Erfurt Naturschützer laufen Sturm gegen Baumkronenpfad zur Buga

Naturschützer wollen das Erfurter Buga-Projekt "Bastionskronenpfad" verhindern. Die Pläne würden das geschützte "Wäldchen" auf der Bastion "Martin" am Lauentor zerstören, sagte Stefanie Haupt vom BUND MDR THÜRINGEN. Am Mittwoch hatten sich der BUND Erfurt, der Naturschutzbund Erfurt und die Bürgerinitiative "Stadtbäume statt Leerräume" auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.

Simulation Bastionskronenpfad
Auf der pink markierten Strecke soll der Bastionskronenpfad verlaufen. Bildrechte: BUND Thüringen

Die Stadt Erfurt selbst habe das Gebiet 1996 als "Geschützten Landschaftsbestandteil" ausgewiesen, hieß es. Es sei nicht nachvollziehbar, dass sie den Schutz nun aufheben und Bäume fällen will. Die Naturschützer einigten sich darauf, gegebenenfalls gegen den Bau des Bastionskronenpfades zu klagen und einen Baustopp zu erwirken. Für einen Teil des Bastionskronenpfades, einen Erlebnispfad, der nach Angaben der Stadt Erfurt "mal durch den Stamm- und mal durch den Kronenbereich der Bestandsgehölze" führt, muss nach Angaben der Bürgerinitiative eine sechs Meter breite Schneise in das Wäldchen geschlagen werden.

Geplanter Bastionskronenpfad über die Lauentor-Straße am Petersberg in Erfurt.
Geplanter Bastionskronenpfad über die Lauentor-Straße. Bildrechte: MDR/Stadt Erfurt/Kummer.Lupk + Partner Erfurt

Die Pläne für den Baumkronenpfad waren vor etwa drei Jahren erstmals vorgestellt worden. Die Stadt hatte im Vorfeld des heutigen Gesprächs angeboten, Alternativen und Kompromisse zu suchen. Es sei allerdings kein guter Stil, das kategorische Nein schon zuvor öffentlich zu verkünden und auf Kompromisse in keinster Weise eingehen zu wollen, sagte Stadtsprecher Daniel Baumbach MDR THÜRINGEN.

Der BUND hatte vorgeschlagen, auf den Baumkronenpfad zu verzichten und die vorhandenen Wege auszubauen. Langfristig werde das das "Wäldchen" mehr zerstören als der Pfad über die Wipfel, so Baumbach.

Baumkronenpfad - Bastionskronenpfad Ein Teil des geplanten Bastionskronenpfads führt mit Brücke und Weg in und durch die Baumwipfel der westlichen Flanke des Petersbergs.

Der Baumkronen-, oder auch Baumwipfelpfad führt klassischerweise ausschließlich auf Stegen und Plattformen durch den Kronenbereich eines Waldes.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 19. Juni 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2019, 11:44 Uhr

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18 Kommentare

21.06.2019 00:44 part 18

Erst eine Seilbahn vom Petersberg zur IGA und nun noch ein geplanter Eingriff in den Denkmalschutz. Es gibt sicherlich ausreichend andere Möglichkeiten um Sinnvolles mit den BUGA- Geldern anzustellen, auch am Rande, als den Größenwahnsinn regieren zu lassen. Bei der zu erwartenden Bauqualität sollte man besser zu anderen Buga- Projekten Mehrausgaben einplanen, denn es wird so oder so vorn und hinten nicht reichen mit den veranschlagten Kosten. Auch wenn das Wäldchen ursprünglich dort nicht stand, so stellt es heute ein klitzekleines Biotop dar, das es zu schützen gilt. Für einen Baumkronenpfad in Konkurrenz zu UH wäre der Steiger geeignet, doch wer braucht so etwas zweimal innehalb von 50 Km Entfernung?

20.06.2019 15:26 Ralf 17

Ich möchte nur mal darauf hinweisen, dass der erste Satz schlicht falsch ist: "Naturschützer wollen das Erfurter Buga-Projekt Bastionskronenpfad verhindern".

Weder der BUND, noch der NABU, noch die BI "Stadtbäume statt Leerräume" möchte den Bastionskronenpfad verhindern.

Was verhindert werden soll, ist das vollkommen sinnlose Vorhaben, den Bastionskronenpfad durch das kleine Wäldchen zu legen, es dort Baumkronenpfad zu nennen und das Wäldchen dabei zu zerstören.

Das wird ein Baumkronenpfad ohne Baumkronen - da steht dann nicht mehr viel.

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