Trakt der ehemaligen Jugendstrafanstalt Ichtershausen und Kirche.
Das Gelände in Ichtershausen hat eine bewegenden Geschichte. Es war schon Schloss, Kloster und Knast. Nun soll daraus ein Wohnviertel mit Wohnhäusern und Kindergarten werden. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Ilm-Kreis Ichtershausen: Von der Jugendstrafanstalt zum Wohngebiet

Das Gelände in Ichtershausen war schon vieles: Knast, Schloss und Kloster. Nun soll daraus ein Wohngebiet werden - wenn denn der Gemeinderat dem Bebauungsplan zustimmt.

Trakt der ehemaligen Jugendstrafanstalt Ichtershausen und Kirche.
Das Gelände in Ichtershausen hat eine bewegenden Geschichte. Es war schon Schloss, Kloster und Knast. Nun soll daraus ein Wohnviertel mit Wohnhäusern und Kindergarten werden. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Die Planungen für den Umbau der früheren Jugendstrafanstalt in Ichtershausen im Ilm-Kreis sind weitgehend abgeschlossen. Thomas Seidel von der Investorengesellschaft Neues Kloster Ichtershausen (NKI) sagte MDR THÜRINGEN, er hoffe, dass der Gemeinderat im Frühjahr 2019 den Bebauungsplan beschließt. Danach könnte damit begonnen werden, alte Gebäude abzureißen und neue Straßen und Versorgungsleitungen zu bauen. Im Frühjahr 2020 solle der Spatenstich für die neuen Wohngebäude gesetzt werden.

Neues und Altes Schloss sollen Wohngebäude und Kindergarten werden

In Ichtershausen wurde vor vier Jahren die ehemalige Jugendstrafanstalt geschlossen. Das über drei Hektar große Gelände soll saniert und in ein Wohngebiet umgewandelt werden. Nach den Plänen der NKI sollen denkmalgeschützte Gebäude wie das Alte und das Neue Schloss künftig als Wohngebäude und als Kindergarten genutzt werden. Alte Zellentrakte sollen dagegen abgerissen werden. Für die frei werdenden Flächen sind neue Ein- und Mehrfamilienhäusern geplant.

30 Millionen Euro Investitionskosten

Ehemalige Jugendstrafanstalt Ichtershausen - Tor mit Stacheldraht
Tore und Stacheldraht zeigen, dass das Gelände mal ein Gefängnis war. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Die Investitionskosten liegen bei knapp 30 Millionen Euro. Der größte Teil der Kosten soll über den Verkauf der Wohngrundstücke finanziert werden. Etwa fünf Millionen Euro steuern Kommune, Land und Bund bei. Laut NKI-Geschäftsführer Seidel ist das Projekt etwa neun Monate hinter dem eigentlichen Zeitplan zurück. Jeder Tag, an dem nichts geschehe, koste Geld. Sein Eindruck sei, dass das Projekt im Gemeinderat unterschiedlich unterstützt werde.

Gemeinderat Richter: Nachbesserungen bei Verkehrswegen und Parkplätzen nötig

Kritisch geäußert hatte sich zuletzt unter anderem Ralf Richter, Gemeinderat der Fraktion Freie Wachsenburger. Richter sagte MDR THÜRINGEN, ihm gehe es nicht darum, das Vorhaben zu bremsen. Gerade aber bei den Punkten Verkehrswege und Parkplätze müsse der Bebauungsplan noch nachgebessert werden. Seine Fraktion fühle sich nicht ernst genommen, wenn sie auf diese Punkte hinweise. Investor und Bürgermeister würden alles untereinander ausmachen und den Gemeinderat vor Tatsachen stellen. Bürgermeister Uwe Möller (CDU) sagte MDR THÜRINGEN, Projekte von dieser Größenordnung benötigten einfach ihre Zeit. Damit müssten alle leben, die Investoren und die öffentliche Hand.

Eingang zur ehemaligen Jugendstrafanstalt Ichtershauen mit Plakat.
Der Eingang der ehemaligen Jugendstrafanstalt. Ein Plakat weist auf die Pläne für das neue Wohngebiet hin. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 15. Dezember 2018 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2018, 15:41 Uhr

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3 Kommentare

17.12.2018 15:13 Pfingstrose 3

Dies wird eine unendliche Geschichte.

15.12.2018 19:13 Thore 2

Da kann was nicht stimmen !
Neben dem ehem. Knast befindet sich doch ein großer Kindergarten, an dem gerade angebaut wird !
Und nun noch ein Kindergarten ?
Da werden wohl Neu-Ichtershäuser mit vielen Kindern erwartet ?
Werd mir mal einen Termin beim Uwe holen müssen !

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