Erfurter Weihnachtsmarkt "Betrunkener" Waschbär in Erfurt erschossen

Die Geschichte um einen vermeintlich betrunkenen Waschbären am Erfurter Fischmarkt hat eine dramatische Wendung genommen. Das Tier wurde nicht gerettet, sondern erschossen, wie ein Sprecher des städtischen Tierheims MDR THÜRINGEN bestätigte. Der Waschbär hatte am Samstagmittag vor dem Rathaus völlig erschöpft unter einem Mülleimer Siesta gemacht. Später rappelte er sich auf und stolperte verwirrt durch die Gegend, bis er sich erneut auf den Stufen eines Hauseingangs niederlegte. Dort wurde er von einem Security-Mitarbeiter des Weihnachtsmarktes bewacht, bis die Feuerwehr eintraf und das Tier mitnahm.

Ein Waschbär zwängt seinen Kopf unter einer Scheibe an einer Haltestelle durch.
Am Samstag war der Waschbär über den Erfurter Fischmarkt getorkelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zunächst hatte es geheißen, der Waschbär sei ins Tierheim gekommen. Dem war offensichtlich nicht so. Wie das Tierheim auf seiner Facebook-Seite mitteilte, hatte der Stadtjäger das Tier bei der Feuerwehr abgeholt und dann erschossen. In den sozialen Netzwerken hatte die Geschichte des müden Waschbären, der vermeintlich an Glühwein genippt hatte, schnell die Runde gemacht.

Der Waschbär steht nicht unter Naturschutz, sondern darf das ganze Jahr über bejagd werden. Allerdings darf er nicht im urbanen Umfeld bejagt werden.

Update: Nach Ansicht der Stadt Erfurt hat es zum Abschuss des Waschbären keine Alternative gegeben. Hier mehr dazu.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Dezember 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2019, 21:16 Uhr

15 Kommentare

Denknach vor 17 Wochen

Schön, dass sich hier intensiv mit den umstrittenen Mitbewohnern beschäftigt wird aber bitte nicht vergessen, dass wir als Gesellschaft für deren Ansiedlung hier verantwortlich sind. Ein paar Dinge, die man hier glaubt, sind aber längst obsolet.
- Waschbären gefährden nicht unsere heimischen Tierarten. Wie auch, sind ~ 90% Vegetarier und essen sonst Würmer und Schnecken.
- Bejagung führt kompensatorisch zu einer lokalen Überpopulation durch gesteigerter Fortpflanzung und Reviereinwanderung.
- Bei über 100 im Feldversuch obduzierten Waschbären fand man bei keinem einzigen (!) Reste von Vögeln oder Eiern im Magen.
- Natürlich hätte man das Tier nicht mehr aussetzen können aber nach nicht Mal 5-minütiger Recherche habe ich 4 Waschbär-Auffangststionen gefunden, die das Tier aufgenommen hätten sicher auch aufgrund der Berühmtheit), daher aus meiner Sicht: Schämt euch alle Beteiligten, die die Möglichkeit dazu gehabt hätten.

Fran vor 17 Wochen

Das ist doch völlig krank, genauso wie eine Gesetzgebung, die so was rechtfertigt. So was macht mich immer stinkwütend. Das Tier hat keinem was getan und wird dafür getötet, dass es nicht heimisch ist. Das ist auch durch kein Gesetz zu rechtfertigen. Von Jägern halte ich ohnehin nichts. Sicher mag es auch Ausnahmen unter ihnen geben, aber es gibt auch genug unter ihnen, die aus reinem Vergnügen töten. Ich kann es auch durchaus nachvollziehen, dass nun Morddrohungen an die Verantwortlichen eingehen, aber immerhin gibt es auch so eine Gesetzgebung, die diesen Mord rechtfertigt.

Malle vor 17 Wochen

Habe den Kommentar über den Waschbären im Netz gelesen und bin zutiefst entsetzt über das ganze Vorgehen in dieser Situation. Damit kann sich Erfurt auch nicht rühmen. Damit hätte man auch humaner umgehen können. Wenn so etwas schon bei einem Waschbär passiert der einen über den Durst getrunken hat, wie reagiert Erfurt den auf andere Sachen ,sehr erschreckend für mich das ganze.
Lieber Waschbär R. I. P.
Erfurt macht weiter so

ein Leser aus NRW

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