Weimar Spatenstich für Bauhaus-Museum

Für das neue Bauhaus-Museum in Weimar ist am Dienstag der erste Spatenstich gesetzt werden. Den symbolischen Auftakt für die Bauarbeiten vollzogen gemeinsam Vertreter der Klassik Stiftung sowie der Stadt, des Landes Thüringen und des Bundes. Der Museumsneubau für knapp 23 Millionen Euro soll Ende 2018 eröffnet werden. Im Jahr darauf jährt sich zum 100. Mal die Gründung des Staatlichen Bauhauses in Weimar

Webcambild einer weitgehend eingerichteten Baustelle mit Kran von oben. Kleine Grüninsel mit mehreren Bäumen daneben.
Kurz vor dem Spatenstich - Bild der in der rechten Spalte verlinkten Webcam Bildrechte: Bürgerinfo Bauhaus

Das neue Museum für die bedeutendste Design- und Kunstschule des 20. Jahrhunderts in ihrem Gründungsort wurde bereits 2003 angekündigt und sollte ursprünglich dieses Jahr eröffnet werden. Anhaltende Differenzen zwischen der Klassik Stiftung und der Stadt zum Standort führten jedoch wiederholt zu Verzögerungen.

Zwei Bürgerbegehren sollte es geben - beide wurden als fehlerhaft abgelehnt. Durch den Neubau müssen nahe dem Weimarhallenpark Wege und Straßen verlegt werden. Dadurch fühlen sich einige Anwohner bedrängt. Auch der Sinn des Museums insgesamt ist umstritten. Auch diese Frage sollte in einem Bürgerbegehren geklärt werden. Protest gegen das Vorhaben war auch beim Spatenstich zu hören.

Platz im alten Museum am Theaterplatz reichte nicht mehr

Bauhausmuseum in Weimar
Das frühere Bauhausmuseum am Theaterplatz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

2008 hatten Bund und Land Thüringen die Klassik-Stiftung beauftragt, das Museum zu errichten. Die seit 1995 bestehende provisorische Ausstellung auf dem Theaterplatz sei zu klein. Der Entwurf für das neue Museum stammt von der Berliner Architektin Heike Hanada. Künftig sollen auf 2.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche 10.000 Objekte gezeigt werden. Für den Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft des einstigen Gauforums der Nationalsozialisten stehen nach Angaben der Klassik-Stiftung 22,6 Millionen Euro zur Verfügung. Ursprünglich war die Eröffnung des Museums bereits für 2015 vorgesehen. Das Bauhaus als wichtigste künstlerische Reformschule des 20. Jahrhunderts wurde 1919 in Weimar gegründet.

Der Bund baut derzeit an gleich drei Orten neue Bauhaus-Museen. In Berlin ist für 56,2 Millionen Euro bis 2021 ein Gebäude für die weltweit größte Bauhaus-Sammlung geplant. In Dessau soll bereits bis zum Jubiläum 2019 ein neues Museum im Stadtpark entstehen. Die Kosten sind auf 25 Millionen Euro veranschlagt.

Das Bauhaus Henry van de Velde gründete in Weimar 1907 die "Großherzogliche Kunstgewerbeschule", 1919 dann der Architekt Walter Gropius das Staatliche Bauhaus. Seine Ideen zu Funktion, Preis und Ästhetik von Produkten wurden auch Grundlage modernen Industriedesigns und moderner Architektur. 1925 musste die Hochschule auf Druck reaktionärer Kräfte nach Dessau weichen - und von dort später nach Berlin. 1933 wurde sie auf Druck der Nationalsozialisten geschlossen.

Das Bauhaus gilt als prägende Reformschule der Moderne für Kunst, Handwerk, Design und Architektur des 20. Jahrhunderts. Die Klassik Stiftung Weimar besitzt mehr als 10.000 Objekte der Bauhaus-Meister und ihren Schülern. Seit 1996 gehören die Stätten in Weimar und Dessau zum Unesco-Weltkulturerbe.

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2015, 23:46 Uhr

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2 Kommentare

10.11.2015 19:31 martin 2

Protest durfte sich im Bericht weder in "Wort und Bild" authentisch artikulieren.Journalisten waren daher nicht vor Ort!

10.11.2015 15:26 Lumberjack 1

Dafür ist Geld da...

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