Einladung ins LKA Bund der Kriminalbeamten fordert Ausweitung von DNA-Tests

Der Thüringer Bund der Kriminalbeamten fordert, die Speicherfristen für Telekommunikationsdaten auszuweiten. Die derzeit erlaubte Frist von sieben Tagen sei zu gering, sagte der Vorsitzende Mike Hellwig MDR-THÜRINGEN. Mindestens drei Monate sollten die Daten gespeichert sein, um sie bei Bedarf effektiv im Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität zu verwerten. Auf einer Veranstaltung mit Landespolitikern in Erfurt forderte der BDK darüber hinaus unter anderem mehr Stellen im Polizeidienst und eine Ausweitung der DNA-Tests.

So sollen die Tests nach dem Willen des Thüringer Kriminalbeamtenbundes auch auf Delikte der Kleinkriminalität ausgeweitet werden. Darüber hinaus sollen neben der Übereinstimmung mit bereits vorhandenen Proben und dem Geschlecht weitere Merkmale wie Augen- und Haarfarbe oder ethnische Herkunft erfasst werden. Die Reaktionen auf dem Podium reichten von Zurückhaltung bis Ablehnung, vor allem bei Vertretern der Regierungskoalition.

BDK legt 13-Punkte-Papier vor

Breiten Konsens gab es dagegen bei der Forderung, mehr Stellen im Polizeidienst zu schaffen. Auf genaue Zahlen wollte sich jedoch kein Vertreter der fünf Landtagsfraktionen und der FDP festlegen lassen. Zumindest die Altersabgänge sollten ausgeglichen werden, hieß es. Dafür versprachen die sechs Landespolitiker, sich für bessere und transparentere Aufstiegsmöglichkeiten für die rund 700 Kriminalbeamten in Thüringen einzusetzen. Wenn möglich, sollten die Tarifverträge für die Angestellten des Polizeidienstes auch für die Beamten übernommen werden. Auch hier signalisierten die Vertreter von CDU, LINKE, SPD, AfD, Grünen und FDP Zustimmung.

In einem 13-Punkte-Papier fordert der Thüringer Bund der Kriminalbeamten unter anderem die Einrichtung einer ständigen Mordkommission im Freistaat. Hier sollen Erfahrung und Expertise von Beamten gebündelt werden, die in ihren Dienststellen vor allem mit Morddelikten zu tun haben. In ähnlicher Weise spricht sich der BDK dafür aus, eine ständige "Cold Case"-Einheit zu gründen, die sich auf lange zurückliegende, ungeklärte Mordfälle spezialisiert. Derzeit gibt es im Landeskriminalamt dafür die - temporär eingerichtete - "SOKO Altfälle".

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. August 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 06:53 Uhr

5 Kommentare

martin vor 25 Wochen

Racial Profiling ist selbst in den USA verboten .... Aber die "Verteidiger der Demokratie" wollen es einführen - wenn es nicht so einen bitteren Beigeschmack hätte, wäre das ein echter Treppenwitz!

martin vor 25 Wochen

Was sollen bitte schön DNA-Tests bei Kleinkriminalität helfen? Gut - die Labore verdienen gut daran und es werden ein paar Arbeitsplätze geschaffen. Aber der Beitrag zur Aufklärung dürfte kaum messbar sein. Mit dem dafür benötigten Geld sollten lieber ein paar Streifenbeamte oder Ermittler mehr eingestellt werden - das hätte eine bessere Wirkung.

Lyn vor 26 Wochen

Ja Pjotr. Genau das ist das Problem. Das Ergebnis der Auswertung könnte nicht in das hochoffizielle Weltbild passen, also darf es wohl nicht sein.

Vielleicht würde eine Petition helfen, um da etwas Nachdruck zu verleihen.

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