Freizeit Die Pläne für die stillen Örtchen der Bundesgartenschau in Erfurt

Die Bundesgartenschau in Erfurt ist ein Mammutprojekt - geplant seit zehn Jahren und weit über 100 Millionen Euro teuer. Geplant werden mussten nicht nur Blumenbeete und Ausstellungsflächen, sondern auch die Standorte der Toiletten im Egapark und auf dem Petersberg.

Ein Toiletten-Container
Auf dem Petersberg in Erfurt sind zur Buga 2021 mehrere Toilettenanlagen geplant, auch in der Defensionskaserne und im neuen Besucherzentrum. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Stille Örtchen wird es auf der Bundesgartenschau in Erfurt viele geben. Damit sind aber erstmal nur die schönen Gartenecken gemeint, an denen sich die Besucher inspirieren lassen und der Natur lauschen können. Dennoch gibt es mit dem ersten Tag der Buga-Planung auch ein ausgefeiltes Konzept für die etwas anderen stillen Örtchen, die bei bis zu 27.000 erwarteten Besuchern pro Tag nicht ganz unwichtig sind.

"Nein, wir schicken unsere Besucher natürlich nicht auf ein Dixi-Klo", macht Bettina Franke sofort klar. Für Ende März werden die Toilettencontainer und -wagen erwartet. Landschaftsgärtnerin Franke arbeitet seit 2017 für die Buga und hat hier - neben vielen anderen Projekten - auch die Toilettenplanung auf dem Tisch. Die Planung habe schon lange vor ihrer Zeit bei der Buga begonnen. Das sei ganz wichtig, denn die Standorte müssten ja gefunden werden, damit da nichts anderes hingebaut wird. Teilweise wurden Kabel und Rohre auch unter die Erde verlegt, damit Besucher nicht darüber stolpern.

Eine Frau steht vor einer Rampe.
Bettina Franke hat die Buga-Gesamtprojektleitung für Bau und Ausstellungskonzeption inne. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

13 Toiletten-Standorte im Egapark

Im Egapark wird es insgesamt 13 WC-Standorte geben, neben den altbekannten auch drei neue. So hat das Klima-Zonen-Haus "Danakil" beispielsweise neun Damen- und neun Herren-WC erhalten. Die zusätzlichen "mobilen" Standorte für fünf Toilettencontainer wird es an der Halle 1, am neuen Rosencafé, am Lilien-Balkon, hinterm Deutschen Gartenbaumuseum geben. Am Rosencafé ist extra eine Rampe gebaut worden, um den Wagen tieferzulegen, damit auch Rollstuhlfahrer Zugang finden.

Wie viele WC die Buga braucht, ist vorgeschrieben. Der Bedarf richtet sich nach der Versammlungsstättenverordnung. Zur Berechnung werden die sogenannten Designtage zurate gezogen. Das sind die Tage der Bundesgartenschau, an denen besonders viele Besucher erwartet werden, wie zu Pfingsten beispielsweise. Die Organisatoren rechnen an diesen Tagen mit rund 27.500 Besuchern.

Verordnung regelt Zahl der WC

"Das ist die Zahl, die für die Berechnung der Toiletten genommen wird", erklärt Bettina Franke. "Wir haben uns da auch erst reinfuchsen müssen. So schreibt die Versammlungsstättenverordnung pro 1.000 Besucher eine Damen- und eine Herren-Toilette vor." Doch die Rechnung geht weiter. Ab 1.000 Besucher wird für 100 Besucher mehr wieder je eine Toilette benötigt. Und dann gebe es da noch einen Faktor, mit dem alles multipliziert werde. "Alles etwas kompliziert." Unterm Strich werden für den Egapark 117 WC gebraucht, davon sechs barrierefreie; und für den Petersberg 73, davon zwei barierrefreie. Mit insgesamt 265 geplanten Toiletten und 14 barrierefreien WC liegt Erfurt über dem Plan. "Besser eine mehr als drei zu wenig", sagt Franke. Für die Toilettencontainer, die viele sicher von Konzerten, den Domstufenfestspielen oder vom Lichterfest auf der Ega kennen, sind rund 100.000 Euro eingeplant.

