Frischback-Filiale im Hauptbahnhof Erfurt
Frischback-Filiale im Hauptbahnhof Erfurt Bildrechte: MDR/Paul-Philipp Braun

Keine weiteren Interessenten Frischback in Arnstadt schließt in wenigen Tagen

Die insolvente Thüringer Großbäckerei Frischback steht ohne weitere Interessenten vor dem endgültigen Aus. Nach Angaben des Insolvenzverwalters schließt die Backproduktion in Arnstadt wie geplant Ende der Woche.

von Karsten Heuke

Frischback-Filiale im Hauptbahnhof Erfurt
Frischback-Filiale im Hauptbahnhof Erfurt Bildrechte: MDR/Paul-Philipp Braun

Für die insolvente Thüringer Backkette Frischback haben sich keine weiteren Interessenten gefunden. Der Sprecher des Insolvenzverwalters, André Rombach, sagte MDR THÜRINGEN, die Backproduktion in Arnstadt werde deshalb wie geplant Ende der Woche geschlossen. Bis dahin würden noch die Filialen mit Brot, Brötchen und Kuchen beliefert, die vom Gemeinschaftsunternehmen "Arge Bäcker in Thüringen" übernommen worden sind. Mit Stand Mai waren das 58.

Direkte Übernahme von Mitarbeitern

Rombach sagte jedoch, eine abschließende Zahl könne er nicht nennen, da noch bis Ende der Woche mit einzelnen Ladenvermietern verhandelt werde. Für wie viele Mitarbeiter die Zukunft noch unsicher sei, wollte er nicht sagen. Wer beispielsweise in Meiningen, Römhild oder Hildburghausen am Montag frische Brötchen kaufen möchte, könnte vor leeren Regalen stehen. Auch nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung Genuss und Gaststätten (NGG) stehe besonders im Südthüringer Raum noch nicht fest, ob die Frischback-Filialen von anderen Bäckereien übernommen werden. Sprecher Jens Löbel sagte, es sei "echt trautig", was da passiere. "Erst Siebrecht, jetzt Frischback". Die Arge suche sich die Filetstücke heraus, was mit den anderen Läden passiere, sei unklar. Löbel rechnete damit, dass weitere Bäckereibetriebe in die Krise kämen.

Die in einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) verbundenen Backbetriebe übernehmen ab Juli viele Läden direkt. Sie werden das Frischback-Logo gegen ihre eigenen Namen austauschen und dort künftig ihre Backwaren anbieten. Das Backhaus Nahrstedt aus Meiningen, Helbing aus Leinefelde-Worbis und weitere Arge-Bäcker werden Läden in ihre jeweiligen Unternehmen integrieren. Nach Angaben des Sprechers des Insolvenzverwalters sollen so etwa 250 frühere Frischback-Mitarbeiter direkt übernommen werden. Vor gut einem Monat war von rund 300 die Rede.

Weiteren Mitarbeitern wurden oder werden Jobangebote gemacht, heißt es. Arge-Vertreter wollen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äußern, welches Unternehmen jeweils wie viele Filialen und Mitarbeiter übernimmt. Frank Jakob, der bei Helbing den Prozess managt, sagte MDR THÜRINGEN, das Ganze gehe jetzt in die heiße Phase und man wolle sich erst äußern, wenn alle Fragen geklärt sind. Die nicht von der Arge übernommenen Frischback-Filialen wurden dagegen bereits Ende Mai geschlossen, teilte die Erfurter Insolvenzkanzlei jetzt mit. Dabei ist von etwa 30 Läden auszugehen. Die Marke "Frischback" verschwindet somit in wenigen Tagen aus der Öffentlichkeit.

Die zweite Insolvenz innerhalb von zwei Jahren

Das Insolvenzverfahren läuft aber auch ohne Backgeschäft vorerst weiter. Eine Prognose zu dessen Dauer wollte Rombach nicht abgeben. Die Arnstädter Bäckereikette Frischback hatte im Januar 2019 zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren Insolvenz anmelden müssen. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten nach Angaben des Unternehmens noch rund 760 Mitarbeiter bei Frischback.

Die Zahl der Filialen war damals mit gut 100 in ganz Thüringen angegeben worden. Kurz darauf wurde zunächst die Produktion in Schmalkalden geschlossen. Die Geschäftsführung hatte unter anderem schlechte Umsätze im Hitzesommer und einen stockenden Umzug der Produktion von Arnstadt nach Erfurt als Ursachen für die finanzielle Schieflage benannt. Auch die Belieferung von Krankenhäusern und Schulen hatte Verluste gebracht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Juni 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2019, 14:21 Uhr

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11 Kommentare

25.06.2019 09:39 Klehm 11

Die Bäcker können doch heute kein gescheites Brot mehr backen. Fast überall wo Bäcker dransteht ist kein Handwerk mehr dahinter. Nur noch aufgebackene Teiglinge, da kann man im Discounter oder Billigkette für den halben Preis die gleiche Ware bekommen. Weizenmischbrot führen sie gar nicht. Ich backe mein Brot und Brötchen für wenige Cent selber.

24.06.2019 20:29 Wie bestellt -so geliefert 10

Fahre schon viele Jahre zu meinen Privatbäcker der eine hervorragende Qualität anbietet. Er bezahlt seinen Mitarbeitern mehr als den Mindestlohn und die Kunden stehen früh schon Schlange. Hier einige Preise, 1Doppelbrötchen 0,45 Cent, 1 Brot 1250 Gramm 3,10 Euro, ein Stück Kuchen von 1 bis 1,30 Euro. Die Preise der Billigketten kenne ich nicht. aber ist das genannte zu teuer?

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