Insolvenzverwalter optimistisch Gute Chancen für Arbeitsplätze beim insolventen Buchgroßhändler KNV

Vor Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens am 1. Mai gibt sich der Insolvenzverwalter des Buchgroßhändlers KNV, Tobias Wahl, optimistisch. Wahl geht davon aus, dass KNV (Abkürzung für die Koch, Neff & Volckmar GmbH) als Buchhandelslogistiker weitergeführt werden kann. Nach der Insolvenz war spekuliert worden, ob der Logistiker möglicherweise in eine andere Branche wechselt.

Blick ins Logistikzentrum von KNV in Erfurt.
Blick ins Logistikzentrum von KNV in Erfurt (Archivbild). Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

"Eindeutiges Ziel ist der Erhalt und die Fortführung der KNV-Gruppe durch einen Investor", sagte Wahl MDR THÜRINGEN. "Der Standort Erfurt ist für den gesamten deutschen Buchmarkt unverzichtbar". Ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden die Löhne und Gehälter wieder von den KNV-Gesellschaften bezahlt. "Der Betrieb in den KNV-Gesellschaften wird nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren ganz normal weiterlaufen. Die Arbeitsprozesse haben sich wieder normalisiert und laufen erfreulich weiter." Welcher Investor das Unternehmen weiterführen wird, könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Zuvor hatte Wahl gesagt, es könne bis Juni beziehungsweise Juli dauern, bis ein Investor gefunden ist.

Gute Chancen, rund 1.000 Arbeitsplätze in Erfurt zu erhalten

In der Unternehmensgruppe sind 1.800 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 1.000 in Erfurt. Was deren Zukunft betrifft, ist Tobias Wahl optimistisch. Er sieht gute Chancen, diese Arbeitsplätze zu erhalten. "Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Beschäftigtenzahl in Erfurt deutlich verändern, sondern dass sie stabil bleiben wird", äußerte sich Wahl gegenüber MDR THÜRINGEN.

Was leistet KNW im europäischen Buchmarkt? KNV beliefert von Erfurt aus rund 5.600 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Büchern, aber auch mit Spielen, CDs und DVDs. Das 1829 gegründete Unternehmen ist Marktführer in diesem Geschäft. Einerseits übernimmt der Logistiker die Lagerung und Auslieferung für hunderte Verlage, andererseits fungiert KNV als Zwischenhändler und verkauft Bücher an die Buchhandlungen weiter. Bestellungen liefert KNV in der Regel über Nacht aus. Nach eigenen Angaben hat KNV rund 590.000 Titel im Sortiment.

Das für rund 150 Millionen Euro in Erfurt errichtete Logistikzentrum war vom Unternehmen im Herbst 2014 eröffnet worden. Der Freistaat Thüringen hatte das Logistikzentrum mit mehr als 20 Millionen Euro gefördert. Den Logistikstandort Stuttgart hatte KNV im Gegenzug geschlossen. Der Start des neuen Komplexes in Erfurt lief Berichten zufolge nicht rund und auch die Personalsuche war wesentlich schwieriger als erwartet. Mitte Februar 2019 hatte die KNV-Gruppe dann überraschend Insolvenz beim Amtsgericht Stuttgart beantragt.   

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. April 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2019, 05:00 Uhr

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2 Kommentare

26.04.2019 11:17 Möwe 2

@1Zitat: "Wo ist d. ganze Kohle ? Pananma ? " Zitat Ende - Vielleicht verbaut und in die Ausrüstung gesteckt? Daran schon mal gedacht? Vielleicht sind die 20 Mio in die Wirtschaft zurückgeflossen?
Vielleicht hättest die als ganz Schlauer bei KVN die Finanzen machen sollen, da wären sie bestimmt nicht Pleite.

26.04.2019 11:00 Don.corleone 1

20 .000.000 St.Gelder f.d. Katz !
WER hat hier abgezockt ? , die sind doch nicht weg, hat halt ein Anderer, diese 20.000.000 !!!!!!!
Werden d. Hintergründe wenigstens juristisch durchleuchtet
oder verläuft alles wieder im Sande ,.... siehe Schlecker u. Co.
m. lächerlichen Strafen , aber d. Leben läuft weiter wie gehabt, oder mußten d. zum Jobcenter u. No. ziehen ?
Wo ist d. ganze Kohle ? Pananma ?
Merke: D. Abzocke d.d. Kapital geht ungebremst weiter !
Aber 1 halbe Bulette ............Da wird d. gesamte Existenz physisch u. pschyisch TOTAL vernichtet bis ans Lebensende ! Das ist merkel-deutschland !

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