Bildung Erfurts Kindergärten und Schulen weiter grundsätzlich auf Stufe Grün

Das Thüringer Bildungsministerium und die Stadt Erfurt haben sich trotz steigender Infektionszahlen in der Landeshauptstadt auf einen weitgehend normalen Kindergarten- und Schulbetrieb auch nach den Herbstferien geeinigt. Die Anti-Corona-Maßnahmen werden jedoch verschärft.

Unterrichtsstunde bei geöffnetem Fenster
Erfurts Schulen bleiben geöffnet. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Die Kindergärten und Schulen in Erfurt bleiben weiterhin auf Stufe Grün. Das teilten die Stadt Erfurt und das Thüringer Bildungsministerium am Donnertsag in einer gemeinsamen Medieninformation mit. Zuvor hatte die Stadt das Ministerium aufgrund der steigenden Infektionszahlen darum gebeten, alle Einrichtungen in der Landeshauptstadt auf Stufe Gelb zu setzen. Erfurt gilt bereits seit Tagen als Risikogebiet.

"Damit könnten wir die Verbreitung des Virus deutlich eindämmen und gleichzeitig Vorsorge dafür treffen, dass es nicht zur Schließung von Einrichtungen kommen muss", hatte Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke (Linke) in einem Brief an das Ministerium geschrieben.

Stadt Erfurt kann nicht allein entscheiden

Die Stadt könne nicht im Alleingang darüber entscheiden, da das Gesundheitsministerium dem Bildungsministerium per Verordnung die Fachaufsicht über diese Einrichtungen übertragen habe, so Anke Hofmann-Domke. "Damit kann die Stadt nicht ohne das hergestellte Einvernehmen mit dem Thüringer Bildungsministerium agieren", hieß es auf eine Anfrage von MDR THÜRINGEN.

Während eines Gesprächs am Mittwochnachmittag einigten sich Hofmann-Domke und Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nun darauf, dass die aktuelle Lage nach den Herbstferien besondere Maßnahmen an den Schulen und Kindergärten erfordere. Gemeinsames Ziel sei es gleichzeitig, die Schulen und Kindergärten solange es geht offenzuhalten.

Schulen und Kindergärten keine Treiber des Pandemiegeschehens

"Die Schulen und Kindergärten sind auch weiterhin nicht die Treiber des Pandemiegeschehens", erklärte der Bildungsminister dazu. Dennoch müsse man auf die neue Lage reagieren. Der Thüringer Stufenplan für Schulen und Kindergärten in der Pandemie gelte weiter. Es werde keine Sondersituation für die Stadt gegenüber dem Rest des Freistaats geschaffen.

"Wir ergreifen nun jedoch zunächst niedrigschwelligere Maßnahmen, von denen wir hoffen, dass sie der Stadt helfen, des Infektionsgeschehens Herr zu werden", so Holter.

Keine Klassenfahrten und Wandertage für Schüler in Erfurt

Zu den Maßnahmen gehöre an Schulen etwa, dass offene Angebote in der Ganztagsbetreuung ausgesetzt werden und Schüler in festen Gruppen bleiben sollen, um etwa Vermischungen verschiedener Klassen zu vermeiden. Unter anderem soll auch auf Klassenfahrten und Wandertage verzichtet werden. Auch auf konsequentes Lüften müsse verschärft geachtet werden.

In Kindergärten solle ebenfalls eine ganze Reihe ausgeweiteter Regeln beachtet werden. So sollte auch in den Einrichtungen häufig gelüftet und etwa auf gruppenübergreifende Aktivitäten verzichtet werden. Sofern möglich, sollten mit den Kindern vor allem Programme im Freien unternommen werden.

Ampelsystem für Thüringens Kindergärten Schulen gilt weiterhin

Für Thüringen gelten weiterhin das Stufenkonzept Kindertagesbetreuung und Schule unter Pandemiebedingungen sowie die aktuellen Weisungen des Thüringer Bildungsministeriums. Der Schulbetrieb und der Betrieb der Kindertageseinrichtungen werden nach den Herbstferien wie zuvor fortgesetzt.

Beispielsweise werden, wie schon vor den Ferien praktiziert, beim Auftreten einzelner Infektionen mit dem Coronavirus die Schüler und Eltern der betroffenen Schule individuell informiert. Gegebenenfalls wird dann die Schule für einen kurzen Zeitraum teilweise oder ganz geschlossen.

Zur Eindämmung der Pandemie an Schulen und in Kindergärten hat Thüringen ein Ampelsystem eingeführt. Grün bedeutet Regelbetrieb, bei Gelb gelten erste Einschränkungen, zum Beispiel abwechselnder Unterricht in der Schule und zu Hause. Rot bedeutet in der Regel, dass betroffene Einrichtungen schließen müssen.

Karte und Einträge: Freistaat Thüringen, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Oktober 2020 | 18:00 Uhr

14 Kommentare

Matthi vor 4 Wochen

Zu dem Thema sind Kinder mehr betroffen oder nicht hab ich diesen Artikel gefunden.

Mehr Infektionen als bekannt: Neue Studie zeigt Relevanz bevölkerungsweiter SARS-CoV-2-Antikörpertests auf
Eine neue Studie des Helmholtz Zentrums München kommt zu dem Ergebnis, dass sechsmal mehr Kinder in Bayern mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert waren als gemeldet. Dies verdeutlicht die Relevanz bevölkerungsweiter Antikörper-Screenings zur Überwachung des Pandemieverlaufs. Die Studie beschreibt außerdem einen neuen Ansatz, um Antikörper gegen SARS-CoV-2 mit besonders hoher Genauigkeit zu messen.

martin vor 4 Wochen

@agnostiker: Wenn ich mich recht erinnere, gibt es die Vermutung, dass Kinder bis einschl. Grundschulalter weniger infektiös seien. Ob das mittlerweile durch seriöse Studien be- oder widerlegt ist, ist mir aus dem Stand nicht bekannt.

Ältere Kinder und Jugendliche waren von der Annahme nicht umfasst.

Agnostiker vor 4 Wochen

Infektionsgeschehen bei Kindern geringer???
Da müsste man erstmal klären, bis zu welchen Alter man die Schüler als Kind sieht. In den Kursen sind die Schüler 17 oder 18 Jahre. Zählen die dann nich zu den Kindern? Ansonsten sehe ich nicht, warum ein 18 Jähriger Schüler ein geringeres Infektionsrisiko hat, als ein 19 Jähriger "Erwachsener" der sich in einer Bar anstecken könnte.

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