Erfurt Offenbar Brandanschlag auf Polizeiautos

In Erfurt sind in der Nacht zum Sonntag 15 neue Polizeiautos abgebrannt. Die Mannschaftstransporter standen auf dem Gelände eines Autohauses und sollten demnächst ausgeliefert werden. Die Polizei teilte mit, mehrere weitere Fahrzeuge seien beschädigt worden. Der Schaden werde auf mindestens 750.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand.

Polizei geht von Brandstiftung aus - Bitte um Hinweise

Wie die Polizei weiter mitteilte, war der Brand gegen 01:15 Uhr ausgebrochen. Man gehe von Brandstiftung aus. Das Feuer sei an mehreren Stellen gelegt worden. Zudem hätten auf dem Gelände nicht nur Polizeifahrzeuge gestanden. Doch nur diese seien in Brand gesteckt worden. In der Nähe abgestellte Autos seien aber durch die große Hitze des Feuers ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Polizei und Landeskriminalamt bildeten inzwischen eine gemeinsame Ermittlungsgruppe. Sie baten die Bevölkerung, sich mit sachdienlichen Hinweisen an das LKA oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden. Zu diesem Zweck wird am Montag eine kostenfreie Rufnummer geschaltet.

Innenminister Geibert spricht von niederträchtiger Tat

Innenminister Jörg Geibert machte sich am Sonntagmorgen selbst vor Ort ein Bild vom Geschehen. Er sprach von einer niederträchtigen Tat. Es gehe nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden, sagte Geibert MDR THÜRINGEN. Dahinter stecke auch das Motiv, die Sicherheit des Freistaats anzugreifen. Geibert erklärte: "Es gilt jetzt, alle Fakten zu sammeln und durch eine saubere Ermittlungsarbeit die Täter rasch zu überführen." Die zerstörten Mannschaftstransporter waren eingeplant als Ersatz für alte, abgenutzte Polizeiautos. Nach Ansicht des Innenministers wird der Polizeidienst aber durch den Brand nicht beeinträchtigt.

Auch Polizeigewerkschaft verurteilt die Tat

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft verurteilte den Brandanschlag. Das sei ein gezielter Angriff auf die öffentliche Sicherheit gewesen, sagte der Landesvorsitzende Jürgen Hoffmann MDR THÜRINGEN. Die Wagen würden dringend in den Basisdienststellen vor Ort gebraucht. Es müsse jetzt sichergestellt werden, dass schnell Ersatz komme. Ähnlich äußerte sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter: In einer Erklärung des Landesverbandes hieß es außerdem: "Sollte sich der Verdacht einer Straftat bestätigen, können wir von einer neuen Dimension der Gewalt gegen die Polizei ausgehen, die wir so noch nicht in Thüringen hatten." Der BDK werde aufmerksam mögliche Motive der Täter verfolgen.

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2013, 22:09 Uhr

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16 Kommentare

02.10.2013 13:10 N. 16

zu @13. Michael Finger: Als Wachmann nichts falsch gemacht! Die Polizeifahrzeuge hätten dort einfach nicht stehen dürfen. Man hätte es vorrausehen können, da es eine ähnlichen Anschlag in Sachsen-Anhalt gab.

30.09.2013 18:07 Tamico 15

Mensch Max das ist Satiere!