Wald steht in Flammen
Seit den Mittagsstunden kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann

Ilm-Kreis Waldbrand bei Plaue weitgehend unter Kontrolle

Der Waldbrand im Ilm-Kreis ist unter Kontrolle. Doch noch immer sind 150 Feuerwehrleute im Einsatz, um Glutnester nach dem Feuer zu beobachten. Der Brand war am Mittwoch ausgebrochen. Der Katastrophenfall gilt weiter.

Wald steht in Flammen
Seit den Mittagsstunden kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann

Die Feuerwehr hat den Waldbrand bei Plaue im Ilm-Kreis über Nacht unter Kontrolle gebracht. Am Morgen waren jedoch nach wie vor rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie bekämpfen nach Angaben der Rettungsleitstelle derzeit Glutnester, damit der Wind das Feuer nicht wieder entfacht. Eine Evakuierung sei aktuell nicht nötig, hatte es in der Nacht geheißen.

Das Feuer war am Mittwochmittag in einem Waldgebiet bei Plaue ausgebrochen. Der Waldbrand hatte sich zwischenzeitlich auf einer Fläche von dreieinhalb Hektar ausgebreitet. Das entspricht in etwa fünf Fußballfeldern. Nach Angaben des Landkreises bekamen die Feuerwehren bis zum Mittwochabend zunächst zwei von drei Brandabschnitten unter Kontrolle. Am Abend brannte der Wald noch auf rund 50 Quadratmetern.

Zuvor hatte Landrätin Petra Enders (Linke) den Katastrophenfall ausgerufen, wie ein Sprecher der Rettungsleitstelle sagte. Dadurch konnte der Ilm-Kreis Hilfe aus anderen Regionen anfordern. Feuerwehren kamen nun aus dem Landkreis Gotha und Weimarer Land zur Hilfe.

Glutnester gebe es aber überall noch, hieß es aus dem Einsatzstab. Deshalb könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Die Wasserversorgung sei sichergestellt, auch auf das Schwimmbad in Plaue werde zugegriffen. Am Mittwochnachmittag hatte es noch Probleme bei der Wasserversorgung gegeben.

Übergreifen der Flammen auf Wohnhaus verhindert

Der Brand befand sich in unmittelbarer Nähe zu bewohntem Gebiet. Feuerwehrleute konnten in letzter Minute ein Übergreifen der Flammen auf ein Wohnhaus verhindern. Die Rauchsäule über dem bergigen Gelände war kilometerweit zu sehen. Auf der A71 kam es zwischen den Anschlussstellen Arnstadt-Süd und Arnstadt-Nord zu Sichtbehinderungen. Das Feuer war am Mittwochmittag aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen.

Bei Plaue Wald brennt im Ilm-Kreis

Im Ilm-Kreis kämpfen zahlreiche Feuerwehren gegen einen Waldbrand. Bei Plaue wüten seit Mittwoch die Flammen.

Wald steht in Flammen
In einem Waldgebiet bei Plaue ist am Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann
Wald steht in Flammen
In einem Waldgebiet bei Plaue ist am Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann
Rauch steigt aus dem Wald auf
Die Rauchwolken über dem bergigen Gelände sind kilometerweit zu sehen. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Rauch steigt aus dem Wald auf
Das Gebiet ganz in der Nähe ist bewohnt... Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel
Wald steht in Flammen
Dutzende Feuerwehrleute sind im Einsatz. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann
Wald steht in Flammen
Das Ausmaß des Brandes war zunächst noch unklar. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann
Wald steht in Flammen
Das Gebiet bei Plaue liegt zwischen Arnstadt und Ilmenau. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann
Georg Maier besucht Waldbrand-Gegend bei Plaue
Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) besuchte am Mittwochabend den Brandort. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann
Georg Maier besucht Waldbrand-Gegend bei Plaue
Das Ausmaß des Brandes sei unklar, das Feuer außer Kontrolle, sagte er am frühen Mittwochabend. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann
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Wegen der trockenen Witterung fing vor allem das Unterholz großflächig Feuer. Ähnlich wie beim Waldbrand in Ostthüringen ist das Gelände nur schwer erreichbar, die Versorgung mit Löschwasser war kompliziert. Ein Löschhubschrauber der Bundespolizei aus Bayern wurde angefordert. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) flog gemeinsam mit Landrätin Petra Enders (Linke) im Polizeihubschrauber über das betroffene Waldgebiet, um sich ein Bild zu machen.

