AfD-Parteitag in Arnstadt Landesverband steht hinter Höcke

Der Parteitag der AfD in der Arnstädter Stadtbrauerei: Es war das erwartete Verschnaufen nach der Bundestagswahl im September - zwei Nachwahlen zum Landesvorstand, altbekannte politischen Forderungen sowie Grußworte der neuen Bundestagsabgeordneten. Die Partei gab sich geeint und zufrieden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Thüringer AfD inzwischen die innerparteilichen Gegner ausgehen.

von Matthias Thüsing

"Ich weiß, wer hier in Thüringen vom alten Bundesvorstand zu Gast war, um eine Opposition gegen mich in Stellung zu bringen", zeigte sich Björn Höcke wissend. "Und jeder Emporkömmling in dieser Partei hatte die Möglichkeit auf die erste Seite der überregionalen Medien zu kommen. Er musste nur gegen mich aussagen." Parteitage bieten für einen Landesvorsitzenden die Möglichkeit nach vorne oder zurück zu schauen. Björn Höcke entschied sich für Letzteres: Medienschelte, Kritik an der gemäßigt konservativen Parteivereinigung "Alternative Mitte" sowie an dem öffentlichkeitwirksamen Partei-Austritt der ehemaligen Bundesparteivorsitzenden Frauke Petry.

Björn Höcke ließ das Jahr 2017 ausführlich Revue passieren - durchsetzt von den bekannten Angriffen auf die Politik der mittlerweile nur noch geschäftsführend agierenden Bundesregierung und Forderungen für künftige Entscheidungen. Wichtigste Forderung einmal mehr. "Wir müssen die Einwanderung auf null Personen begrenzen. Und alle, die sich illegal im Land aufhalten, müssen das Land wieder verlassen." Der starke Applaus der rund 200 anwesenden Mitglieder diente Björn Höcke zur Selbstvergewisserung. Der Landesverband steht - trotz des weiter laufenden Parteiausschlussverfahrens - hinter dem Vorsitzenden.

Und auch die Nachwahlen zum Parteivorstand zeigten dies. Neuer Parteivize ist Jens Dietrich aus dem Ilm-Kreis, ein selbstständiger Großhändler für IT-Produkte - und bekennender Höcke-Freund. Bei mäßiger Vorstellungsrede erhielt er rund 71 Prozent der Stimmen. Möglich wurde die Nachwahl durch den Rückzug der Arnstädter AfD-Politikerin Steffi Brönner im vergangenen Herbst. Sie gilt als Vertraute von Ex-Parteichefin Petry und hatte das Handtuch im Landesvorstand aus Protest gegen den politischen Rechtskurs von Björn Höcke und seinem nationalkonservativen Flügel geworfen. Genau vor einem Jahr hatte sie sich in der Stadtbrauerei erfolglos um ein Bundestagsmandat beworben.

Indes will die AfD sowohl bei der Landtagswahl 2019 stärkste Kraft in Thüringen werden, als sich auch bei den Landrats- und Bürgermeisterwahlen in diesem Jahr möglichst breit aufstellen. Dieses Ziel haben die beiden Landessprecher, Björn Höcke und Stephan Möller, auf dem Landesparteitag in Arnstadt ausgegeben. Möller kandidiert zudem für den Posten des Oberbürgermeisters in Erfurt.

Nunmehr ohne jegliche innerparteiliche Gegner im eigenen Land kann und wird sich der Thüringer Landesverband nun verstärkt um die Ausrichtung der politischen Linie auf Bundesebene kümmern. Der Schulterschluss mit Sachsen sei nach dem Abgang von Petry einfacher geworden, sagte Höcke MDR THÜRINGEN am Rande des Parteitags. Und natürlich werde er dafür werben, dass die Pegida-Bewegung stärker als bisher an die AfD angebunden werde. Die hat sich 2012 in Sachsen gegründet und gilt als Islam- und fremdenfeindlich mit engen Verbindungen bis in die extremistische Rechte hinein. Vom Verfassungsschutz wird diese Organisation derzeit jedoch nicht beobachtet.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 03. Februar 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2018, 20:21 Uhr

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38 Kommentare

07.02.2018 09:05 Mauerspecht `89 38

@Petra Stein #20
Auch das "Pack" freut sich,das die Familie Höcke incl.Nachwuchs keinen Schaden genommen haben durch Moralbeton eines äußerst umstrittenen "Künstlers" Philipp Ruch und dessen Inszenierung in Stasimanier für seine Profilneurose (Wikipedia)

06.02.2018 10:15 Katja Beiert 37

@ 24 "Harmlose Spaziergänger mit Galgen?"
Beweislage: Jedes Mittel recht?Auch die Stasi war sehr phantasiereich:Warum wohl hatte ausgerechnet die Boulevardpresse bei 30000 Pegida´s draufgehalten? ...Wurden die "Täter" nie verfolgt? Ein Schelm der Böses.Millionen konnte man nicht ´89 mundtot machen,bei Pegida gibt es mittlerweile cleveres Management :)
@ Wolf Hempel #20
Guter Beitrag !

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