Reisebranche Not in der Corona-Krise: Bus-Korso schlängelt sich durch Erfurt

Vertreter von Reisebüros, Busunternehmen und Reiseveranstaltern sind am Mittwoch in Erfurt auf die Straße gegangen. Sie demonstrierten für die Rettung ihrer Branche, die wegen der Corona-Krise seit Mitte März keine Geschäfte mehr machen kann. Hupend schlängelten sich Reisebusse durch die Thüringer Landeshauptstadt. Auf dem Domplatz fand die Protestaktion ihren Abschluss.

Reisebusse und Mitarbeiter aus der Reisebranche stehen auf dem Domplatz in Erfurt. Mit der Aktion demonstrieren die Angestellten gegen die Corona-Beschränkungen.
Kein Start in den Urlaub: Angestellte aus der Reisebranche sind mit Bussen auf den Domplatz in Erfurt gekommen, um zu demonstrieren. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Demo mit Koffern und Bussen in Erfurt

Dort legten Mitarbeiter von Reisebüros symbolisch die Buchstaben "SOS" mit Katalogen aus. Nötig seien schnelle Hilfen von Bund und Land für Reisebüros, Reisebusunternehmen und Tourismusanbieter, erklärte Sebastian Enders als Sprecher des Aktionsbündnisses "Rettet die Reisebranche".

Es gehe um Soforthilfen, aber auch den Ersatz von entgangenem Umsatz. Zudem müssten pro Bus 300 Euro an Kosten für jeden Tag des Fahrverbotes vom Staat fließen. Nach Angaben des Bündnisses, das mit Koffern, aber auch fast zwei Dutzend Bussen in Erfurt demonstrierte, haben bereits eine Reihe von Reisebüros und Veranstalter in Thüringen Insolvenz angemeldet. "Und es werden täglich mehr."

Reisebusse fahren auf einer Straße 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 20.05.2020 19:00Uhr 01:56 min

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Corona-Krise macht Reisebranche zu schaffen

Auch in anderen Bundesländern waren Aktionen der Branche geplant. Reise- und Touristik-Unternehmen gehören neben der Gastronomie und dem Luftverkehr zu den Firmen, die am schwersten von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens führten bei vielen zu drastischen Umsatzeinbrüchen. Verlangt werden staatliche Hilfen, um die notleidenden Firmen zu erhalten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 20. Mai 2020 | 13:00 Uhr

2 Kommentare

lobo56 vor 2 Wochen

Ja, Marktwirtschaft ist gut, wenn Gewinne sprudeln.
Wenn's mal nicht so läuft rufen alle nach Steuergeldern...
300 € pro Tag, da muss ich mind
1 Woche für arbeiten ! Geht's noch ? Das ist Planwirtschaft, die doch so verteufelt ist.
Wir haben Marktwirtschaft!

Critica vor 2 Wochen

Ich muss nun mal ein bisschen zynisch werden und bin sehr gespannt, wann denn der "Verband der Klofrauen" (Entschuldigung schon im voraus, dieser Dienst ist ganz wichtig) anfängt zu demonstrieren.

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