Mauerkronenbrücke Umstritten: Bau des Bastionskronenpfads in Erfurt beginnt

Vor einem Jahrhundert wurde das Lauentor auf dem Erfurter Petersberg gebaut und dafür die Festung durchbrochen. Eine Fußgängerbrücke soll künftig die Verbindung wieder herstellen und auch den Besuchern der Bundesgartenschau 2021 ein Ausflugsziel bieten. Von kommender Woche an nimmt das Bauwerk Gestalt an. Insgesamt allerdings steht das Projekt weiter in der Kritik.

Die Visualisierung zeigt den Einstieg zum Bastionskronenpfad auf dem Petersberg in Erfurt, im Hintergrund die entstehende Mauerkronenbrücke.
Die Visualisierung zeigt den Einstieg zum Bastionskronenpfad auf dem Petersberg in Erfurt, im Hintergrund die entstehende Mauerkronenbrücke. Bildrechte: Stadt Erfurt/KLP Kummer Lubk Partner

In Erfurt beginnt am Montag der Bau des umstrittenen Bastionskronenpfades. Gebaut wird nach Stadtangaben zunächst nur ein Teil des geplanten Rundweges. Gegen den zweiten Abschnitt hatten eine Bürgerinitiative und Umweltverbände geklagt. Sie kritisieren, dass für den Bau des Bastionskronenpfades Bäume im geschützten Landschaftswäldchen gefällt werden müssen. So wird zunächst nur die Mauerkronenbrücke von der Bastion Kilian über das Lauentor auf die Bastion Martin gebaut.

Petersberg in Erfurt: Bastion wird wieder mit Festung verbunden

Mit dem Brückenbau wird die Bastion Martin nach rund einem Jahrhundert wieder an die Festungsanlage angebunden. Beim damaligen Bau des Lauentors wurden die Festungsmauern durchbrochen. Seitdem ist die Bastion Martin von der übrigen Festung getrennt. Die nun entstehende, 95 Meter lange Stahlkonstruktion soll den Verlauf der ehemaligen Festungsmauern nachzeichnen.

Schwarz-Weiß-Foto vom Bau des Lauentors an der Zitadelle Petersberg in Erfurt
Einst war die Bastion Martin mit der Festungsanlage auf dem Petersberg verbunden. Mit dem Bau des Lauentors wurde eine Schneise geschlagen - die nun durch die Mauerkronenbrücke überwunden werden soll. Bildrechte: Stadtarchiv Erfurt

Gebaut wird bis April 2021. Die Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro werden zu 90 Prozent mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" des Freistaats Thüringen gefördert. Während der Bauarbeiten wird das Lauentor nach Rathausangaben stadteinwärts zur Einbahnstraße. In die Gegenrichtung wird der Verkehr unter anderem über Andreas- und Talstraße umgeleitet.

Baumfällungen auf dem Erfurter Petersberg umstritten

Im Februar hatte das Verwaltungsgericht Weimar der Stadt Erfurt die geplanten Baumfällungen auf dem Petersberg untersagt. Damit gab das Verwaltungsgericht der Klage der Bürgerinitiative "Stadtbäume statt Leerräume" und dem BUND in Teilen Recht. Von den geplanten 73 Fällungen sind nach dem Urteil nur fünf tatsächlich erlaubt. Zwei Bäume davon stehen auf dem Abschnitt für den geplanten Bastionskronenpfad an der Lauentorstraße. Das Umweltamt der Stadt legte später Beschwerde gegen die Entscheidung des Gerichts ein.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 14. Mai 2020 | 09:00 Uhr

1 Kommentar

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 12 Wochen

Tja, wenn's dem Tourismus dient und das Ansehen der Landeshauptstadt
davon weiter profitieren kann und es Arbeitsplätze schafft oder erhält . . .

Ob wir nicht andere und wichtigere Baustellen in der Stadt haben ?! Was die gesamte Unternehmung mit "Bundesgärten" und "schauen" zu tun hat, erschließt sich mir jedoch noch immer nicht so ganz . . . Nun gut, "schauen", wie's wird, können wir ja mal ! Einen Urzustand von vor 100 Jahren wieder herzustellen - dürfte unmöglich sein...

...und irgendwann schaffen wir auch die Seilbahn ! ;-)

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