Dieter Bauhaus
Ein Nachfolger für Dieter Bauhaus soll im November gewählt werden. Bildrechte: dpa

Bundesgartenschau 2021 Wirbel im Verein der Buga-Freunde: Drei Männer legen Ämter nieder

Dieter Bauhaus, Chef der Sparkasse Mittelthüringen, hat sich aus dem Verein der Buga-Freunde zurückgezogen - aus Ärger über nicht realisierte Projekte. Nun hat auch der Erfurter Alt-OB Manfred Ruge sein Amt niedergelegt.

Dieter Bauhaus
Ein Nachfolger für Dieter Bauhaus soll im November gewählt werden. Bildrechte: dpa

Der Chef des Fördervereins der Bundesgartenschau (Buga) 2021 in Erfurt ist zurückgetreten. Nach Angaben der Stadt Erfurt beklagt Dieter Bauhaus, Vorstandschef der Sparkasse Mittelthüringen, dass viele Buga-Projekte entweder gar nicht oder nur verzögert umgesetzt werden. Er habe in einem Schreiben an Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) unter anderem das Scheitern der Seilbahn-Verbindung vom Ega-Park bis zum Petersberg sowie der alternativen Silhouette für die Petersberg-Kirche genannt - und den Bastionskronenpfad, der verspätet fertig wird.

Wie Dienstag bekannt wurde, legten auch der Erfurter Alt-Oberbürgermeister Manfred Ruge (CDU) sowie der Schriftführer des Vereins, Andreas Frank, ihre Ämter im Freundeskreis nieder. Ruge gilt als Drahtzieher der Bundesgartenschau 2021. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Stadt den Zuschlag bekam.

Simulation Bastionskronenpfad
Simulation des geplanten Wipfelweges Bastionskronenpfad auf dem Petersberg. Bildrechte: BUND Thüringen

Die Stadt selbst machte Bauhaus' Rücktritt am Montag öffentlich und hielt ihm entgegen, seine Kritik an der Buga-Planung sei pauschal und überzogen. Bausewein konterte, wenn Bauhaus Verzögerungen beim Bastionskronenpfad beklage, wären die Bürgerinitiative dagegen sowie die Umweltorganisationen BUND und Nabu die richtigen Adressaten. Sie gingen juristisch gegen Baumfällungen vor, die für die Konstruktion des Wipfelweges nötig sind.

Als Stadt müssen wir auf Bürger und Gremien hören und können nicht so frei schalten und walten wie ein Unternehmenschef.

Andreas Bausewein, Oberbürgermeister der Stadt Erfurt Pressemitteilung der Stadtverwaltung

Das Vorhaben des Fördervereins, der Petersberg-Kirche eine neue alte Turmsilhouette zu geben, könne wegen Einsprüchen der Besitzerin, der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, nicht realisiert werden. Die Seilbahn sei am Widerstand der Anwohner im Erfurter Brühl gescheitert.

Der Vorstand des Fördervereins "Freunde der Bundesgartenschau Erfurt 2021" kam am Montag zu einer Krisensitzung zusammen, um über die Personalie zu beraten. Auf der Mitgliederversammlung am 18. November soll ein neuer Vorstand gewählt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg,mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Oktober 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 15:40 Uhr

7 Kommentare

Hilde vor 3 Wochen

Nun... genau das aufgeführte Beispiel vom Stadion zeigt dem Bürger ja, wie sehr in Erfurt die Steuergelder verbrasselt werden. Und das spiegelt sich, z. B. in der Planung der Buga wieder. Wie die Idioten sind sie durch den Nordpark und über den Petersberg gezogen und haben ohne Verstand abgeholzt. (Selbst die hundert Jahre alten Bäume rechts vor der Veste, wollte man abholzen, damit die Sicht auf den Petersberg besser ist). Und genau ohne diesen Verstand wird in Erfurt im Rathaus, allen voran Herr Bausewein, gewirtschaftet (von dem Vorhaben, die KoWo zu verkaufen, um Schulen zu sanieren, will ich gar nicht anfangen). Der Glaube daran, dass die Buga für Erfurt und seine Bürger Mehrwert schafft, ist längst verloren gegangen. Eher sieht es so aus: Ruge hat die Buga gewollt (alte Visionen), Bausewein hat für sich ein Denkmal gewollt, Bauhaus, sein Möchtegerne Schriftführer Frank u. a., wollten Helden werden. Und nun? Sind sie ALLE an ihrer eigenen Unfähigkeit gescheitert... Peinlich

DerRABE12 vor 3 Wochen

Alternative Fakten des OB: Nun sucht der OB einen Schwarzen Peter -- aber der OB hat wohl "verdrängt", dass weder die BI noch Nabu oder BUND bisher gegen den Baumkronenpfad im geschützten Landschaftsbestandteil juristisch vorgegangen sind. So weit ist es noch gar nicht, denn die erforderliche (Ausnahme-) Genehmigung der Naturschutzbehörde zum Baumfällen liegt selbst noch gar nicht vor--also wogegen juristisch vorgehen?? Es hat doch der offizielle Naturschutzbeirat der Stadt die erforderliche Zustimmung zum Eingriff verweigert--übrigens ein einmaliger Vorgang in der langen Geschichte des Beirates...das ganze liegt nun in der oberen Naturschutzbehörde im Weimar und muss dort erst noch entschieden werden. Insoweit ist die Darstellung des OB eine Unterstellung und bei all der Begleitmusik in dem Fall nicht nur ein Versehen des obersten Chefs der Verwaltung, sondern m.E. eine glatte "Lüge" ... das ist schon sehr bedenklich, mit welchen Mitteln Bürgerinteressen hier verunglimpft werden.

part vor 3 Wochen

Nun haben sich ja endlich einige der Akteure selbst enttarnt, die hier solche Vorhaben wie eine Seilbahn oder den Baumkronenpfad voranbringen wollten, natürlich mit auf Kosten des Erfurter Steuerzahlers. Eine Buga sollte immer verbunden sein Umwelt- und Landschaftsnaturierung statt mit Kinkerlitzchen, die niemand braucht. Herrn Bauhaus und Co. wird sicher niemand eine Träne nachweinen und er sollte besser um die zurückgefahrene Grundversorgung in seinem Unternehmen kümmern.

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