Nach dem Fund eines toten Babys im Ilm-Kreis im April 2019 suchte die Polizei das Gebiet um die Streuobstwiese in Geschwenda ab.
Nach dem Fund eines toten Babys in Thüringen suchte die Polizei das Gebiet um Geschwenda ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Öffentlichkeitsfahndung Babyleiche in Geschwenda: Polizei sucht bundesweit nach der Mutter

Es war ein erschreckender Fund: Im April ist in Thüringen ein totes Baby auf einer Wiese entdeckt worden. Wer das Mädchen in Geschwenda ablegte und wie das Kind ums Leben kam - diese Fragen sind bis heute ungeklärt. Jetzt weitet die Polizei ihre Ermittlungen auf ganz Deutschland aus. Die Suche konzentriert sich auf die Mutter.

Nach dem Fund eines toten Babys im Ilm-Kreis im April 2019 suchte die Polizei das Gebiet um die Streuobstwiese in Geschwenda ab.
Nach dem Fund eines toten Babys in Thüringen suchte die Polizei das Gebiet um Geschwenda ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch ein Vierteljahr nach dem Fund einer Babyleiche in Thüringen ist der Fall noch nicht geklärt. Die Polizei hat deshalb nun eine bundesweite Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Der tote Säugling war am 20. April von Spaziergängern auf einer Streuobstwiese in Geschwenda (Ilm-Kreis) entdeckt worden.

Babyleiche in Geschwenda: Suche nach Mutter auch über Thüringen hinaus

Bislang ist weiter unklar, wer das höchstens drei Monate alte Kind auf dem steilen Gelände am Ortsrand unweit der A71 abgelegt hat. Die Suche der Polizei konzentriert sich auf die Mutter des Mädchens. In dem Fahndungsaufruf werden daher Zeugen nach Frauen gefragt, die 2017 oder 2018 schwanger waren, aber kein Kind mehr haben.

Die Ermittler veröffentlichten außerdem Fotos der Kleidung, die der tote Säugling trug - darunter eine Mütze mit der Aufschrift "Matcholino" von Sanetta. Solche Mützen werden seit etwa 25 Jahren nicht mehr in Deutschland verkauft, hieß es bereits im April von der Kriminalpolizei. Die Beamten hielten es damals zudem für wahrscheinlich, dass die Mutter des Säuglings aus der Nähe von Geschwenda kommt. Darauf deute der Fundort hin, für den Ortskenntnisse nötig seien.

Beweisstücke: Babysachen des toten Säuglings, der bei Geschwenda gefunden wurde.
Der Säugling war mit diesen Babysachen bekleidet. Bildrechte: Landespolizeiinspektion Gotha

Polizei sucht weiter Zeugen nach Fund eines toten Mädches

Nach Angaben der Kripo war der Leichnam bereits stark verwest und von Tieren angefressen. Wie und wann genau das Kind ums Leben kam, ist deshalb unklar. Um den Fall auch Monate später möglicherweise doch noch aufklären zu können, hofft die Thüringer Polizei jetzt auf Hinweise aus ganz Deutschland. Die Beamten sind in Gotha unter der Telefonnummer (03628) 92 01 66 oder in jeder anderen Dienststelle erreichbar.

Fahndungsplakat
Die Polizei hat dieses Fahndungsplakat veröffentlicht und hofft auf neue Hinweise zu dem toten Baby aus Geschwenda. Bildrechte: Landespolizeiinspektion Gotha

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Juli 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2019, 16:16 Uhr

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8 Kommentare

16.07.2019 15:13 MDR THÜRINGEN 8

Liebe User, die bisher abgegebenen Kommentare lassen nicht den Schluss zu, dass es zu diesem Artikel noch eine sachliche Diskussion geben wird. Wir werden deshalb keine weiteren Userkommentare zu diesem Artikel veröffentlichen. Wir bitten um Verständnis.

16.07.2019 14:38 Ex - Thueringerin 7

Ich bin zu tiefst "begeistert" von den unglaublich inhaltsreichen Posts des Herrn Max W. @4. und@ 5. - der zwar wie wir alle Null Ahnung ueber Hintergruende und polizeiinternen Ermittlungsstand der Tat hat, aber sie komplett parteipolitisch instrumentalisiert. - ihm - nicht uns - sollte man zumindest versuchen zu erklaeren, dass Kindstoetungen durchaus auch in sog. "besseren Kreisen" vorkommen und nicht automatisch an Bildungsferne und Beschraenktheit gebunden sind. - deshalb auch hier: das Ermittlungsergebnis (unter moeglicher Mithilfe der Bevoelkerung) abwarten.

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