Katastrophenfall - Was bedeutet das eigentlich? Der Katastrophenfall wird vom Hauptverwaltungsbeamten ausgerufen. Das heißt in der Regel vom entsprechenden Landrat oder Oberbürgermeister. Aber was bedeutet das überhaupt, wenn es dazu kommt? Im Katastrophenfall können sogar Grundrechte beschränkt werden, wie das auf körperliche Unversehrtheit, die eigene Freiheit oder auch die Gewährleistung des Eigentums. Das dient zur Gefahrenabwehr - notfalls auch gegen den Willen der betroffenen Bürger, beispielsweise bei der Evakuierung während eines Waldbrandes.

Die Einsatzleitung geht auf die Behörde über - und damit auch die Pflicht, die Kosten zu tragen. Dann treten die Landeskatastrophenschutzgesetze in Kraft. Jetzt kann überregional Hilfe in Anspruch genommen werden, zum Beispiel von den Landkreisen, dem Land oder auch dem Bund inklusive der Bundeswehr.

Weiterhin Brände in Saaldorf

Feuerwehr bei Rauch in einem Wald
Bei Saaldorf kämpft die Feuerwehr seit Ostersonntag gegen die Flammen. Bildrechte: MDR/News5/Fricke

Außerdem besuchte Maier am Mittwoch das Einsatzgebiet am Bleilochstausee in Ostthüringen. Seit Tagen sind bei Saaldorf Feuerwehren im Einsatz, um gegen einen Flächenbrand anzukämpfen. Der Brand ist dort an mindestens zwei Stellen wieder aufgeflammt. Laut Landrat Thomas Fügmann sind noch immer mehr als 100 Feuerwehrleute und andere Helfer dabei, das Feuer und die Glut zu löschen.

Die Lage sei zwar weitgehend unter Kontrolle, allerdings gebe es immer noch Glutnester. Der am Dienstag ausgerufene Katastrophenfall bleibe auf jeden Fall bis Donnerstag bestehen, hieß es am Mittwochabend.

Fehlende Löschhubschrauber

Zu kämpfen hat Thüringen mit den Konsequenzen fehlender Löschhubschrauber. Am Mittwoch sollte ein Bundeswehrhubschrauber eingesetzt werden, um beim Waldbrand am Bleilochstausee unerreichbare Glutnester zu löschen. Nach Angaben des Kreisbrandinspektors ist der Hubschrauber aber erst am Donnerstag einsatzbereit. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums sind die verfügbaren Polizeihubschrauber in Thüringen derzeit nicht in der Lage, Löschwasser zu transportieren.

Grund sei ein Haken, der gebraucht werde, um die Behältnisse mit Wasser zu transportieren und in der Luft zu entleeren. Einer dieser Haken befinde sich derzeit in der Wartung. Ein anderer sei bestellt, aber seit Langem nicht lieferbar. Innenminister Georg Maier sagte, er werde bei der Geschäftsführung des Herstellers noch einmal darauf dringen, dass jetzt schnell geholfen werde.

Feuerwehrverband fordert mehr Löschhubschrauber

Angesichts der ersten schweren Waldbrände in diesem Jahr fordert der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) mehr Löschhubschrauber. Die Wehren im Bundesgebiet müssten auf mindestens zehn weitere Hubschrauber zugreifen können, um adäquat auf Brände reagieren zu können, sagte Präsident Hartmut Ziebs.

Es müsse möglich sein, an drei Großschadenslagen im Bundesgebiet parallel jeweils mindestens drei Hubschrauber im Rotationsprinzip in den Einsatz zu bringen. Hinzu kämen Wartungsarbeiten und andere Zeiten, in denen die Geräte nicht verfügbar sind. Im Schnitt brauche jedes Bundesland einen Hubschrauber, so Ziebs.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. April 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2019, 12:12 Uhr

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