Strategie-Schwenk gelang nicht Weimar Porzellan meldet Insolvenz an

Der Porzellanhersteller Weimar Porzellan mit Sitz in Blankenhain hat Insolvenz angemeldet. Wie das Unternehmen mitteilte, hatte eine geänderte Marken- und Sortimentsstrategie nicht den erwünschten Erfolg. Mit ihrem klassischen Sortiment sei die Manufaktur bis vor zwei Jahren vor allem in Russland aktiv gewesen. Dort sei der Umsatz aber eingebrochen. Neue Produkte habe der Hersteller nicht stark genug etablieren können, um den Umsatzrückgang abzufangen und neue Märkte zu erschließen.

Geschirr von Weimar Porzellan mit Sitz in Blankenhain im Weimarer Land.
Geschirr von Weimar Porzellan. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Wie eine Unternehmenssprecherin MDR THÜRINGEN sagte, kam Weimar Porzellan nie aus den roten Zahlen heraus. Der Gesellschafter - die Könitz Porzellan GmbH mit Sitz in Unterwellenborn in Ostthüringen - musste immer wieder Geld zuschießen. Könitz sieht sich wegen strittiger Zollforderungen jedoch nicht mehr in der Lage, finanziell auszuhelfen.

Von der Insolvenz sind 64 Mitarbeiter sind betroffen. Sie produzieren in Blankenhain zunächst weiter. Wie lange noch, wird der Insolvenzverwalter entscheiden, der noch nicht benannt worden ist.

Das Betriebsgebäude von Weimar Porzellan in Blankenhain im Weimarer Land.
Das Betriebsgebäude von Weimar Porzellan in Blankenhain. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Weimar Porzellan erhielt 1790 die Konzession zur Porzellanherstellung und ist daher einer der ältesten Porzellanhersteller der Welt. Nach der Wende ging das privatisierte Unternehmen schon einmal Pleite, konnte aber erhalten werden. Seit 2007 gehört die Firma zur Koenitz-Gruppe, die an vier Standorten produziert.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2018, 21:52 Uhr

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2 Kommentare

21.04.2018 08:00 Mediator an Tschuck(1) 2

Unternehmen besitzt und führt man nicht um Verluste zu machen. Ich fürchte ohne ein Konzept, das Gewinn verspricht wird sich niemand finden.

Aber sie haben recht: Es wäre schade, wenn so eine Tradition endet. Immerhin ist es ja doch eine alte Handwerkskunst.

20.04.2018 18:30 Tschuck 1

Es wäre sehr schade um dieses traditionsreiche Unternehmen. Vielleicht findet sich doch ein Investor, der nicht nur den Profit sieht, eine gute Idee hat und Interessen an Tradition hat. Denn Tradition heisst nicht Asche zu bewahren, sondern eine Flammen am Leben erhalten!

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