Ein Schild weist auf Toiletten hin.
Nach Toiletten sollen Buga-Besucher weder im Egapark noch auf dem Petersberg lange suchen müssen. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Besonderes stilles Örtchen in der Defensionskaserne

Auf dem Petersberg wird es vier WC-Container an der Festwiese geben. Neben den "mobilen" Toiletten gibt es auch neue, dauerhafte wie im Besucherzentrum am Kommandantenhaus. Und manches Örtchen wird wohl ganz besonders charmant. "In der Defensionskaserne, in dem alten Gemäuer - das ist schon eine spezielle Location, das wird eine besondere Toiletten-Atmosphäre", meint Franke. Da müssen Besucherinnen und Besucher dann ja mal müssen ...

Weil wir immer noch in der Corona-Zeit sind und - wissen wir ja alle - die Corona-Währung Toilettenpapier ist, muss auch das geplant und bestellt werden. "Auf jeden Fall gibt es genug Klopapier. Darum kümmert sich eine Kollegin", sagt Franke.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN mit Haase und Waage | 23. Februar 2021 | 10:00 Uhr

13 Kommentare

part vor 1 Wochen

Ach schaue da, das Pissoir, natürlich nur für die Herrschaften und nicht für die Damen, in vorigen Jahrhunderten noch Bestandteil der alltäglichen urbanen Struktur war nicht wegzudenken aus unseren Städten, bis hinein in die DDR mit öffentlichen Toiletten, auch wenn diese unansehnlich waren. Angekommen in den neuen Bundesländern musste sich der Ossi fast in die Hose machen in Abwesenheit von öffentlichen Toiletten im Nachbarland. Doch schön das nach Schlaglöchern und anderer fehlender Infrastruktur nebst Abzocke in Erfurt endlich wieder an Grundbedürfnisse gedacht wird, wenn auch nur für Touristen, vorerst.

Peter.B vor 1 Wochen

Schade, das das nicht unbürokratisch erfolgt .
Ich war schon auch kleinen Stadten im Ausland - auch in größeren (Oslo, Kopenhagen, Kristinsand, Amsterdam, Le Havre, London, - nirgends hatte ich ein Problem mit dem "kleineren" Problem und weil Erfurt ja immer über die Kosten jammert - es gab sogar immer kostenlose Möglichkeiten. Aber ic würde mich sogar über eine freuen, die was kostet.

Peter.B vor 1 Wochen

Ehrlich gesagt, ist es traurig, so hochtrabende Berechnungen zu lesen, denn in Erfurt sind seit einem Jahr fast alle öffentlichen Toiletten zu - wegen technischen Gründen- also seit Corona und Besucher und Erfurter sind eigentlich gezwungen, wild zu pinkeln, denn auch viele kleinere Kaufhallen lassen dies nicht zu, die Gaststätten sind geschlossen, wo man gehen könnte. An den Graden , Petersberg, Güntherstraße, Brühler Garten -überall dasselbe. Geschlossen! Die das entscheiden, haben diese Probleme ja nicht. Schließlich gibt es ja überall Stützpunkte der Stadtverwaltung, das Rathaus, das Bürgeramt usw. Ich arbeite gerade auf dr Buga Baustelle Auenstraße. Einerseits schön, das das Areal so gut angenommen wird. Andererseits für die dort tätigen ein Problem. Unabhängig von der Sicherheit ist die dortige Toilette natürlich noch nicht in Betrieb Technisch warscheinlich schon Gern würden die Leute 50 Cent entrichten - aber leider wird nurr hinter der verschlossenen Tür etwas verrichtet.

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