Weimarer Land Widerstand gegen Ausbau der Schweinezuchtanlage Neumark

Gegen die geplante Erweiterung der Schweinezuchtanlage Neumark im Kreis Weimarer Land formiert sich Widerstand. Der Stadtrat der zweitkleinsten Stadt Thüringens hatte im Dezember einen unterstützenden Bebauungsplan beschlossen, Anwohner und eine Bürgerinitiative kündigten jedoch eine Infoveranstaltung und ein ablehnendes Bürgerbegehren an.

Schweine im Stall
Schweine in einer Zuchtanlage (Symbolbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Montagabend hatte Bürgermeisterin Anke Necke die Einwohner zu einer Einwohnerversammlung eingeladen, um den beschlossenen Bebauungsplan vorzustellen. Dieser würde einen Ausbau der Anlage unkompliziert möglich machen, während das Genehmigungsverfahren noch läuft. Fast 50 Einwohner waren der Einladung zur Versammlung gefolgt, mehrheitlich Gegner der Schweinemastanlage. Entsprechend kritisch waren die Fragen, denen sich die Firma und ihre Anwälte stellen mussten. Es brauchte mehrere Nachfragen, bis Monique van Asten Zahlen nannte: Allein 250.000 Ferkel sollen nach dem Ausbau künftig zusätzlich produziert werden. Geplant ist, die Kapazität der Ställe auf 61.000 Tiere zu erhöhen. 2016 war ein entsprechender Antrag des Unternehmens abgelehnt worden. Die Betreiber hatten dagegen Widerspruch eingelegt.

Ausbau um über 70 Prozent

Die Neumarker wollten auch wissen, was der Bebauungsplan ihrer Stadt bringe. Die Bürgermeisterin und das Planungsbüro der Firma van Asten verwiesen darauf, dass für den Bebauungsplan der Stadt keine Kosten entstünden. Außerdem werde eine Obergrenze bezüglich der Größe der Anlage festgelegt, und die Firma würde freiwillig einen zusätzlichen Luftfilter einbauen.
Durch den Bebauungsplan soll die Anlage eine Maximalkapazität von 5.720 Großvieheinheiten (GVE) erhalten. Die Genehmigungen für die bestehende Anlage sehen rund 3.290 GVE vor. Damit ergibt sich eine Vergrößerung der Anlage um über 70 Prozent. Die Bürgerinitiative Neumark hat deshalb einen Antrag auf ein Bürgerbegehren gestellt, das den gefaßten Stadtratsbeschluss aufheben soll. Im April soll es darüber hinaus eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative geben.
Derzeit steht in der zweitkleinsten Stadt Thüringens die zweitgrößte Schweinemastanlage. Sollte der Bebauungsplan Bestand haben, wird es bald die Größte sein. Mit 61.000 Schweinen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/Grit Hasselmann

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Regional | 12. März 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2019, 17:03 Uhr

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7 Kommentare

13.03.2019 07:02 Kerstin 7

Liebe Neumarker, gerade ihr wisst wie gutes Biofleisch schmeckt. In eurer Region leben viele ehemalige Landwirte. Diese Erweiterung der Anlage hat nur den Zweck den Profit der Eigentümer zu erhöhen. Es ist richtig, dass sich nicht jeder teures Fleisch vom Biobauern leisten kann. Aber jeder kann dafür sorgen das diese Massentierhaltung verringert wird. ich lebe in der Großstadt und hole mir inzwischen mein Fleisch nur noch vom Biohof oder mal beim guten Fleischer. Das ganze apgepackte, mit zusätzlich Wasser aufgefüllte Fleisch aus den Supermärkten lasse ich links liegen. Ich komme ebenfalls aus der Fleischbrange und weiß wie Fleisch behandelt wird damit es viel einbringt. Kämpft bitte weiter!!!

12.03.2019 19:15 Ralf 6

Diese Anlagen bringen ja nicht mal Arbeitsplätze. Fast alles automatisiert, da arbeitet kaum jemand. Solche Anlagen will niemand im oder am Ort.
Ich will auch kein Billigfleisch, ich geh zum Fleischer.

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