Parteitag in Arnstadt AfD wählt Höcke zum Spitzenkandidaten für Wahl 2019

Die Thüringer AfD hat ihren Landesvorsitzenden Björn Höcke als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2019 nominiert. Höcke erhielt beim einem Landesparteitag in Arnstadt am Samstag 84,4 Prozent der Stimmen. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Die Wahl musste zuvor für fast zwei Stunden unterbrochen werden. Nach Angaben der Versammlungsleitung hatten einige Mitglieder versucht, mehr als einen Stimmzettel zu bekommen.

Co-Landeschef Stefan Möller sagte, er vermute, dass sich einige Mitglieder zwei Stimmzettel organisiert hätten, um die Wahl später anfechten zu können. Alle stimmberechtigten Mitglieder mussten den Saal verlassen und sich noch einmal neu registrieren lassen. Die Auszählung der Stimmen dauerte dann noch einmal fast eine Stunde. Insgesamt wurden 297 Stimmen abgegeben, zwei davon waren ungültig, 13 Mitglieder enthielten sich und 44 stimmten gegen Höcke.

AfD-Landessprecher Björn Höcke freut sich beim Landesparteitag der AfD Thüringen über seine erfolgreiche Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2019. Der Wahlgang dauerte ungewöhnlich lange.
Höcke nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten Bildrechte: dpa

Vor seiner Wahl hatte Höcke in seiner Bewerbungsrede eine mögliche Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz als Angriff auf die politische Opposition in Deutschland kritisiert. Es gehe um einen Versuch, die AfD zu stigmatisieren. Zugleich sprach sich Höcke für eine Abgrenzung der Partei zur NPD aus, nannte zugleich die Pegida-Bewegung in Sachsen einen "natürlichen Verbündeten". Mit der Thüringer Organisation Thügida habe die AfD hingegen nichts zu tun. Weiter sprach Höcke von "einigen wenigen Mitgliedern" der AfD, die "politisch abgeglitten" seien. Gegen sie werde vorgegangen, weil die Partei Extremismus verachte. Das gelte für Links- und Rechtsextremismus, religiösen Extremismus, für DDR- und NS-Folklore wie für "Regierungsextremismus".

Unter Beifall sagte Höcke, anders als ihm unterstellt werde, wolle er keinen Umsturz. "Ich will den Sturz der Landes- und Bundesregierung auf demokratischem Weg", sagte er. Er wolle die alte Bundesrepublik zurück.

Auf dem Parteitag ging es bei der Vorstellung einiger Kandidaten für die Landesliste zur Landtagswahl 2019 tumultartig zu. Höcke hatte parteiinterne Gegner hart angegriffen und die kleine Gruppe "Alternative Mitte" aufgefordert: "Werdet konstruktiv oder haut endlich ab." Den stellvertretenden Kreisvorsitzenden von Nordhausen, Ronny Poppner, forderte Höcke zum Verlassen der Partei auf. Grund sei mindestens eine Äußerung, die Poppner vor zwei Jahren auf einer NPD-Website getätigt habe. Damit sei eine Grenze überschritten worden, sagte Höcke. Auch möge Poppner auf eine Kandidatur für den Thüringer Landtag verzichten.

Bei dem zweitägigen Landesparteitag am Samstag und Sonntag wurden nicht alle Kandidaten oder Kandidatinnen für die 44 Listenplätze gewählt. Gründe waren eine Vielzahl von Kampfkandidaturen, Stichwahlen und einige Unterbrechungen. Wie Landeschef Höcke bei Facebook erklärte, wurden 15 Listenkandidaten gewählt. Die übrigen Listenkandidaten sollten bei einem weiteren Landesparteitag in zwei Wochen gewählt werden. Laut Co-Landeschef Möller soll auf dem Fortsetzungsparteitag zudem ein neuer Landesvorstand gewählt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JOURNAL | 13. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2018, 17:38 Uhr

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147 Kommentare

16.10.2018 11:04 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 147

@ 146:
Zitat "Danke, für den Zusatz, dass Höcke ein Wessi ist und im Osten antidemokratische Hetze betreiben darf."

Das Problem ist ja nicht, "ob" Bernd antidemokratische Hetze betreiben "darf" - "antidemokratische Hetze" sollte eigentlich zu Parteiverboten führen, aber das ist ein anderes Thema.
Das Problem ist ja, daß er in Thüringen dafür von Thüringern Applaus und sogar Mehrheiten für die Nominierung als Spitzenkandidat seiner Partei bekommt.

Dafür können nun mal nur die Thüringer etwas.
Man könnte sagen: das ist "ein thüringisches Politik-Problem".

16.10.2018 10:22 Anne keinengel 146

Danke, für den Zusatz, dass Höcke ein Wessi ist und im Osten antidemokratische Hetze betreiben darf. Ach, wie blöde ist das denn! Einige Ostdeutsche sind aber auch treuherzig und haben ihm ein schönes, warmes Nest überlassen. Toll! Weiter so, dann können sich schon mal die Andersdenkenden frisch machen. Besser wäre, dass sich alle (Mitläufer), die noch ein Fünkchen an Freiheit und Demokratie leben wollen von dieser AfD abwenden! Noch ist es nicht zu spät!

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