Erfurt Sonderkommission ermittelt wegen Brandanschlag

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf Polizeifahrzeuge in Erfurt hat eine Sonderkommission aus LKA und Polizei die Arbeit aufgenommen. Ihr gehören auch Mitarbeiter des Staatsschutzes an, weil politische Motive für die Tat nicht ausgeschlossen werden.

Ermittlungen in alle Richtungen - Bitte um Hinweise

Bislang liegen der Polizei nach eigenen Angaben aber noch keine Erkenntnisse zu den Hintergründen des Anschlags und zu möglichen Tätern vor. Ermittelt wird deshalb in alle Richtungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung und Sachbeschädigung. Die Polizei bittet die Bevölkerung, sich mit sachdienlichen Hinweisen an das LKA oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden und hat dazu eine kostenfreie Hotline geschaltet.

15 Polizeifahrzeuge ausgebrannt - mindestens 750.000 Euro Schaden

In der Nacht zum Sonntag waren auf einem Autohof in Erfurt 15 fabrikneue Polizei-Transporter in Flammen aufgegangen. Es entstand ein Schaden von mindestens 750.000 Euro. Nach Angaben der Polizei war das Feuer an mehreren Stellen gelegt worden. Dabei seien gezielt die Polizeifahrzeuge in Brand gesteckt worden. Sie hätten in den kommenden Tagen an die Polizeidienststellen ausgeliefert werden sollen. Zur Frage, welche Brandsätze oder Brandbeschleuniger genutzt wurden, wollte eine Sprecherin der Erfurter Staatsanwaltschaft nichts sagen. Auch das betroffene Autohaus lehnte jede Stellungnahme ab. Angaben zu einer eventuellen Videoüberwachung machten weder das Unternehmen noch die Staatsanwaltschaft.

Bislang keine vergleichbaren Fälle in Thüringen

Bislang hat es in Thüringen keine vergleichbaren Fälle dieser Größenordnung gegeben. Zu Oster vor drei Jahren hatten Unbekannte einen Molotow-Cocktail auf einen Streifenwagen im Hof der Polizeidirektion Jena geworfen und einen Sachschaden von 5.000 Euro verursacht. Die Täter blieben unbekannt. Bereits 13 Jahre ist es her, dass Unbekannte einen ähnlichen Brandsatz auf den Fußweg vor dem Innenministerium warfen. Dabei war kein Sachschaden entstanden.

Politiker verurteilen mutmaßlichen Anschlag

Mehrere Politiker verurteilten den mutmaßlichen Anschlag. CDU-Innen-Experte Wolfgang Fiedler sagte, das sei eine "primitive Missachtung" der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Die Täter verdienten Verachtung. Der SPD-Innenpolitiker Heiko Gentzel zeigte sich "erschrocken". Hier sei in jeder Hinsicht eine Grenze überschritten worden, "die nicht relativiert werden darf". Gentzel forderte Innenminister Jörg Geibert auf, den Innenausschuss über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Auch der Grünen-Politiker Dirk Adams forderte eine schnellstmögliche Aufklärung des Falles: "Niemand darf in diesem Land irgendetwas anzünden, seien es Polizeiautos, Telefonzellen oder Mülltonnen."

0800 / 589 05 03 Kostenfreie Rufnummer der Polizei für Hinweise zum mutmaßlichen Brandanschlag auf die Polizeifahrzeuge in Erfurt.

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2013, 18:19 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

01.10.2013 14:24 mattotaupa 2

@#1: ich vermisse auch die äußerungen von csu, fdp, afd, tierschützern, npd, ökopartei, bayernpartei, den bibeltreuen christen und allen anderen! aber vielleicht reichte nur der platz nicht oder das reise- oder telefon-budget fragenden war erschöpft. vielleicht wars aber auch nur uninteressant, da man den täter nicht hat und heiße luft der politiker die ermittlungen zum täter nicht voranbringt. wer weiß? stark finde ich aber die grünen, die in thüringen sagen, daß niemand etwas anzünden darf. ab heute nur noch elektro-grillen!

01.10.2013 04:21 Cooldreas 1

Komisch, haben sich bislang nur CDU, SPD und die Grünen geäußert?