Vorschlag der Bischofskonferenz Neymeyr sieht Erfurter Priesterausbildung nicht in Gefahr

Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr widerspricht dem Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz, wonach die katholische Priesterausbildung im Bistum Erfurt möglicherweise eingestellt werden soll. Dem Vorschlag zufolge solle sich wegen der anhaltend geringen Zahl von Kandidaten die Ausbildung nur noch auf wenige Standorte in Deutschland konzentrieren. Für das Theologiestudium werden demnach nur noch München, Münster und Mainz genannt. In Erfurt solle nach dem Studium nur noch die zweijährige Ausbildung im Pastoralkurs stattfinden, so der Vorschlag.

Ulrich Neymeyr, Bischof Bistum Erfurt
Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr sieht die Priesterausbildung nicht in Gefahr. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neymeyr wirbt für Erfurt

Neymeyr sieht die katholische Priesterausbildung im Bistum Erfurt aber nicht in Gefahr. Noch sei nichts entschieden. Wenn der Bischof die Erfurter Ausbildung wolle, dann bleibe sie auch im Bistum. Er werde für Erfurt weiter werben. Das Priesterseminar sei ein sehr fruchtbares und gutes Modell.

Keine Folgen für Studiengang an der Uni Erfurt

Jörg Seiler, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät in Erfurt, sieht durch die entstandene Diskussion keine Folgen für den Studiengang. Seiler sagte MDR THÜRINGEN, an der Universität Erfurt werden neben Priestern auch Religionslehrer, Journalisten und Mitarbeiter karitativer Einrichtungen auf ihren Beruf vorbereitet. Am Erfurter Priesterseminar werden derzeit vier Kandidaten ausgebildet.

In einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Seiler: "Das Erfurter Priesterseminar könnte wesentlich größer sein, wenn nicht einige der ostdeutschen Bischöfe ihre Priesteramtskandidaten von hier abgezogen beziehungsweise gleich woanders hingeschickt hätten - teilweise auch entgegen entsprechenden Zusicherungen. Das Problem des kleinen Seminars in Erfurt ist durch einige ostdeutsche Bistümer produziert worden."

Zahl der Priesterweihen sinkt deutschlandweit

Die Zahl der Priesterweihen in der deutschen katholischen Kirche hat sich seit Jahren auf einem niedrigen Niveau eingependelt: 2018 waren es insgesamt 60 in den 27 Bistümern. Die Zahl der Neuaufnahmen zeigt zugleich, dass es auch in den kommenden Jahren keine Trendwende geben dürfte. Das Erfurter Priesterseminar am Domberg wurde 1952 gegründet und war in der DDR die einzige Ausbildungsstätte für Priester. Nach dem Mauerfall erhielt die Akademie den Status einer wissenschaftlichen Hochschule und wurde 2003 als vierte Fakultät in die Universität Erfurt intergriert.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/KNR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Juni 2020 | 12:00 Uhr

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