Schlechte Aussichten für 2018 Thüringer Bauern fordern höhere Preise für Milch und Butter

Milch
Die Milchpreise purzeln wieder Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringens Bauern fordern höhere Preise für Milchprodukte in den Supermärkten. Verbandspräsident Klaus Wagner sagte beim Thüringer Milchtag in Erfurt, Butter müsse pro Stück zwei Euro und der Liter H-Milch einen Euro kosten, und das dauerhaft. Politik und Gesellschaft forderten mehr Investitionen in das Tierwohl. Dafür müssten die Landwirte aber auch höhere Preise für ihre Produkte erzielen.

Zwei Euro für das Stück Butter ist zwar ein stolzer Preis, aber das sollte das Tierwohl wert sein.

Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes

Nach Angaben des Verbandspräsidenten ist die Lage auf dem Milchmarkt zurzeit angespannt. Nach einem guten Jahr 2017 seien die Preise Anfang 2018 um drei Cent je Kilogramm Milch eingebrochen. Die weiteren Aussichten für 2018 machten den Landwirten große Sorgen. Nach Angaben von Andreas Gorn von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) wird zurzeit auf den Märkten in der Europäischen Union zu viel Milch angeliefert. Bis Frühsommer 2018 sei damit zu rechnen, dass der Preis je Kilogramm auf 30 Cent fallen werde. Eine spürbarer Anstieg ist laut Gorn 2018 nicht zu erwarten. Im letzten Jahr erhielten die Landwirte pro Kilogramm Milch noch rund 36 Cent. Die guten Preise des letzten Jahres hätten aber nicht gereicht, um die Lücken aufzufüllen, die die Milchkrise 2015 gerissen habe, so Verbandspräsident Wagner.

Patrick Pluntke, Vorstand der Landgenossenschaft Beinerstadt im Kreis Hildburghausen, sagte MDR THÜRINGEN, die Betriebe in der Region seien zwar breit aufgestellt. Dank der Einnahmen aus dem Pflanzenbau seien die Betriebsergebnisse noch haltbar. Aber der angekündigte Preisrückgang bei der Milch werde die Landwirte vor gewaltige Herausforderungen stellen.

Ministerium rät zu flexiblen Lieferverträgen

Peter Ritschel, Abteilungsleiter im Thüringer Landwirtschaftsministerium, forderte Milchbauern und Molkereien auf, selbst etwas gegen das Auf und Ab bei den Milchpreisen zu unternehmen. Eine Lösung könnte sein, flexible Verträge über die Liefermenge, Preise und Laufzeiten zu schließen. Ansonsten müssten auch in Zukunft bei fallenden Milchpreisen immer die Bauern die Zeche zahlen. In Thüringen gibt es zurzeit rund 100.000 Milchkühe.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 12. März 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2018, 20:21 Uhr

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11 Kommentare

13.03.2018 22:22 Ureinwohner 11

Thüringer Bauern fordern höhere Preise für Milch und Butter.Na gut ,sollen sie auf ihrer Butter sitzen bleiben, wir essen Magarine.

13.03.2018 20:43 Einer aus der Frühschicht 10

Vorab: @ 4 Herzpatient (richtige Schreibweise: Herzinfarkt) etwas mehr Aufmerksamkeit im Deutschunterricht - Interpunktion - hätte Ihnen früher nicht geschadet. Woher wissen Sie, dass das Gras heute nichtmehr so wie früher schmeckt? Selber verkostet? Übrigens, es tut mir für Sie leid, dass am Grill keine Bratwurst mehr für Sie dabei ist. Oder essen Sie Tofu?
Im Übrigen, die Bauern bekommen von den Preisen für Butter, Milch etc. den geringsten Teil. Aus diesem Grunde ist die Forderung verständlich. Manches kostet halt was und ist nicht für den Dudeldei erhältlich. Vermute mal, die meißten die sich aufregen, waren noch nie als Bauer tätig und haben somit keinerlei Ahnung.
Trotzdem: Immer Butter auf`s Brötchen.

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