Baumaterial liegt in einer Lagerhalle. Eine Frau läuft durch die Halle.
Blick ins neue Verteilzentrum: Noch sieht es hier ziemlich leer aus. Doch im Spätsommer sollen von hieraus Pakete am laufenden Band rausgehen. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Versandhandel Bauarbeiten am Amazon-Verteilzentrum in Erfurt schreiten voran

Amazon baut ein neues Verteilzentrum in Erfurt. Wie der Internetversandhändler am Mittwoch mitteilte, werde damit das bestehende Logistiknetzwerk erweitert. Von Erfurt aus sollen künftig große Teile Thüringens beliefert werden. Im Spätsommer soll es losgehen - rechnerisch alle 30 Sekunden soll dann ein Kleintransporter das Unternehmen verlassen.

von Jörg Thiem

Baumaterial liegt in einer Lagerhalle. Eine Frau läuft durch die Halle.
Blick ins neue Verteilzentrum: Noch sieht es hier ziemlich leer aus. Doch im Spätsommer sollen von hieraus Pakete am laufenden Band rausgehen. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

"Kluge" Routenplanung soll Mehrfach-Anfahrten verhindern

Nach Angaben von Bernd Gschaider von Amazon werden zu Beginn 100 Festangestellte benötigt. Plus 400 Beschäftigte von unabhängigen Lieferpartnern, die dann die Pakete bis an die Haustür liefern. Vor allem eine kluge Routenplanung soll dazu beitragen, dass Mehrfach-Anfahrten entfallen. Gearbeitet wird in Schichten - sechs Tage in der Woche. In den nächsten Wochen will das Unternehmen mit der Mitarbeitersuche beginnen. Bezahlt werde ein Bruttolohn in Höhe von 10,78 Euro pro Stunde.

Der Rohbau in Erfurt-Stotternheim ist fertig. Die Halle, eine Art Beton-Stahlkonstruktion, misst 23.000 Quadratmeter, das entspricht etwa drei Fußballfeldern. Als Verteilzentrum wird Erfurt ab dem Spätsommer aus den 13 großen Logistikzentren des Unternehmens unter anderem in Leipzig, München und Hamburg beliefert. Das bedeutet: nachts kommen die Lkw an, die Waren werden entladen und sortiert nach Regionen, Städten und Straßen, um dann von rund 400 unabhängigen Lieferpartnern bis vor die Haustür gebracht zu werden.

Sechs ausgepackte Kabelrollen in einer Lagerhalle
Damit bis zum Spätsommer alles läuft, müssen wohl noch viele Meter Kabel in der Halle verlegt werden. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Standort für mindestens zehn Jahre

Das bedeutet, dass sicher noch mehr Kleintransporter und Minivans auf Thüringens Straßen rollen, um den Onlinekunden die Ware ins Haus zu bringen. Auf der anderen Seite verweist ein Sprecher des Unternehmens darauf, dass gut 50 Prozent der Waren Amazon-eigene sind. Die anderen 50 Prozent stammen aber von Firmen, die die Logistik nutzen. Und das wiederum heißt, das noch einmal mehrere Tausend Menschen von dieser Art der Belieferung profitieren. Ein Sprecher des Onlinehändlers sagte MDR THÜRINGEN, dass man mindestens für die nächsten zehn Jahre mit Erfurt plant.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Mai 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2019, 19:40 Uhr

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4 Kommentare

30.05.2019 12:40 matrox 4

Das Logistikzentrum wird gebaut, um die bisherigen Post/DHL Vertriebswege zu umgehen und noch mehr Profit zu generieren. Die „400 unabhängigen Lieferpartner“ sind scheinselbständige Ein-Mann-Unternehmen, die natürlich nicht der Tarifbindung der Post-Zusteller unterliegen. Zudem müssen sie das Lieferfahrzeug selbst stellen. Die „kluge Routenplanung“ führt dazu, dass demnächst neben den gelben, blauen, braunen usw. Lieferfahrzeugen auch noch die „Amazon-Lieferpartner“ Erfurts Straßen und Wohngebiete verstopfen. Alle 30 Sekunden ein Kleintransporter – wer stoppt diesen Irrsinn?

30.05.2019 11:53 Möwe 3

Na da bin ich mal gespannt ca. 1850 EUR brutto bei einer 40h Woche. Hatten die anderen Logistikfirmen nicht schon Probleme? Sagte nicht einmal ein Geschäftsführer eines Personalserviceunternehmens, er fischt im Bodensatz des Arbeitsmarktes, weil der Markt leer ist?

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