Nach Corona-Schließung Erfurter Zoopark freut sich auf Rückkehr der Besucher

Sechs Wochen lang war der Erfurter Zoo am Roten Berg geschlossen. Ab Montag darf er wieder öffnen. Allerdings gelten strenge Hygiene - und Abstandsregeln. Dennoch freuen sich alle auf die Rückkehr der Besucher. Immerhin ist der Erfurter Zoo mit seinen jährlich knapp 400.000 Besuchern eine der meistbesuchten Einrichtungen im Freistaat.

Flamigos
Flamingos in ihrem Außengehege: Auch für die Tiere sind die fehlenden Besucher seit der Corona-Krise irritierend. Bildrechte: MDR/Hermann Zinggrebe

An diesem Morgen brüllt tatsächlich der Löwe. Und da im Moment noch keine Besucher da sind, nur eine Gruppe von Journalisten, schallt sein Ruf weit übers Gelände. Und als ob sie antworten wollen, gackern die Flamingos munter auf ihrer Anlage gegenüber. Die Zeit ohne Menschen oder eben nur mit den vertrauten Tierpflegern geht zu Ende. "Wir sind froh, wieder öffnen zu dürfen", sagt Zoodirektorin Sabine Merz. Teilweise hätten die Tiere die Menschen schon vermisst. "Die Bisons und Giraffen haben immer schon geguckt. Die Giraffen waren richtig irritiert, dass nichts mehr los ist. Auffällig war es bei den Berberaffen, die gucken immer nach dem Verhalten anderer Gruppen und dazu gehört auch der Mensch".

Giraffe
Eine Giraffe zeigt sich neugierig. Menschlicher Besuch jenseits der Tierpfleger ist im Moment selten. Bildrechte: MDR/Hermann Zinggrebe

Wenn sich am Montag die Türen wieder öffnen, werden die Besucher den Zoo dennoch nicht ganz so erleben, wie sie ihn aus der Zeit vor Corona kennen. So werden die Tierhäuser geschlossen bleiben, bis auf das Elefanten- und Nashornhaus. In beiden Häusern gibt es Toiletten und die Besucher können sich hier auch die Hände waschen. "In Corona-Zeiten ist das nun mal ganz wichtig. Auch das Abstandhalten gilt bei uns", sagt Merz. Mit ihren Mitarbeitern hat sie teilweise sehr lustige Hinweisschilder angebracht. So gilt der Abstand von 1,50 Meter eben auch zum Löwen und Affen. Gesperrt bleiben der Spielplatz, der Streichelzoo und die Kattanlage. Die Anlage ist zu eng, um den Abstand einhalten zu können.

Erfurter Zoopark vor der Öffnung
Die Häuser, in denen der Corona-Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, bleiben für Besucher geschlossen. Bildrechte: MDR/Hermann Zinggrebe

Zur Affenbande auf den Berberaffenberg dürfen die Besucher. Schon am Einlass werden sie auf einen Rundweg und damit auf eine Art Einbahnstraße geschickt. Der ist mit Wegweisern ausgeschildert und führt durch das gesamte Gelände. So könnten die Besucherströme am besten gelenkt werden, sagt Merz. Damit sich keine Menschenmassen vor einzelnen Attraktionen ballen, wird auf kommentierte Fütterungen, besondere Tierpräsentationen verzichtet. Im Gelände wird Personal darauf achten, dass sich nichts zusammenballt, was nicht zusammen gehört. "Familien zusammenstellen ist okay, Gruppenbildung mit fremden Personen ist nicht okay", bringt es die Zoochefin auf den Punkt.

Erfurter Zoopark vor der Öffnung
"Eine Löwenlänge Abstand" gilt für die Besucher des Erfurter Zooparks ab Montag. Bildrechte: MDR/Hermann Zinggrebe

Das Management vor der Kasse wird dem von Großveranstaltungen ähneln. Es werde zwei Kassen für Jahreskarten und eine Schnellkasse geben. Sicherheitspersonal werde die Besucher entsprechend lenken. Der Einlass pro Tag ist auf 6.000 Besucher beschränkt. Der Zoo hat extra eine Sicherheitsfirma mit fünf Mitarbeitern engagiert, auch um für den nötigen Abstand in der Warteschlange zu sorgen. "Wir können die Tiere, unsere schöne Anlage nur zeigen, wenn sich alle an die Regeln halten. Die Infektionszahlen müssen niedrig bleiben", appelliert Sabine Merz an die Vernunft der Gäste.

Die Anlage am Roten Berg in Erfurt darf wieder öffnen, weil sie so weitläufig ist. Zu sehen gibt es jetzt vor allem auch viele Tierkinder. So gab es Nachwuchs bei den Hirschen. "Noch haben die Mütter was dagegen, dass wir die Kälber zeigen." Wer genau hinguckt, sieht sicher auch, dass Elefantenkuh Chupa trächtig ist und dass auch bei den Nashörnern bald Nachwuchs erwartet wird.

Nashorn
Bei den Nashörnern im Erfurter Zoopark wird Nachwuchs erwartet. Bildrechte: MDR/Herrmann Zinggrebe

Der Zoopark Erfurt hat schon jetzt wegen der Corona-Krise ein weiteres Minus von rund 600.000 Euro eingefahren. Das sagte Wirtschaftsdezernent Steffen Linnert (SPD). Die Anlage gehört der Stadt und wird jährlich mit 3,5 Millionen Euro subventioniert. Der zusätzliche Verlust müsse aus dem ohnehin stark belasteten Haushalt beglichen werden, so Linnert. Ein Zoo könne zudem kaum sparen, die Tiere seien da und müssten versorgt werden. Dennoch will die Stadt laut Linnert versuchen, dass kein Tier wegen der finanziellen Schwierigkeiten abgegeben werden muss. Linnert forderte das Land auf zu helfen. Alle Zoos und Tiergärten seien in Not.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. April 2020 | 14:30 Uhr

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