Anzeige erstattet Angriff in Erfurt: Ermittlungen auf mutmaßliche Opfer ausgedehnt

Im Falle des fremdenfeindlichen Angriffs am Erfurter Herrenberg nahe eines rechten Szenetreffs ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die drei mutmaßlichen Opfer. Einer der mutmaßlichen Täter hat gegen die Männer aus Guinea Strafanzeige gestellt.

Polizeiabsperrung an Immobilie der rechten Szene
Eine Polizeiabsperrung an der Immobilie der rechten Szene am Erfurter Herrenberg. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Im Fall des fremdenfeindlichen Angriffs vom Wochenende hat die Staatsanwaltschaft Erfurt die Ermittlungen auf die drei mutmaßlichen Opfer ausgedehnt. Ein Sprecher sagte auf MDR THÜRINGEN-Anfrage, dass gegen die drei Männer aus Guinea eine Anzeige wegen des Vorwurfs der Körperverletzung vorliege. Gestellt worden sei sie von einem der späteren zwölf Festgenommen des Angriffs.

Er soll noch vor der Attacke von den drei Guineern vor dem rechten Szenetreff "Neue Stärke" angegriffen worden sein. Zu weiteren Details wollte sich die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen bisher nicht äußern.

Festgenommener behauptet: Spätere Opfer haben ihn angegriffen

Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN soll der 22-Jährige in einer Vernehmung ausgesagt haben, dass er in den frühen Morgenstunden des Samstages das Gebäude während einer laufenden Party allein verlassen habe. Auf der Straße sei er dann auf die drei Männer aus Guinea gestoßen.

Zuerst soll es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sein. Dann hätten ihn die drei Männer angriffen und auf ihn eingeschlagen. Er habe sich anschließend in das Haus retten können. Danach seien die anderen auf die Straße gekommen. Erst dann soll der Angriff auf die Guineer erfolgt sein. 

Polizeiabsperrung an Immobilie der rechten Szene
Der Vermieter des rechten Szenetreffs am Erfurter Herrenberg hat das Verhältnis bereits gekündigt. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Erfurt: Anzeigesteller im Krankenhaus behandelt

Nach MDR THÜRINGEN-Informationen aus Ermittlerkreisen ist der 22-Jährige später von der Polizei mit den elf anderen mutmaßlichen Tätern vorläufig festgenommen worden. Dabei wurden seine erheblichen Gesichtsverletzungen entdeckt und er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo er über das Wochenende stationär behandelt wurde. Nach MDR THÜRINGEN-Informationen wird der Mann bei der Polizei nicht als Rechtsextremist geführt. 

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. August 2020 | 19:00 Uhr

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