Matchboxauto bis zur Fußballkarte wird alles mögliche getauscht. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Können Sie mit dem Begriff "Duckeln" was anfangen? Vor allem in der Kindheit wird ja gern "geduckelt". Vom Matchboxauto bis hin zur Fußballkarte - getauscht werden kann alles Mögliche. Ich geb dir meins, dafür gibst du mir deins, so das Prinzip.

Aber nicht nur Kinder mögen das. Dass das "Duckeln" nicht aus der Mode gekommen ist, beweisen so genannte Tauschhäuser, von denen es in Thüringen immer mehr gibt. Nun wurde auch eines im Apoldaer Ortsteil Schöten eröffnet. Wobei es eher ein Tauschhäuschen ist: eine niedliche Blockhütte, bis unter Dach gefüllt mit Nettigkeiten.

Man kann abgeben, was nicht mehr benötigt wird und mitnehmen, was man braucht. "Was zu schade zum wegwerfen ist, findet hier seinen Platz", berichtet Ingo Reimann, Ortsteilrat, der die Idee zum Tauschhaus in Schöten geliefert hat. Am liebsten hätte er das Tauschhaus in der Ecke der Bushaltestelle eingerichtet, doch das wurde nicht erlaubt. Nun steht die Blockhütte auf einem zentralen Platz: unweit der Kirche und gleich neben dem Spielplatz. Geöffnet wird das Häuschen jeden Morgen. Bei Einbruch der Dunkelheit schließt das Tauschhaus wieder.

Schrott gibt hier niemand ab

Ingo Reimann und Yves Schreiber vor einen Holz-Häuschen
Ortsteilbürgermeister Yves Schreiber und Ortsteilrat Ingo Reimann stehen vor dem Tauschhaus. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Es funktioniert auf Vertrauensbasis. Immer wieder lockt es Neugierige an. "Schrott oder Müll abgeben, das tut hier keiner", sagt Ortsteilbürgermeister Yves Schreiber. Schilder weisen darauf hin, dass das nun wirklich nicht Sinn und Zweck der Sache ist. Und die Leute halten sich dran. Sollte es doch einmal Ladenhüter geben, werden diese beräumt. "Was länger als zwei Wochen liegt, kommt weg", sagt Schreiber. Aber davon gibt es nicht allzu viel. Beliebt sind vor allem Dekorationsartikel. Aber auch CDs und Schallplatten stehen hoch im Kurs. Selbst Motorradausrüstung hat es im Tauschhaus schon gegeben und allerhand Nippes, den man sonst nur vom Flohmarkt kennt.

Was selbst nicht mehr gefällt, mögen vielleicht die Anderen. Übrigens: es muss nicht zwingend ein Tausch sein. "Wer nur etwas abgeben, oder auch nur etwas mitnehmen möchte, ist ebenfalls willkommen", so Reimann. Das Tauschhaus in Schöten ist in kurzer Zeit viel mehr geworden, als ein Ort zum Sachen-Tausch. Es ist inzwischen fast ein kleines Begegnungszentrum. Hier trifft man sich auch zum Gedanken-(Aus-)tausch.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 03. Juli 2020 | 17:40 Uhr

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